Verpackungsgesetz

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noeffnoeff
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Verpackungsgesetz

Beitrag von noeffnoeff » Di 16. Okt 2018, 09:48

1. Januar 2019 tritt das neue Verpackungsgesetz in Kraft.
Welche Pflichten bringt das Verpackungsgesetz (VerpackG) mit sich?

briefmarkenjaeger
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von briefmarkenjaeger » Di 16. Okt 2018, 14:00

Die einzige Änderung zu dem bereits bestehenden Verpackungsentsorgungs-Gesetz ist die, dass man sich zusätzlich bei LUCID registrieren muss und danach beim Entsorgungsdienstleister die LUCID Registrierungsnummer hinterlegt.

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antje
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von antje » Fr 4. Jan 2019, 13:37

Hallo, Ihr Lieben,

an die, die es betrifft: Ich habe mich im November erfolgreich durch das Registrierungsformular gekämpft und gedacht, dass ich es geschafft hätte. Nun habe ich einen Bescheid erhalten, der mich als Hersteller von systembeteiligungspflichtigen Verpackungen ausweist! Lt. Auskunft von LUCID hätte ich mich als solcher registriert. Aber die Antwort, die ich auf meine Anfrage bekommen habe, lässt mich auch nicht viel klarer sehen. Ist das egal, ob "Hersteller" oder "Erstinverkehrbringer"? (Wobei ich immer noch negiere, dass wir als Versandhändler von Büchern Erstinverkehrbringer sind, das sind nach gesundem Menschenverstand die Firmen, die uns die Verpackungen verkaufen...)

Never ever - geht jemandem von euch das genauso?
Ändert sich dadurch etwas, vor allem finanziell??? Ich hatte meine Lizenz, bzw. habe, bei Bähr Verpackungen. Vielleicht weiß ja jemand von euch mehr als ich...
Viele Grüße, Antje
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briefmarkenjaeger
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von briefmarkenjaeger » Fr 4. Jan 2019, 17:17

Ich finde es auch eine Schweinerei, dass man lt. Gesetzgeber als Hersteller betrachtet wird, obwohl der Hersteller eigentlich der Verpackungshersteller wäre, der die Produkte in Umlauf bringt und ich finde es absolut nicht korrekt, dass lediglich Gewerbetreibende für die Entsorgung der Verpackung zur Kasse gebeten werden. Was wäre denn mit den Versandverpackungen, die von Privatleuten gekauft werden? Müssen diese Versandverpackungen etwa nicht entsorgt werden? Oder was ist mit der Werbung, die regelmäßig die Briefkästen überflutet - weshalb muss dort keine Lizensierung erfolgen?

Ob man vor Gericht eine reelle Chance hat dagegen vorzugehen, kann ich allerdings nicht abschätzen und werde das Risiko auch nicht eingehen, allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass man in der nächsten Zeit erfahren wird, ob die lt. Gesetzgeber getroffene Abzocke vor Gericht bestand haben wird.

Zu meinem o. g. Beiträg möchte ich noch hinzufügen, dass man die Mengenmeldung an den Entsorgungsdienstleister natürlich ebenfalls bei LUCID eintragen muss.
Zuletzt geändert von briefmarkenjaeger am Fr 4. Jan 2019, 19:42, insgesamt 1-mal geändert.

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antje
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von antje » Fr 4. Jan 2019, 19:31

Das ist ja die Abzocke - nämlich doppelt, der Hersteller wird sich ja auch lizensieren müssen, gehe ich mal von aus. Also, der eigentliche Hersteller meiner Lupo-Folie; vielleicht der Vertrieb auch noch mal, weiß ich nicht. Und dann wir schon wieder. Doppelt oder dreifach lizensiert, das kann es echt nicht sein.

Hm, ja, das hab ich auch gelesen, dass ich meine 3 kg Pappe und Folie da eintragen muss, oder wieviel es nun sind, grob geschätzt. Hatte ich bei Bähr schon mal angegeben, das war so schön einfach, angegeben, ich war unter der Mindestgrenze, musste meine, ich glaube, 65 Euro im Jahr zahlen als Pauschale, hatte sich auch nicht erhöht über die Jahre. Und jetzt wieder was Neues...macht manchmal keinen Spaß mehr!

Ebensolch Blödsinn wie die Datenschutzverordnung - also, Blödsinn in dieser Form, nicht generell. Aber ich hab noch niemanden, wirklich niemanden, getroffen, der die Verordnung gut fand, ob Unternehmer/selbstständiger oder betroffene Privatperson. So auch hier. Grundsätzlich sehe ich ein, dass irgendjemand die Entsorgung zahlt, zur Not auch ich, aber angemessen und ohne, dass man erst Wirtschaft und Jura studieren muss!
Viele Grüße, Antje
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d_r_m_s
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von d_r_m_s » Mi 9. Jan 2019, 08:08

ihr versteht das alles nicht ...

das Ganze ist unheimlich wichtig, denn wie sonst könnte man hunderttausende von Leuten (nicht nur mit dieser Massnahme) beschäftigen, die zu wenig mehr fähig sind als Strasse zu kehren ... oder andere Leute zu nerven ... und jeder dieser Jobs erhöht das BIP, und je höher das BIP, desto niedriger die Staatsverschuldung ... natürlich nur in %/BIP ... aber das ist der 'relevante' Faktor in Statistik und EU ...

