Alte Bücher auf den Index!

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bücherwurm03
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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von bücherwurm03 » Mo 14. Jan 2013, 20:52

@nanoq: es wurde so gelöst, dass der nichtraucher spätestens auf der nächsten seite ein bußgeld für eine ordnungswidrigkeit bezahlen muss...lalso ungehindertes paffen ist nicht mehr :mrgreen:

nanoq
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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von nanoq » Di 15. Jan 2013, 20:29

bücherwurm03 hat geschrieben:dass der nichtraucher spätestens auf der nächsten seite ein bußgeld für eine ordnungswidrigkeit bezahlen muss
Gut zu wissen. :mrgreen:
Dann brauche ich die aktualisierte Fassung davon nicht, mit Bußgeldern habe ich bereits anderweitig genug zu tun.

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spiralnebel111
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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von spiralnebel111 » Mi 16. Jan 2013, 07:39

bücherwurm03 hat geschrieben:@nanoq: es wurde so gelöst, dass der nichtraucher spätestens auf der nächsten seite ein bußgeld für eine ordnungswidrigkeit bezahlen muss...lalso ungehindertes paffen ist nicht mehr :mrgreen:
Das ist nicht Dein Ernst!
Oder?

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d_r_m_s
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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von d_r_m_s » Do 17. Jan 2013, 17:01

da suche ich nach einer alten Diskussion, und finde euch alle hier aktiv ... :D

meine Einstellung zu unnötiger PC ist bekannt, mit Rücksichtnahme hat das meist sowieso nichts (mehr) zu tun ... hier noch ein schöner Kommentar:

Spiegel: Political Correctness: Auf dem Weg zur Trottelsprache :P
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 78115.html
...
Man kommt schnell in Untiefen, wenn man sich auch sprachpolitisch als Kosmopolit erweisen will. Niemand fliegt heute mehr nach Bombay. Alle Welt reist stattdessen nach Mumbai ... Leider ist Mumbai keine Erfindung indischer Freiheitskämpfer, die nachträglich das koloniale Erbe abschütteln wollen, sondern ein Begriff der Hindu-Nationalisten, die mit dieser Umbenennung ihren Machtanspruch gegen die Muslime demonstrieren [Autsch !]
...
Auf Ausländer folgt Migrant, auf Migrant der Mensch mit Migrationshintergrund. Wenn auch das pejorativ klingt, wendet man sich der anderen Seite zu und spricht von Pass- beziehungsweise Bio-Deutschen [Rassist !]
...
Wer Minderheiten in Sprachwatte packt, weil sie angeblich so kränkungsempfindlich sind, kann sich offenbar nicht vorstellen, dass Stolz und Selbstbewusstsein dort groß genug sein könnten, um über ein paar Worte in einem Kinderbuch hinwegzusehen. Diese Geisteshaltung ist dem Neokolonialismus in jedem Fall sehr viel verwandter als dem vielbeschworenen Ideal der Emanzipation. [Bravo !]
Stellt sich für mich noch die Frage, wie weit der Weg von der Verbannung geistiger Kulturgüter zur Verbannung materiellen Kulturerbes aus der Öffentlichkeit ist - da gibt es sicher genug, was irgendjemanden stören könnte. :roll:

Bücherwurm14167
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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von Bücherwurm14167 » Do 17. Jan 2013, 18:51

d_r_m_s hat geschrieben: Stellt sich für mich noch die Frage, wie weit der Weg von der Verbannung geistiger Kulturgüter zur Verbannung materiellen Kulturerbes aus der Öffentlichkeit ist - da gibt es sicher genug, was irgendjemanden stören könnte. :roll:
Aktuell haben wir es ja schon: Wahlweise Schwaben oder Berliner in Berlin!

