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 Betreff des Beitrags: Re: Neuigkeiten aus Tharon
BeitragVerfasst: Di 1. Nov 2016, 22:09 
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Registriert: Do 21. Jun 2007, 21:34
Beiträge: 149
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Hallo liebe Fantasy-Fans,

hier mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Ich würde an dieser Stelle gern einen Teil des ersten Kapitels meines aktuellen Projektes einstellen, damit ihr auf den Geschmack kommt :D
Noch immer (stöhn, jammer) schreibe ich am zweiten und letzten Teil von "Der Aufstieg von Tharon", der eigentlich den Beginn der gesamten Tharon-Reihe ausmacht und die Vorgeschichte zu "Der Kaiser von Tharon" und "Der Erbe von Tharon" darstellt.

Rein schreibtechnisch bin ich derzeit gefühlt am Ende des ersten Drittels dieses Teils - es dauert also noch ein wenig, bis auch dies zu einem eBook der Reihe wird. Aber trotzdem nun ein kleiner Ausschnitt ... sozusagen ein Trailer aus dem neuen Band. Biddeeschöööön:


Zwei Brüder
Die beiden Reiter ließen ihre Tiere rasend schnell über die Ebene galoppieren und trieben sie mit juchzenden Rufen und ihren Fersen zu noch größerer Eile an. Dabei kreuzten sie ständig ihre Wege, als wollten sie sich gegenseitig necken und behindern. Dann wieder ritten sie in nahezu halsbrecherischer Weise dicht nebeneinander her und versuchten ständig, sich zu überholen. Es war ein wilder Wettritt zwischen den beiden Brüdern – und er war noch nicht entschieden.
Der eine der beiden jungen Männer besaß blondes, etwa schulterlanges und leicht lockiges Haar, das im Wind wehte. Das Haar seines Bruders war dagegen dunkel und er trug es tharonisch kurz. Beider Statur war ähnlich kräftig und hochgewachsen. Der dunkelhaarige junge Mann besaß etwas schmalere Schultern, dafür war er eine halbe Handspanne größer, als der andere. Sie trugen beide hellblaue Reithemden und enge, bis knapp unter die Knie reichende, ungefärbte Baumwollhosen. Zudem hatten sie rote Reitmäntel umgeworfen, die ihnen wie Banner hinterher flatterten.
Sich noch immer im Wettstreit befindend steuerten sie einen einsam in der Ebene stehenden Baum an, der offensichtlich ihr Ziel darstellte. Der blonde junge Mann trieb sein Tier noch einmal mit einem Zuruf an und erhielt eine halbe Pferdelänge Vorsprung, doch sein Bruder ließ das nicht lange zu und holte wieder auf. Kurz bevor sie an dem Baum angelangten, schlug der dunkelhaarige junge Mann einen Haken vor dem anderen Pferd und nötigte es dazu, auszuweichen, so dass er vor seinem Bruder am Ziel ankam und jubelnd die Arme hochriss.
„Du Schuft, du hättest mich niemals besiegt, wenn ich nicht auf dich Acht gegeben hätte und dir ausgewichen wäre“, lachte der Blonde und sprang neben dem Baum vom Pferd, um sich zu seinem Bruder ins von der Hitze verdorrte Gras zu setzen.
„Du kannst nur nicht zugeben, dass ich der bessere Reiter von uns beiden bin, Bruderherz“, antwortete der andere junge Mann grinsend.
„Der Wahnsinnigere, nicht der Bessere“, wurde dieser berichtigt.
„Dies ist der letzte Tag in Freiheit, Toren. Weshalb sollten wir uns nicht auch ein wenig dem Wahnsinn hingeben?“, bemerkte der Dunkelhaarige etwas nachdenklicher und sah seinen Bruder ernst ins Gesicht.
Toren zupfte einen langen Halm des trockenen Grases neben sich raus und kaute darauf herum. „Was ist los mit dir, Pargon? Fürchtest du dich vor dem morgigen Tag?“
„Nein, Furcht ist es nicht. Nur ... Respekt vor der Aufgabe, ... vor dem Ruf, dem ich, dem ... wir verpflichtet sind“, antwortete Pargon leise.
„Mach dir keine Gedanken. Vater wird stolz auf uns sein, du wirst sehen. Wir werden in der Armee Abenteuer erleben und gemeinsam die Feinde Tharons in die Schranken weisen“, versuchte Toren seinen Bruder aufzumuntern. Er war schon immer der Optimistischere von beiden gewesen, während Pargon ehrgeiziger und auch zielstrebiger war. Doch das führte manchmal auch dazu, dass dieser seine eigenen Erwartungen an sich zu hoch steckte, um dann sein Scheitern eingestehen zu müssen, was ihm äußerst schwer fiel.
„Ich hoffe, wir bekommen wirklich bald die Gelegenheit, gegen die Feinde Tharons zu kämpfen. Nicht dass sie uns in eine der abgelegenen Provinzen schicken, in denen nichts geschieht und man sich zu Tode langweilt“, äußerte Pargon besorgt.
„Vielleicht können wir die Tausendschaften im Norden unterstützen“, antwortete sein Bruder.
„Pah, das wäre reine Zeitverschwendung. Der angebliche Feind dort existiert doch überhaupt nicht mehr. Was will Tharon in dieser Einöde?“
„Doch, er existiert noch, denn er wurde nicht vernichtet – ich selbst habe ihn als kleines Kind erlebt und Vater hat auch gegen ihn gekämpft, erinnere dich, Pargon“, beharrte Toren.
„Wie auch immer, seit vielen Jahren ist in dieser Gegend nichts mehr geschehen. Wenn ich bedenke, dass der alte Kaiser sogar seinen Thron dorthin verlegen wollte, weil er die Landschaft so sehr liebte. Zum Glück ist er ...“
„Ja, Hastria ist tot, aber auch Persivan wird so weise sein, die Truppen weiter in Welcania und Kayhlien zu lassen, denn der Feind kann plötzlich wieder zuschlagen.“
„Ach, mein Toren“, sagte Pargon mit gespieltem Mitleid und legte seinem Bruder die Hand auf die Schulter. „Deine Kindheitserinnerungen, die wohl oft nur deiner Fantasie entsprungen sind, beeinflussen dich noch immer. Lass sie los, denn diesen Feind, den du fürchtest, der wird nicht wiederkommen. Tharon hat ganz andere Probleme. Die arroganten Alven im Südosten, die sich einfach ein riesiges Stück Land nahmen und sich den Anweisungen des Kaisers widersetzen, sollten uns viel eher interessieren. Diese Halbgeister aus der Vergangenheit müssen endlich begreifen, dass ihre Epoche vorüber ist.“
„Die Alven sind meiner Meinung nach nicht unsere Feinde“, widersprach Toren nachdenklich. „Aber sei es nun, wie es wolle. Wir werden schon dort hinkommen, wo wir gebraucht werden. Vater hat mit Sicherheit ein gutes Wort für uns eingelegt.“
„Genau das befürchte ich auch“, antwortete Pargon halb ernst. „Komm, lass uns wieder zurückreiten, es wird dunkel sein, bis wir in Tharon ankommen“, fuhr er fort. Beide jungen Männer bestiegen ihre Pferde wieder und ritten diesmal gemächlich den Weg, den sie hergekommen waren, zurück. Die Sonne senkte sich bereits deutlich dem Horizont entgegen und ihre orange-roten Strahlen färbten die hellen Felsen des Karstgesteins im Südosten in goldene Töne ein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Neuigkeiten aus Tharon
BeitragVerfasst: Sa 24. Dez 2016, 16:32 
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Registriert: Do 21. Jun 2007, 21:34
Beiträge: 149
Wohnort: Salzgitter
Hallo liebe Fantasy Fans,