was würde das an 'Arbeitsplätzen kosten', wenn nur die paar Hersteller von Verpackungen Verpflichtungen bekämen und man sich einfach damit abfinden würde, den Krempel über die Wertstoffsammlungen zurück zu holen ... wie es m.E. auch bei weit mehr als 90% der Menge geschieht ...

bei Grosskonzernen, die an Privatkunden verkaufen, ist es ja noch halbwegs einsehbar ... aber wie viele Leute bringen denn ihre Riesenkartons von Computer, Fernseher, Küchengeräten wieder zum Verkäufer ... solange es zerkleinert in die Wertstofftonne passt kommt es bei uns da rein ... und bei vielen anderen landet es verbotenerweise im nächsten Sperrmüll, aber das kümmert hier auch niemanden ... Kleinverpackungen landen sowieso meist im 'Müll' ...

also mindestens 90% unnötige Bürokratie, 'Arbeitsbeschaffungsmassnahmen' und 'Wirtschaftsförderung' ... wie üblich ...

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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von dn50718 » Fr 11. Jan 2019, 19:40

Moin,
ich bin nicht gewerblich bei Booklooker tätig, insoweit sind meine paar Verkaufsanzeigen von dieser obskuren bürokratischen Albernheit nicht betroffen.

Was ich bei meinen Buchkäufen von gewerblichen, besser gesagt von Händlern, die "Kleinunternehmer" im Sinne des § 19 UStG sind, festgestellt habe, daß diese vielfach bereits einmal benutzte Versandtaschen weiterverwenden. Das ist nach meiner Auffassung echtes Recycling im allerbesten Sinne, nebenbei gesagt.

Ist denn nun so ein Hobby-Antiquariariat mit ein paar Hundert Buchverkäufen pro Jahr (wenn überhaupt soviele), das eine noch brauchbare gebrauchte Luftpolstertasche zum Versand benutzt, ein "Inverkehrbringer" oder gar "Hersteller"?
Das will mir nicht in den Kopp.

Die Verteufelung von Verpackungen aus der grünen und linksgrünen Ecke kennen wir ja schon seit langem. Ihren hygienisch einwandfrei gelieferten Joghurt wollen sie aber trotzdem löffeln. Das ist ein anderes Thema, paßt aber zu dem Bürokratiemonster, das den kleinunternehmenden Hobby-Buchhändlern einen weiteren Knüppel zwischen die Beine schmeißt.

Was einfach fehlt, ist eine Bagatellgrenze für den kleinen Online-Buchhandel. Die lachhaften 10 kg Luftpolstertaschen und Kleinkartons pro Jahr, die da anfallen, stehen in keinem Verhältnis zu dem Styropor- und Polyäthylen-Abfall, der bei dem ganzen Chinaramsch verpackungsmäßig enthalten ist, den sich die Generation Doof (ISBN 978-3-404-60596-5) per Ammazock oder Alibabba online ordert.

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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von briefmarkenjaeger » Fr 11. Jan 2019, 21:24

dn50718 hat geschrieben:
Fr 11. Jan 2019, 19:40
Ist denn nun so ein Hobby-Antiquariariat mit ein paar Hundert Buchverkäufen pro Jahr (wenn überhaupt soviele), das eine noch brauchbare gebrauchte Luftpolstertasche zum Versand benutzt, ein "Inverkehrbringer" oder gar "Hersteller"?
Sofern man nicht nachweisen kann, dass die gebrauchte Luftpolstertasche schon einmal lizensiert war, so wird man offiziell als Hersteller betrachtet.
dn50718 hat geschrieben:
Fr 11. Jan 2019, 19:40
Was einfach fehlt, ist eine Bagatellgrenze für den kleinen Online-Buchhandel. Die lachhaften 10 kg Luftpolstertaschen und Kleinkartons pro Jahr, die da anfallen, stehen in keinem Verhältnis zu dem Styropor- und Polyäthylen-Abfall, der bei dem ganzen Chinaramsch verpackungsmäßig enthalten ist, den sich die Generation Doof (ISBN 978-3-404-60596-5) per Ammazock oder Alibabba online ordert.
Leider ist das Gegenteil der Fall. Bei meinem Entsorgungsdienstleister kommt sogar zusätzlich noch eine Systemkostenpauschale von 7,14 Euro hinzu, egal ob der Händler nur 1 kg oder 100 Tonnen Verpackungsmaterial lizensiert.

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d_r_m_s
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von d_r_m_s » Mo 14. Jan 2019, 22:15

grosser Erfolg:

Epoch Times: Bereits 130.000 Firmen im neuen Verpackungsregister
https://www.epochtimes.de/politik/europ ... 65172.html
...
130.000 Firmen haben sich bis Montag beim neuen Verpackungsregister angemeldet. Das teilte die Chefin des neuen Verpackungsregisters Lucid, Gunda Rachut, mit. Damit seien 70.000 Unternehmen mehr registriert als bisher bei den dualen Systemen, die für das Recyceln der Verpackungen zuständig sind
...
Das Register gleicht diese Angaben mit den Angaben der dualen Systeme ab – damit werde öffentlich nachvollziehbar, welche Unternehmen ihrer Produktverantwortung auch nachkommen. Auch Verbraucher können dort nachschauen
...
nanu ... versuchen sie es jetzt über sozialen Druck statt über Abmahnungen ? :mrgreen:

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