Eine kleine Boulevardzeitung, meine ich, wenn nicht sogar der Spiegel, berichtete über "Schändung" eines Denkmals von Käthe Kollwitz, auf das Spätzle gekippt worden waren. Sieht man "schänden" als bloßes Beschmutzen an, ist die Sache noch in Ordnung. Da "schänden" aber nach aktuellem Sprachgebrauch eher die Bedeutung des Entweihens hat, kam ich über ein Lachen nicht hinweg. Die Staatsanwaltschaft sah - nach letztem Stand - wenigstens davon ab, Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufzunehmen.

Ich überlege immer noch, ob das Erzählen von Witzen über Ostfriesen, Bayern etc. nicht doch als Volksverhetzung bestraft werden sollte. :mrgreen:
Grüße vom Bücherwurm
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Kibabu
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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von Kibabu » Do 17. Jan 2013, 21:36

Man möge die nächste Portion Spätzle doch bitte an mich spenden. Mit Soße wäre schön.
Vor uns: 5 Monate Dunkelzeit

nanoq
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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von nanoq » Fr 18. Jan 2013, 13:48

d_r_m_s hat geschrieben:Spiegel: Political Correctness: Auf dem Weg zur Trottelsprache :P
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 78115.html
Das führt jetzt natürlich immer weiter weg vom Thema Kinderbücher - aber dieser Beitrag auf Spiegel-Online enthält mal wieder ein schönes Beispiel dafür, dass eben nicht alles politisch korrekt ist, was so kolportiert wird.

Der Autor schreibt dort, "Eskimo ist out", das ist aber in dieser Absolutheit einfach nicht richtig. Es stimmt zwar, dass die Inuit lieber Inuit genannt werden möchten, aber es sind beileibe nicht alle eskimoischen Völker auch Inuit, denn das ist nur eine einzelne Bevölkerungsgruppe (die hauptsächlich in Kanada beheimatet ist). Der Begriff Eskimo ist dagegen eigentlich ein Überbegriff für die miteinander verwandten arktischen Völker. Besonders in Alaska gibt es durchaus Bevölkerungsgruppen, die sich ganz bewusst als Eskimos bezeichnen.

Und auf Grönland habe ich zwar nur Grönländer getroffen (also weder Eskimos noch Inuit) aber auch diese verwenden den Begriff "Eskimo" durchaus und zwar hauptsächlich im Zusammenhang mit ihren althergebrachten Sitten und Gebräuchen, so spricht man beispielsweise von "Eskimo-Sagen" oder von der "Eskimo-Kultur" ganz allgemein.


Ich hätte auch noch ein Beispiel dafür, dass das was an einem Ort politisch korrekt ist, woanders unrichtig sein kann: In Deutschland wird für Personen- oder Berufsbezeichnungen immer die weibliche und männliche Form verwendet, wenn es "korrekt" sein soll (nicht wahr, liebe Leserinnen und Leser?). Die diesbezügliche Diskussion in Dänemark ging in eine ganz andere Richtung, dort wurde genau so etwas nämlich als diskriminierend empfunden und es wird nur eine Form verwendet. Deshalb hat Deutschland mit Angela Merkel auch eine Kanzlerin, während in Dänemark mit Helle Thorning-Schmidt (die ebenfalls eindeutig eine Frau ist) en statsminister regiert.

Die Frage was politisch korrekt ist, lässt sich also nicht leicht und schon gar nicht allgemeingültig beantworten.

Und genau deshalb habe ich eben Bauchschmerzen damit, dass man Bücher, die in einer bestimmten Zeit entstanden sind und die in einem bestimmten Umfeld und in einer bestimmten Situation handeln, verändert und dem anpasst, was man hier und heute für "richtig" hält. Zumal man sie dann ja auch wieder ändern muss, wenn sich das Verständnis für das was "richtig" sein soll wieder ändert.

nanoq
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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von nanoq » Fr 18. Jan 2013, 13:51

Kibabu hat geschrieben:Man möge die nächste Portion Spätzle doch bitte an mich spenden. Mit Soße wäre schön.
Bitteschön.

