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 Betreff des Beitrags: Sorry von Zoran Drvenkar
BeitragVerfasst: Mo 26. Jan 2009 13:48 
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Registriert: Sa 01. Nov 2008 10:13
Beiträge: 34
Wohnort: Dortmund
Sorry von Zoran Drvenkar

Der Autor: Zoran Drvenkar wurde 1967 in Kroatien geboren, und zog im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Berlin. Seit1989 arbeitet er als freier Schriftsteller, und lebt jetzt in einer alten Kornmühle in der Nähe von Berlin. Er ist Autorvielfach ausgezeichneter Kinder und Jugendbücher, unter anderem schrieb er unter Pseudonym den Bestseller "Die Kurzhosengang".2003 erschien sein Psychothriller"Du bist zu schnell" der zur Zeit verfilmt wird.

Das Buch: Ihr Angebot rüttelt die Geschäftswelt auf, denn sie entschuldigen sich für Vergehen von Unternehmen. Sie bieten den Schuldigen Unterstützung an und helfen den Opfern. Sie selbst verdienen viel Geld damit, die vier jungen Berliner, die diese clevere Geschäftsidee hatten, irgendwann,bevor alles anfing.Immer mehr Menschen erleichtern durch sie ihr Gewissen- bis ihnen eines Tages jemand den Auftrag erteilt, eine Tote um Verzeihung zu bittenfür die unvorstellbaren Qualen, an denen sie starb. Hier schnappt die Falle zu. Die Lektion, die der Auftraggeber ihnen ab jetzt erteilt, ist voller Dunkelheit: Wie Schachfiguren werden sie auf eine Spur der Grausamkeit gesetzt, auf der es keine Vergebung gibt, kein Schwarzweiß mehr zwischen Opfer und Täter.

Ich weis nicht so recht wie ich dieses Buch einordnen soll. Es ist manchmal sehr verwirrend geschrieben, mit dem ständigen "Du" "Davor" "Dazwischen" dann wieder "Tamara" "Wolf"und"Kris", dass macht es nicht gerade leicht. Was mich stört ist die "DU" sicht, du gehst jetzt da und da hin, oder, du machst jetzt das und das, echt verwirrend.Aber ich glaube nur durch diese Schreibweise ist das Buch so spannend und außergewöhnlich geworden, denn sonst wäre es ein Thriller wie jeder andere auch. Dieses Buch hat es echt in sich, auf diese Art und weise, wurde in den Büchern, die ich bis jetzt gelesen habe noch keiner getötet. Aber wieder einmal zeigt so eine fürchterliche Tat die Fanni und Karl begannen haben, was das alles nach sich ziehen kann, solche kranken Menschen. Was für mich nicht nachvollziehbar ist, dass keiner von dem Missbrauch der sich über Jahr hinzog was mitbekommen hat, sowas gibt es nicht. Die Eltern kriegen nicht mit wie fremde Leute in ihr Haus einsteigen und den Jungen mitnehmen,? Sie merken die Veränderung nicht die mit dem Jungen vor sich geht, Lehrer Verwandte Bekannte alle merken nichts, nein das kann ich mir nicht vorstellen. Ich kann mir auch nicht vorstellen das Sundance´s Eltern nichts gemerkt haben, er war doch auch darin involviert, er muß sich doch auch verändert haben, warum ist er nicht zur Polizei gegangen? oder seine Eltern? Also das war alles schwer für mich nachvollziehbar. Die Begründung warum die Agentur damit reingezogen wurde fand ich sehr schwach, genauso wie das Ende, dass fand ich auch nicht so toll. Fazit, dass Buch ist sehr verwirrend geschrieben, mit sehr viel Gemätzel und fadenscheinigen Erklärungen. Es war nicht schlecht,aber zum "WOW"-Effekt fehlt mir persönlich schon noch einiges.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Di 03. Feb 2009 23:21 
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Registriert: Do 13. Nov 2008 16:35
Beiträge: 50
Vier junge Leute, Freunde, gründen eine Agentur. Eine Agentur, die sich für Vergehen anderer Menschen entschuldigen soll und somit deren Gewissen erleichtern soll. Als eines Tages ein Mörder die Dienste der Freunde in Anspruch nehmen will, nimmt eine tragische Geschichte ihren Lauf.
Wir erfahren von schlimmen Ereignissen aus der Vergangenheit, die die Betroffenen auch in der Gegenwart nicht loslassen.