ich wünsche euch und Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein neues (hoffentlich fantastisches!) Jahr.

Wir lesen uns!

Björn Harmening

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 Betreff des Beitrags: Re: Neuigkeiten aus Tharon
BeitragVerfasst: So 5. Feb 2017, 19:11 
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Registriert: Do 21. Jun 2007, 21:34
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Hallo liebe Fantasy-Fans,

hier mal wieder ein kurzer Abriss über mein aktuelles Projekt. Ich schreibe noch immer am zweiten und letzten Teil von "Der Aufstieg von Tharon" und somit an der Vorgeschichte zur gesamten Tharon-Saga. Hier vielleicht mal etwas aus der Praxis des Fantasy-Schreibens, denn zu einer guten Geschichte gehören natürlich auch verschiedene Völker und ihre Kulturen dazu.

Wer diesen Tread verfolgt hat, wird vielleicht schon erfahren haben, dass die Geschichte der Saga insgesamt in einer Art Spätantike spielt - allerdings in einer imaginären natürlich - deshalb braucht es da auch entsprechende Sprachen. Da ich faul bin, habe ich mir einfach erlaubt, die Alven und die Menschen aus dem Westen in einem Dialekt reden zu lassen, den ich mir aus dem Gälisch/Keltischen geklaut habe. Diese Sprache klingt einfach nach Fantasy, ich kann es nicht anders sagen :D

Weiterhin kann man sich auch mit Latein (ebenfalls etwas abgewandelt) helfen, um Namen alter Gottheiten etc. zu kreieren. So heißt ein Schlangenwesen aus dem aktuellen Teil Anghuisa, was ohne h in der Mitte einfach Schlange auf Latein bedeutet (aber nicht weitersagen 8, ok?).