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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von Summerhill1972 » Fr 18. Jan 2013, 18:45

nanoq hat geschrieben:
Kibabu hat geschrieben:Man möge die nächste Portion Spätzle doch bitte an mich spenden. Mit Soße wäre schön.
Bitteschön.
Hilfe, wenn Kibabu das alles ißt, dann wird sie garantiert platzen oder durch die Gegend kugeln. Bild
Für Büchernarren

"Könnte man Menschen mit Katzen kreuzen, würde dies die Menschen veredeln, aber die Katzen herabsetzen." Mark Twain

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Kibabu
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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von Kibabu » Fr 18. Jan 2013, 22:31

Oh danke, ich nehme die mit den Champignons.
Vor uns: 5 Monate Dunkelzeit

Moranda
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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von Moranda » Sa 19. Jan 2013, 00:15

Hallo Zusammen,

ihr müßt mir das mal erklären, was sollen die Spätzle auf Käthe Kollwitz.
Soweit ich das mitbekommen habe, hat der Herr Thierse Probleme damit,
dass die da wohnenden Schwaben, die Brötchen, die in Berlin Schrippen heißen,
Semmeln nennen. Aber Käthe Kollwitz war keine Schwäbin. Ich hab sie extra noch
mal gegoogelt, die kam aus Ostpreußen und ist in Berlin gestorben.

Bücher neu zu verfassen, kann bei ganz alten Büchern schon sinnvoll sein, da hat
sich die Sprache stark verändert. Die Begriffe sind nicht mehr verständlich.
Worte wie z.B. artig, bedeuten heute etwas anderes wie damals.
Aber das umschreiben von Begriffen, die man für diskriminierend hält, die aber
gar nicht so gemeint sind, finde ich albern, übrigens genauso albern, wie
sich darüber zu ärgern, wie mein Nachbar die Brötchen bezeichnet.

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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von d_r_m_s » Mi 23. Jan 2013, 11:03

nanoq hat geschrieben:
d_r_m_s hat geschrieben:Spiegel: Political Correctness: Auf dem Weg zur Trottelsprache :P
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 78115.html
Das führt jetzt natürlich immer weiter weg vom Thema Kinderbücher
...
das lässt sich eigentlich nicht trennen ...

selbst wenn es die aktuellen Eingriffe in die Kinder- und Jugendliteratur noch nicht gäbe, was wir im täglichen Leben als Erwachsene akzeptieren, wird für die Zukunft zur Norm ... und es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis es geändert werden muss, weil es angeblich ja sowieso sonst niemand mehr versteht ...

hier noch ein Link zu einem auch sehr gemischten Thread ...
http://www.dasgelbeforum.de.org/mix_ent ... category=0

sehr interessant finde ich den Beitrag zu TKKG ... eigentlich sollte man aus dieser Darstellung lernen, dass man selbst mit Vorurteilen über bestimmte Gruppen (und die hat jeder, auch die, die es sich nicht eingestehen wollen) konkrete Personen doch einfach als Menschen sieht ... ein vorsichtiger 'Erstkontakt' ist in den seltensten Fällen ein Fehler ... und Menschen sind nicht perfekt, warum sollten es Figuren aus der Literatur sein ?

die Tirade von Dr. Specht muss ich mir noch auf dem anderen Rechner anschauen ...

und zum Schluss noch etwas zu ungewolltem PC-Rassismus:
...
Der 22-seitige Sprachleitfaden für die Stadtverwaltung verbietet beispielsweise das Wort «Fussgängerstreifen». Neu soll man stattdessen «Zebrastreifen» schreiben und sagen
...
ach, wirklich ?

da denke ich an den alten Witz:

Was sagt ein Schwarzer auf dem Fussgängerstreifen/Zebrastreifen ?
Man sieht mich, man sieht mich nicht, man sieht mich ...

das steckt im Zebrastreifen quasi mit drin ... dieser latente Rassismus der Sprache muss um jeden Preis ausgemerzt werden ... am besten schafft man diese Sonderrechte für FussgängerInnen komplett ab ... freie Fahrt für freie Menschen ... :P

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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von d_r_m_s » Sa 4. Mai 2013, 10:34

weil PC doch so ein wundervolles Beispiel dafür ist, wie sich etwas am Anfang wohl gut Gemeintes auswachsen kann ...