Die Geschichte wird von Zoran Drvenkar sehr fesselnd erzählt. Nicht so sensationsheischend aufgemacht wie viele andere Thriller, aber unterschwellig wird die Spannung aufgebaut und erhalten. Und zwar das ganze Buch über.
Die Geschichte selbst fand ich allerdings nicht wirklich gut. Zu vorhersehbar, spätestens ab der Mitte des Buches kann man wissen was genau da hinter steckt, und für mich auch überhaupt nicht überzeugend.

Ein Plus war für mich also auf jeden Fall die tolle erzählerische Leistung und die Darstellung der Geschichte aus so vielen Perspektiven.
Ein Minus war einfach die Durchschaubarkeit und die Geschichte an sich, die ich nicht realistisch empfunden habe, obwohl sie ja in meinem Heimatland spielte zu dem ich alleine deswegen ja eigentlich einen stärkeren Bezug haben müsste. Jedenfalls bei den meisten anderen Thrillern die in Deutschland spielen.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: So 15. Feb 2009 15:25 
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Registriert: Do 06. Nov 2008 14:47
Beiträge: 25
Firmengründung mit mörderischen Folgen

Inhalt:

Vier junge Berliner, die sich schon seit ihrer Schulzeit kennen und beruflich bisher wenig Erfolg hatten, haben die Idee - sie gründen eine Entschuldigungsagentur.
Firmen, die sich für etwas entschuldigen wollen können die Freunde damit beauftragen.
Kris & Wolf kümmern sich um die Praxis und überbringen somit die Entschuldigungen, während die beiden Frauen im Team sich mit Auftragsannahme, Koordination und Datenübermittlung beschäftigen.
Das Geschäft boomt, die Freunde sind überglücklich.
Bis die Agentur ins Visier eines von Schuldgefühlen geplagten Mörders gerät, der in der Geschäftsidee der jungen Leute seine Rettung sieht. Und so steht Wolf eines Tages plötzlich vor einer Leiche - und der Mörder ist noch nicht fertig...

Meine Meinung:

Die Covergestaltung, so unscheinbar sich auch wirken mag, sagt eigentlich alles aus. Genau wie der Inhalt ist auch sie dunkel, düster und rabenschwarz.

Die 397 Seiten sind in achte Teile gegliedert, die jeweils noch in die Zeitabschnitte "Davor", "Dazwischen" und "Danach" unterteilt sind. Was diese Unterpunkte zu bedeuten haben ist lange unklar, doch nach und nach wird immer mehr Licht in die finstere Handlung gebracht, bis dann am Ende jeder kleinste Winkel hell erleuchtet ist.
Im Großen und Ganzen gibt es zwei Handlungsstränge, nämlich das Jetzt in Form der Agentur und der Morde, sowie das Damals mit der langsamen Auflösung der Tathintergründe.
Die Handlung ist fließend, stimmig und absolut erschreckend und schockierend. Sie zieht den Leser in einen Bann, aus dem er sich genauso wenig befreien kann, wie die Freunde aus dem Netz des Mörders.

Die Protagonisten sind sehr vielschichtig, die vier Freunde dem Leser sehr vertraut gemacht. Man erfährt viel über sie, man freut sich mit ihnen und zittert mit ihnen. Man wird selbst ein Teil der Geschichte.
Auf der anderen Seite stehen der Mörder und "Der Mann, der nicht da war". Die Vergangenheit des Mörders ist so grausam, das man fast schon Mitleid mit ihm bekommt. Seine Verzweiflung trifft den Leser. Der Mann dagegen ist ein weiterer dunkler Schatten in einem Psychospiel, das schon Jahre vor der jetzigen Handlung gespielt wurde.

Der anziehende Eindruck des Thrillers, der durch die Charaktere entsteht, wird auch durch die sprachlichen Mittel des Autors verstärkt.
Der Schreibstil ist hart, deutlich, die Handlung bis ins kleinste Detail geschildert.
Die Sprache ist lebendig, rasant und intensiv. Die lässt das Geschehen nah und erreichbar wirken.
Das Thema des Buches ist nicht neu und vermutlich deswegen hat der Zoran Drvenkar eine faszinierende Verpackung dafür gewählt.
Die Haupthandlung wird in der 3. Person geschildert. Ist jedoch vom Mörder die Rede, so verwendet der Autor die 2. Person und scheint so den Leser persönlich anzusprechen und in das Buch einzuladen. Für kurze Abschnitte wechselt er auch in die 1. Person.
Diese Perspektivenwechsel mögen vielleicht im ersten Moment verwirrend sein, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran und kennt man alle Zusammenhänge wird die Absicht dahinter deutlich.

