Buchecker hat geschrieben:
Ist das was Tschechisches?
Klingt fast so, daher hab ich meine Geschichte kurzerhand nach Prag verlegt:
Oldrich Procházka war ein eifriger Tüftler, wenngleich er bislang nicht gerade erfolgreich in seinen Unternehmungen war.
In der Prager Altstadt hatte er durch einen Glücksfall äußerst günstig eine Werkstatt mieten können, in der er sich eine kleine Ecke zum Wohnen eingerichtet hatte. Procházka wurde belächelt und viele hielten ihn für einen Spinner. Doch er ließ sich nicht entmutigen und wußte: „Eines Tages gelingt mir
der Knaller!“
Leider hatten seine bisherigen Erfindungen alle kleinere Mängel, wie damals jener Verbrennungsmotor, mit dem Maschinen, ja sogar Autos angetrieben werden könnten, und zwar allein durch die interne Verbrennung von Hausabfall. Unglücklicherweise hatte der Motor auf dem Weg zum Patentamt wohl Schaden genommen, jedenfalls flog das Büro von Herrn Koukl in die Luft, als er den Motor vorführen wollte. (Bedauerlicherweise konnte er auf Grund der nachfolgenden Haftstrafe einige Monate lang nicht weiter basteln.) Doch das war nur ein marginaler Rückschlag, er würde diesen kleinen Fehler schon noch finden und dann würden ihm die Autohersteller die Werkstatt einrennen.
Oldrich Procházkas Motto war „Ranní ptáče dál doskáče“ („Ein morgendlicher Vogel springt weiter.“) und so sah man ihn schon morgens um 4 Uhr eifrig in seiner Werkstatt umherspringen, zwischen Werkbank und Schreibtisch, hier ein Werkzeug suchend, dort seine Notizen studierend. So ging es schon seit Wochen, der Motor war inzwischen erst mal beiseite gelegt. Denn er hatte eine noch viel genialere Idee – Oldrich war dabei, das
Jeblottl zu erfinden, etwas noch Großartigeres als jener Motor. Eine unerläßliche Errungenschaft für den modernen Single-Haushalt und die gestresste Hausfrau! Procházka stand kurz vor dem Durchbruch. Nur noch ein paar Tage, dann würden all seine Kritiker staunend verstummen. Er freute sich schon darauf, in Gedanken sah er in der ganzen Welt Geschäfte, die seine Erfindung verkauften, und in den Schaufenstern stand in großer Schrift:
Das Jeblottl und seine Einsatzmöglichkeiten:
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Joghurtmaschine (zum Herstellen von 100 g)
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Eierkocher (für bis zu 2 Eier)
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Bierdosenhalterung (für Motorräder)
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Leuchtstoffröhre (universell einsetzbar)
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Ohrenstöpsel
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Taucherbrille
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Tablettendosierer
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Luftpumpe
Doch an diese Träumereien wollte er keine Zeit verschwenden, er mußte weiterarbeiten. Er hatte noch keine zufriedenstellende Lösung für die Energieversorgung. Vielleicht könnte der Motor, in kleiner Ausführung...? Unermüdlich tüftelte er, und tatsächlich, es gelang ihm, seinen Verbrennungsmotor so klein und handlich zu bauen, daß er ins Jeblottl paßte. Nur noch ein letzter Versuch.
In der Abendausgabe von
Pražský deník war eine kurze Meldung zu lesen, daß es in einem Hinterhof in der Altstadt eine schwere Explosion gegeben habe, bei dem mehrere Häuser beschädigt wurden; nähere Einzelheiten seien bei Redaktionsschluß noch nicht bekannt.