Spiegel: S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: "Sag das Wort nicht"
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 96469.html
Es braucht nicht viel, um linksfühlende Menschen in Aufregung zu versetzen. Wie wenig dazu ausreicht, zeigt der Eklat auf einem "taz"-Kongress. Manchmal genügt hierzulande schon ein einziges Wort
...
bei einem Panel zur korrekten Sprache, entgleisten die Dinge so, dass mehrere Zuhörer unter Protest den Raum verließen - ein Eklat, der gottlob alles andere in den Schatten stellte, inklusive meines Auftritts. Moderator Deniz Yücel hatte den unverzeihlichen Fehler begannen, aus Texten vorzulesen, in denen das sogenannte "N-Wort" vorkommt, darunter die berühmte Rede von Martin Luther King aus dem Jahr 1963.

Erst hielten sich Leute im Publikum die Ohren zu, ein Abwehrreflex, der Yücel an "katholische Nonnen" erinnerte, "die versehentlich auf Youporn landen", wie er später schrieb. Dann riefen die Teilnehmer immer wieder empört: "Sag das Wort nicht, sag das Wort nicht"
...
leider gibt es ja so viele verbotene Worte, dass man mit 'du-weisst-schon-wer' und 'du-weisst-schon-was' nicht weit kommt ... wie sich Martin Luther King heute wohl in der Diskussion über Diskriminierungen bezeichnen würde ?

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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von d_r_m_s » Fr 12. Jul 2013, 11:15

an alle, die es stört, wenn selbst in alten Büchern klassische Geschlechterrollen ausgemerzt werden sollen ... gehört alles zum Gender-Mainstreaming ... und wer das kritisiert kommt auf die Liste ...

Spiegel: Geschlechterforschung: Vorsicht, Gender-Gegner!
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 10563.html
...
Die Heinrich-Böll-Stiftung hat eine Broschüre herausgegeben, in der sie sich mit der Kritik an der Gendertheorie auseinandersetzt. Die Autoren unterscheiden darin "fünf Gruppen von Gender-Gegner_innen" beziehungsweise "Anti-Feminist_innen"
...
Jetzt finde ich seinen Namen neben dem christlicher Fundamentalisten und sogenannter "Wissenschaftlichkeitswächter", die bis heute an die Evolutionsbiologie glauben. Vor sechs Jahren hat mein Kollege einen Text geschrieben, in dem er den Sinn staatlich finanzierter Programme anzweifelte, die der Idee zum Durchbruch verhelfen sollen, dass Geschlecht vor allem ein soziales Konstrukt sei und nichts Biologisches
...
"Es wäre verzerrend, die Kritik eines SPIEGEL-Redakteurs mit der der FPÖ oder gar der NPD gleichzusetzen", steht zur Warnung in der Einleitung der Gender-Broschüre. "Es gibt jedoch durchaus argumentative Schnittstellen ..."
wahrscheinlich sind die Diskutanten eines Bücherforums auch noch zu unwichtig, um sie direkt erfassen zu wollen ... aber man sollte das nie vergessen ... Kritik am derzeitigen PC-Gender-Mainstream beinhaltet automatisch "argumentative Schnittstellen" zu rechtsextremem Gedankengut ...

es wird wirklich Zeit für ein paar neue Emanzipationsbewegungen ... es gibt in Deutschland deutlich mehr Diskriminierung als die offiziellen Statistiken wahrhaben wollen ... :twisted:

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Re: Alte Bücher auf den Index!

Beitrag von spiralnebel111 » Fr 12. Jul 2013, 16:55

Was irgendwann mal gutwillig angefangen wurde, hat sich anscheinend verselbstständigt. Hütet Eure alten Bücher!

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