Fazit:

Ein absolut begeisternder Thriller, der nicht nur durch den Inhalt, sondern auch dadurch besticht, dass er erfrischend neu ist. Der den Leser nicht mehr aus seinen Fängen lässt und erst wieder freigibt, wenn er zu Ende gelesen ist.
Sollte es jemals wirklich eine Entschuldigungsagentur geben, wird Zoran Drvenkar ihre Dienst sicher nicht in Anspruch nehmen müssen, denn für einen solchen Thriller, muss man sich nicht entschuldigen.


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 Betreff des Beitrags: Zoran Drvenkar: Sorry
BeitragVerfasst: Mi 18. Feb 2009 22:29 
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Registriert: Mi 18. Feb 2009 22:10
Beiträge: 43
Vier junge Berliner haben eine ebenso originelle wie erfolgreiche Geschäftsidee: Sie überbringen Entschuldigungen - und bieten ihren Klienten somit eine ?Entschuldigung? im eigentlichen Sinne des Wortes, einen Freikauf von Schuldgefühlen.

Nach einer heftigen "Einleitung" schließt sich eine "Vorstellung" der einzelnen Personen an... die ist dann erst mal etwas zäh.

Neben den Freunden und Geschäftspartnern Tamara, Frauke, Kris und Wolf gibt es noch Fanni und Karl, den kleinen Lars und seinen Freund Jonas sowie Butch und Sundance und ein paar andere... Dies klingt zunächst etwas verwirrend, wird aber nach und nach aufgelöst.

Richtig spannend wird das Buch - meiner Meinung nach - erst ab der Mitte, also etwa ab Seite 200, hält diese Spannung dann jedoch bis zum Schluss.

Schnelle Schnitte in die Vergangenheit (= davor) und Zukunft (= danach) wie bei einem Video-Clip, waren mir manchmal zu viel.

"Sorry", eine perfide Geschäftsidee und somit eine frische, interessante Story, ein rasanter Thriller... noch dazu ein deutscher! Dass die Geschichte in Berlin "spielt", ist stimmig.

Schon der Titel, ein lapidares "Sorry", passt zum lockeren Erzählstil. Allerdings steht dieser im krassen Widerspruch zum Thema, nämlich Päderastie, Mord und Totschlag, Schuld und Sühne, Liebe und Leid...

Ein sehr ambivalentes Buch, das ich aus den genannten Gründen nicht uneingeschränkt weiter empfehlen kann.

Den Autor, Zoran Drvenkar, kannte ich bisher nicht, werde ihn aber im Auge behalten.


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 Betreff des Beitrags: Sorry (Hörbuch)
BeitragVerfasst: Fr 27. Feb 2009 22:01 
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Registriert: Di 18. Nov 2008 19:55
Beiträge: 21
Wohnort: Rotenburg (Wümme)
Zum Autor:
Zoran Drvenkar wurde 1967 in Kroatien geboren und zog im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Berlin. Seit 1989 arbeitet er als freier Schriftsteller und lebt jetzt in einer alten Kornmühle in der Nähe von Berlin. Er ist der Autor vielfach ausgezeichneter Kinder- und Jugendbücher, unter anderem schrieb er unter Pseudonym den Bestseller Die Kurzhosengang. 2003 erschien sein Psychothriller Du bist zu schnell, der zurzeit verfilmt wird. In Zusammenarbeit mit Gregor Tessnow entstand nach dessen Roman das Drehbuch zu Knallhart, das 2006 unter der Regie von Detlev Buck verfilmt wurde.

Klappentext:
Sie sind seine Opfer. Er macht sie zu Tätern. Vier Freunde folgen einem scheinbar harmlosen Auftrag und stehen plötzlich einer grauenvoll zugerichteten Leiche gegenüber. Er zwingt sie, sich in seinem Namen bei dem Opfer zu entschuldigen. Als sie darauf eingehen, nimmt ein unvorstellbar perfides und grausames Spiel seinen Lauf. Zoran Drvenkar ist mit diesem Buch ein zutiefst verstörender Thriller gelungen, der ihn auf Anhieb zu einem neuen Star dieses Genres machen wird.