Insgesamt ist zu berichten, dass ich mit der Rohfassung jetzt ungefähr zu einem Drittel fertig bin (die Geschichte wächst und wächst - ich kann es doch auch nicht ändern :shock: ). Leserinnen und Leser des ersten Teils, der aber eine abgeschlossene Geschichte an sich bildet, bitte ich deshalb noch um etwas Geduld. Die anderen Teile der Tharon-Saga stehen ja wie bereits mehrfach hier beschrieben auf meiner Autorenseite bei Amazon als eBook oder im TB-Format bereit.

So viel zunächst zu den Neuigkeiten aus Tharon. Ich bin dann mal wieder weg und schreibe ...

Wir lesen uns!

Björn Harmening

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 Betreff des Beitrags: Re: Neuigkeiten aus Tharon
BeitragVerfasst: So 26. Feb 2017, 18:46 
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Registriert: Do 21. Jun 2007, 21:34
Beiträge: 149
Wohnort: Salzgitter
Hallo liebe Fantasy-Fans,

hier mal wieder ein kleiner Ausschnitt aus dem aktuellen Projekt, der eine bevorstehende Schlacht um das Welkenland beschreibt. Der Krieg überzieht die tharonische Provinz und die Lage der Verteidiger ist alles andere als hoffnungsvoll. Doch lest selbst. Ich hoffe, dieser kleine "Happen" macht Appetit auf mehr ... :D

Jede einzelne Einheit der Armee und der freiwilligen Welcanier bekam ihren Platz in der Verteidigungskette entlang des Waldrandes zugeteilt und so bewegten sich die Männer schnell und zielgerichtet durch den Wald. Baaron Tyras hatte versucht, die Kämpfer in der kurzen Zeit so gut wie möglich vorzubereiten und er hoffte, dass die Maßnahmen, die sie getroffen hatten, Wirkung zeigten. Er hatte vor, zunächst die wirkungsvollen Kriegsmaschinen der tharonischen Armee einzusetzen, um den Feinden möglichst hohe Verluste zu bereiten, denn er wusste, dass sie zahlreich angreifen würden. Ein paar weitere Überraschungen sollten dann ebenfalls zur Abschreckung und schließlich zum Sieg führen, wie der tharonische Offizier hoffte. Er wusste, welch ein grausamer und unbeirrbarer Gegner hier auf seine Männer wartete, von denen die meisten noch nie gegen diesen Feind gekämpft hatten.

Zwei Stunden nach dem ersten Signal auf den Wachtürmen war der größte Teil der Armee und ihrer Verbündeten an ihrem Platz und die Männer starrten auf die Ebene, wo sich der Feind inzwischen deutlich sichtbar näherte. Es war ein wahrhaft erschreckendes und furchteinflößendes Bild, welches sich den Soldaten bot. Schier endlos lange Reihen von gut gepanzerten Wartankriegern führten einen Tross von ihnen folgenden, riesenhaften, vierbeinigen Wesen mit zottigem Fell und gewundenen Stirnhörnern an, die schwere Maschinen und Türme zogen. Diese Front verbarg den Blick auf das, was danach noch folgte, doch allein die Geräuschkulisse verriet, dass sich auch dahinter noch eine große Anzahl an Kriegern befinden musste. Der ersten Einschätzung der Tharoner zufolge, waren sicher an die dreißigtausend Feinde im Anmarsch, die nur etwa ein Drittel so viele Verteidiger gegen sich hatten.

Viele der tharonischen Soldaten und Welcanier verloren angesichts dieser deutlichen Übermacht ihren Mut und wankten, so dass ihre Offiziere viel damit zu tun hatten, die Reihen geschlossen zu halten. Die Männer beteten zu den Göttern und hofften, dass sie diesen Tag irgendwie überleben würden. Und dennoch waren auch viele darunter, die sich fest entschlossen diesem Gegner stellen wollten, denn sie kämpften für ihre Familien und ihre Dörfer und sie kannten die alten Geschichten über den Feind aus dem Norden, der alles Leben auslöschen wollte. Seine Kreaturen lebten nur für den Hass und verbreiteten den Tod – und dem wollten sich die Männer entgegenstellen ...

Das war der Ausschnitt - ich hoffe, er hat gefallen. Weiterhin viel Spaß beim Lesen der Tharon-Saga.

Björn Harmening

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