Alexander Oetker: Zara & Zoë: Rache in Marseille

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subechto
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Alexander Oetker: Zara & Zoë: Rache in Marseille

Beitrag von subechto » Mo 6. Mai 2019, 16:54

Brennpunkt Banlieue

Nach der Ermordung der 14-jährigen Aïcha treffen Zara, Profilerin bei Europol, und ihre verfeindete Zwillingsschwester Zoë, die für die korsische Mafia tätig ist, in Marseille aufeinander.
Aïcha ist die Tochter Senegalesischer Einwanderer. Wer hat sie ermordet und warum?
„Zara & Zoë: Rache in Marseille“ ist mein erster Roman von Alexander Oetker. Seine Aquitaine-Krimis kenne ich nicht. Es geht um den Kampf gegen den Terror, Rechtspopulismus und Clankriminalität. Die Sprache ist stellenweise derb, passt aber zum Milieu.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Zoe ist mir sofort ans Herz gewachsen. Harte Schale, weicher Kern. Mit Zara bin ich bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Ihr Kollege Isaakson kommt dagegen sympathisch rüber.
Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Immer mal wieder sind Zeitungsberichte eingestreut. Man merkt gleich, dass der Autor Frankreich-Experte und politischer Journalist ist. Denn die Hintergründe sind bestens recherchiert.
So realistisch die Zustände in Frankreich beschrieben werden, so konstruiert ist der Plot. Alles in allem eine Geschichte, die für meinen Geschmack etwas spannender hätte sein können. Nichtsdestotrotz würde ich mich über eine Fortsetzung freuen.

Fazit: Aktueller, brisanter Thriller, der in Südfrankreich verortet ist und mich gut und kurzweilig unterhalten hat.

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