Meine Meinung:
Das Hörbuch wird von vier Personen mit viel Betonung sehr gut gesprochen. Zu Beginn geht es ganz sachte los. Es ist ein bisschen verwirrend und immer wieder hatte ich das Gefühl, irgendetwas Wichtiges verpasst zu haben. Es werden gleiche Situationen aus verschiedenen Sichtweisen geschildert. Etwa nach der Hälfte werden die einzelnen Handlungsstränge langsam und logisch zusammengeführt. Dadurch entsteht viel Spannung und am Ende ist es ein sehr guter und logischer Thriller.
Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Fr 06. Mär 2009 17:07 
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Registriert: Fr 06. Mär 2009 16:46
Beiträge: 15
Schuld ist ein Thema, mit dem jeder Mensch früher oder später in Berührung kommt. Nicht wenige Menschen brechen unter der Last der Schuld zusammen und einige von ihnen sehen schließlich nur noch Auswege, die sich nur schwer bis gar nicht mit den Interessen anderer Menschen vereinen lassen.

Ein solcher Fall wird dem Leser in ?Sorry? von Zoran Drvenkar präsentiert. In einem ersten Kapitel, was auch dem thrillererprobten Leser den Angstschweiß auf die Stirn treibt, wird ein brutaler Mord an einer Frau in allen Einzelheiten und sehr bildlich beschrieben.
Im weiteren Verlauf des Buches baut der Autor dann eine Geschichte um vier Freunde auf, die mit einer besonderen Geschäftsidee erfolgreich in die Selbständigkeit starten ? einer Agentur, die sich stellvertretend für den Auftraggeber bei gewünschten Personen entschuldigt. Alles läuft reibungslos, bis sie den Auftrag erhalten, sich bei einer Toten zu entschuldigen. Von diesem Moment an befinden sie sich in einem Strudel aus Gewalt, Angst, Drohungen und Pflichtbewusstsein.

Dies allein wäre schon spannend genug, wenn nicht die ständig stattfindenden Wechsel der Erzählperspektive verdeutlichen würden, dass die Identität des Mörders mehr als fragwürdig ist und er eigentlich gar nicht mehr existieren dürfte.
Drvenkar erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der Freunde, aus der Sicht des Mörders und aus der Sicht einer dritten Person, deren Identität erst ziemlich weit am Ende deutlich wird. Durch die Perspektiv- und damit verbunden auch die Zeitwechsel (und Rückblicke), erlebt der Leser die gleiche Szene unter Umständen mehrmals aus verschiedenen Blickwinkeln. Dies ermöglicht es gerade am Ende zum Teil, Schlüsse zu ziehen, dennoch bleibt die Spannung bis zur letzten Seite erhalten.

Der Autor versteht es, die Situationen der Handlung und die Stimmungen der Personen sehr detailliert und greifbar zu beschreiben, wodurch man als Leser von Beginn an immer weiter lesen muss. Der bereits erwähnte fulminante Einstieg macht das Buch bereits zu einem Lesehighlight ? auch wenn teilweise brutale, erschreckende und furchtbare Szenen beschrieben werden (Stichwort: Kindesmissbrauch) und sich mir beim Lesen des Öfteren der Magen umdrehen wollte. Dieses Buch ein absoluter Buchtipp und somit absolut empfehlenswert.


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 Betreff des Beitrags: Liebe kann grausam sein
BeitragVerfasst: Mo 16. Mär 2009 17:37 
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Registriert: Fr 09. Jan 2009 19:09
Beiträge: 4
Vier junge Berliner haben eine ziemlich simple, aber dennoch grandiose Geschäftsidee. Sie gründen eine Agentur, die sich im Namen ihrer Mandanten für deren Vergehen entschuldigt. In ihrem Metier sind sie sehr erfolgreich und so lässt die Kundschaft nicht lange auf sich warten. Das Geschäft läuft gut bis zu dem Tag, als ein Auftrag sie aus ihrem gewohnten Alltag reißt und alles bisher Dagewesene infrage stellt.

Ein Mann ruft an und bittet sie, sich in seinem Namen zu entschuldigen. Routiniert nehmen sie den Auftrag an und suchen die Frau auf. Doch diese ist tot, regelrecht hingerichtet, mit Nägeln an eine Wand fixiert. Schockiert wenden sie sich ab, aber es gibt kein zurück mehr. Der Mörder weiß zuviel über sie und ihre Familien. Und er verlangt mehr. Mehr als sie zu geben bereit sind. Ein spannendes Katz- und Mausspiel beginnt, in dem aber nicht nur sie und der Mördern, sondern eine weitere unbekannte Person die Hauptakteure sind.

