Die Wand - von Marlen Haushofer

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Sentenient
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Die Wand - von Marlen Haushofer

Beitrag von Sentenient » Mi 1. Mai 2019, 22:50

Die Geschichte ist die einer Frau mittleren Alters, die, eingeschlossen hinter einer unsichtbaren Wand, mehrere Jahre in einer Jagdhütte als Selbstversorgerin lebt. Der Roman erinnert an Thomas Glavinic´s "Die Arbeit der Nacht".

Marlen Haushofer schreibt, die Zügel fest in der Hand: ein gleichmäßig dahinfließender Text, der einen gerade deshalb fesselt, weil er unaufgeregt und sachlich die Dinge der Selbstversorgerin wieder gibt. Die reduzierte, surreale Geschichte, die auf den ersten Blick inhaltsleer wirken könnte, besticht durch einen gut beobachteten Alltag. Im letzten drittel des Buches kommt die Autorin auf existenzielle Fragen zu sprechen: "Ich begriff, dass alles, was ich bis dahin gedacht und getan hatte, oder fast alles, nur ein Abklatsch gewesen war. Andere Menschen hatten mir vorgedacht und vorgetan. Ich musste nur ihrer Spur folgen. Die Stunden auf der Bank vor der Hütte waren Wirklichkeit, eine Erfahrung, die ich persönlich machte, und doch nicht vollkommen."


Empfehlung: Dieses Buch wirkt aufgrund seines gleichmäßigen Tempos entschleunigend! 8)

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