Autor: Sam Hayes
Titel: Stumm
Originaltitel: Unspoken
Erschienen: 1. März 2010
Verlag: Ullstein Tb
ISBN10: 3548280382
ISBN13: 978-3548280387
Seitenanzahl: 400
Autorenportrait: Zitat:
Sam Hayes ist im englischen Coventry geboren. Nach dem Schulabschluss wollte sie Pilotin werden und lernte fliegen, war dann aber in anderen Berufen, u.a. als Privatdetektivin, Buchhalterin und Kellnerin tätig. Sie lebte in Australien und den USA und kehrte schließlich mit ihrem australischen Ehemann und den drei Kindern in ihre westenglische Heimat zurück. Für ihre Kurzgeschichten hat sie mehrere Preise erhalten, Blutskinder ist ihr erster Roman.
Inhaltsangabe: Zitat:
Julias Leben ist in Aufruhr. Sie hat sich von ihrem Mann getrennt, ihre Mutter ist erkrankt und spricht seit Tagen kein einziges Wort. Nur die Liebe zu David, dem freundlichen Arzt ihrer Mutter, gibt Julia Kraft. Da findet sie am Straßenrand ein tödlich verletztes Mädchen, die Spuren am Tatort weisen auf David hin. Julia kann das nicht glauben entgegen allen Beweisen besteht sie auf Davids Unschuld.
Eigene Meinung: Um den fünften Stern zu vergeben, fehlt mir das gewisse Etwas. Aber ohne Frage hat Sam Hayes einen spannenden und lesenswerten Psychothriller geschrieben. Allerdings hätte ein überarbeiteter Feinschliff dem Roman ganz gut getan. Vor allen Dingen, was die Firguren angeht. Julia und Murray, die eigentlich getrennte Wegen gehen, scheinen beide nicht so recht zu wissen, was sie eigentlich wollen. Murray kam mir die ganze Zeit vor, wie ein absoluter Waschlappen. Anstatt die Dinge mal anzupacken, jammert er nur rum und bemitleidet sich selber. Bei Mary, Julias Mutter habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum teilt sie sich nicht schriftlich mit, wenn sie verstummt ist.
Ein paar erklärende Worte wären nicht schlecht gewesen.
Nichts desto Trotz war die psychologische Seite des Romans so gut verpackt, dass es mir unmöglich war, das Buch zur Seite zu legen. Interessant war auf jeden Fall die Erzählweise aus der Sicht der drei Haupfiguren Julia, Murray und Mary. So wird dem Leser immer nur häppchenweise verraten, was zur Auflösung des Ganzen nötig ist. Und dabei wird der Leser auch das ein oder andere Mal in die Irre geführt.
Das Ende hat mich schon etwas überrascht. Aber das macht ein gutes Buch ja unter anderem auch aus. Die Leser von Thrillern sollten sich allerdings gleich klarmachen, dass ein Psychsothriller nicht zwangsläufig blutig und brutal sein muss. Sie bauen auf die psychischen Ängste und weniger auf blutiges Gemetzel auf.
Wer das berücksichtigt, ist mit diesem Psychothriller auf der sicheren Seite.
Wenn ich halbe Sterne vergeben könnte, würde das Buch von mir 4,5 anstatt 4 Sterne bekommen.