Der Autor Zoran Drvenkar erzählt mit "Sorry" eine außergewöhnliche Geschichte von Liebe und Verrat gepaart mit Schuld und Sühne. Hierbei bedient er sich nicht nur unterschiedlicher Erzählperspektiven, sondern baut gekonnt Zeitsprünge ein, die dem Leser die Geschichte zunächst konfus erscheinen lässt. Nach und nach aber öffnet sich ihm eine Welt, die grausamer und verstörter nicht sein kann. Deren Ursprung weit zurück in der Kindheit des Mörders liegt und sich rasant entwickelt. Dabei lässt der Autor immer wieder Fragen offen und versteht es, die Phantasie seiner Leser bis über ein unerträgliches Maß hinaus anzuregen. Eine emotionale Berg- und Talfahrt nimmt ihren Lauf. An Aufhören ist da nicht mehr zu denken.

Erfrischend neu gestaltet sich auch die Art und Weise, wie Zoran Drvenkar erzählt. In kurzen Sätzen, ohne wörtliche Rede, aber mit sehr bildhaften Vergleichen. Eine Erzählweise, die beunruhigt und dem Leser zu schaffen macht, ihn aber gleichzeitig mitten in das Geschehen hinein katapultiert.

Mit "Sorry" hat Zoran Drvenkar einen Thriller geschaffen, der den Ansprüchen des erfahrenen Lesers mehr als gerecht wird.

Hinter jeder Tür verbirgt sich das Dunkle.
Hinter jedem Fenster leben Schatten.
(Zoran Drvenkar)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: So 29. Mär 2009 12:02 
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Registriert: Sa 08. Nov 2008 17:02
Beiträge: 22
Diesem Buch nähert man sich besser mit großer Vorsicht und in einem Zustand vollkommener Angstlosigkeit. Schon die rote Banderole ließ alle Alarmglocken in mir schrillen. Der Autor steigt in die Handlung ein mit einem brutalen Mord an einer Frau und einem 9jährigen Jungen vor einer Fototapete, dem etwas Fürchterliches angetan worden war und davon auch noch ein Foto gemacht wurde. Wer war es? Was war es? War die Ermordete aktive Täterin oder Mitläuferin? Was hat diese Agentur damit zu tun, die sich für andere entschuldigt, wenn das schlechte Gewissen drückt, man selbst aber nicht den Mut hat, um Entschuldigung zu bitten? Diese Story zog mich vollkommen in ihren Bann, ich schleppte das Buch überall mit hin, selbst Rotphasen an Ampeln und Hunderunden wurden genutzt, um weiter zu verfolgen, wie sich alles zuspitzte.

Der Autor fesselte mich zudem mit seinem Schreibstil. Kapitelüberschriften wie ?davor?, ?du? und ?danach? waren verwirrend und anregend zugleich. Gespräche wurden zwar in wörtlicher Rede, aber ohne Anführungszeichen wiedergegeben. Beides bringt den Leser dazu, das Buch hoch konzentriert zu lesen, will er nicht den Faden verlieren oder einen Gesprächsbeitrag der falschen Person zuordnen. Besonders die direkte Anrede mit "du" zog mich sofort tief in das Geschehen, ich konnte die handelnden Personen förmlich vor mir sehen, das Erbrochene riechen und die Hammerschläge hören. Diese Anrede machte mich neugierig: Wer wird mit dem ?du? angesprochen? Ist es der Leser? Oder der Täter? Oder wird der Leser während der Romanhandlung zum Täter?
Dieses Buch kann als Kriterium dafür genommen werden, ob jemand wirklich Thriller mag. Ist es zu hart, sollte man bei der Angabe des Lieblings-Genres wohl besser ?Krimi? als ?Thriller? angeben.

Mein Fazit: im Jahr 2009 ist dies bislang der beste Thriller, den ich gelesen habe. Er liefert alles, was einen guten Thriller ausmacht: gelungene Ausgangssituation, nachvollziehbarer Plot, lebensnahe Protagonisten, packende Handlung, nervöses Flattern im Bauch, Einschlafstörungen, überdeutliche Erinnerungen an einzelne Szenen auch Wochen nach der Lektüre. Brillant!


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