zur deutschen geschichte verlag das neue wort stuttgart üblicher verlag dietz in berlin rarität?

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miha
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zur deutschen geschichte verlag das neue wort stuttgart üblicher verlag dietz in berlin rarität?

Beitrag von miha » So 20. Mär 2016, 06:34

huhu hab hier so ein paar alte schinken vom dachboden. wollte sie eigentlich verkaufen weiß aber nicht was die für nen wert haben. die bücher kommen aus dem verlag das neue wort stuttgart angezeigt werden mir aber nur examplare von dem verlag dietz aus berlin hab ich vielleicht ne besondere ausgabe ? würde mich freuen wenn mir einer helfen könnte sind ca 20 bücher insgesammt

williwu
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Re: zur deutschen geschichte verlag das neue wort stuttgart üblicher verlag dietz in berlin rarität?

Beitrag von williwu » So 20. Mär 2016, 10:10

Hm, "alte Schinken" ist keine sehr aussagekräftige Altersangabe. Meine Kinder betrachten alles von vor 1990 als richtig alt, ich alles von vor 1960, aber was sind dann Bücher von 1920 oder noch früher? Das kann man doch auch genauer angeben, ich empfehle dazu Jahresangaben.
Welchen potenziellen Wert ein bestimmtes Buch hat, kann man sowieso frühestens sagen, wenn man weiß, um welches Buch genau es sich handelt. Schrott bleibt Schrott, auch wenn er alt ist, und Verlage gehen eben auch gern mal unter, weil sie Schrott produzieren. Die Angabe "Ich hab da ein irgendwie altes Buch aus einem Verlag, den das Internet nicht kennt" ist als Info zur Wertermittlung eher schwach geeignet.

Die Geschichte des "Dietz-Verlages" kann bei Wikipedia nachgelesen werden. Wenn die Bücher von vor dem 2. Weltkrieg sind, dann vermute ich mal wild drauflos, dass es sich um eine Schriftenreihe, die womöglich "Das neue Wort" hieß des alten Dietz-Verlags handelt, der ab 1906 der SPD gehörte. In der DDR (bzw. sowj. Besatzungszone) wurde 1946 der Karl Dietz-Verlag gegründet, was zu Rechtsstreitigkeiten mit der SPD führte. Der DDR-Verlag war eine mal mehr, mal weniger freiwillige Fusion mehrerer kleinerer Verlage aus der Arbeiterbewegung. Falls es sich tatsächlich um einen Verlag "Der neue Weg" handelt, mag es auch sein, dass der sehr unbedeutend war und auch darin aufgegangen ist (damals ging in Deutschland eben noch viel drunter und drüber, da kann sogar ein Stuttgarter Verlag aus der Arbeiterbewegung sich dem ersten deutschen sozialistischen Staat verschrieben haben).

Also, wenn du wirklich etwas dazu wissen willst, dann sag einfach, wie die Bücher heißen und erzähl uns das Erscheinungsjahr, dann weiß vielleicht auch jemand mehr zu genau deinen Büchern.

Ach ja, vielleicht kann der immer noch existierende "Karl Dietz Verlag Berlin" dir ja auch weiterhelfen, fragen kostet nix. Und wenn es sich um wirklich wertvolle Bücher handelt, sind die womöglich für ihr Archiv selbst interessiert, irgendwer muss doch die Geschichte des deutschen Sozialmus, verzeihung, Sozialismus konservieren...

artco
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Re: zur deutschen geschichte verlag das neue wort stuttgart üblicher verlag dietz in berlin rarität?

Beitrag von artco » So 20. Mär 2016, 15:40

Allein bei Booklooker gibt es 191 Angebote von Büchern aus dem Verlag "Das Neue Wort".
Diese Bücher sind anscheinend alle oder zum großen Teil lizenziert vom Dietz Verlag, also keine Erstausgaben.

http://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/An ... +neue+wort
Zuletzt geändert von artco am So 20. Mär 2016, 19:55, insgesamt 1-mal geändert.

williwu
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Re: zur deutschen geschichte verlag das neue wort stuttgart üblicher verlag dietz in berlin rarität?

Beitrag von williwu » So 20. Mär 2016, 18:55

"Das neue Wort" scheint eine sozialistische Zeitschrift zwischen 1946 und 1950 aus Stuttgart gewesen zu sein, deren Artikel dann im Auftrag im Dietz-Verlag in Buchform gebracht wurden. Der Verlag hieß wie die Zeitschrift. Man kann sich vorstellen, dass so ein Verlag in der jungen BRD, und dann noch in Stuttgart, keine große Überlebenschance hatte. Sollten deine Bücher also gar keine Bücher sondern gebundene Zeitschriften sein?

Hinweis: https://books.google.de/books?id=ds5q91 ... rt&f=false

artco
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Re: zur deutschen geschichte verlag das neue wort stuttgart üblicher verlag dietz in berlin rarität?

Beitrag von artco » So 20. Mär 2016, 19:59

[quote="williwu"]"Das neue Wort" scheint eine sozialistische Zeitschrift zwischen 1946 und 1950 aus Stuttgart gewesen zu sein,

Stalins Werke z.B. erschienen als Zeitschriftenartikel? Eher unwahrscheinlich.

williwu
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Re: zur deutschen geschichte verlag das neue wort stuttgart üblicher verlag dietz in berlin rarität?

Beitrag von williwu » So 20. Mär 2016, 20:25

Wie genau die Zusammenhänge waren, weiß ich natürlich nicht. Jedenfalls gab es in der Zeit einen sozialistischen Zeitschriftenverlag mit dem Namen aus Stuttgart und es gibt einen Zusammenhang zwischen diesem und dem ebenfalls sozialistischen Dietz-Verlag. "Die Zeit" bringt heutzutage ja auch DVDs mit bekannten Filmen heraus, warum sollen Stalins Werke damals nicht von einem Zeitschriftenverlag herausgegeben worden sein? Viele Verlage werden daran kein Interesse gehabt haben. Und wenn die Druckkapazitäten eines kleinen Nischenverlags nicht ausgereicht haben, dann suchte man sich auch damals sicher schon einen potenten Partner. Dass in der BRD auch sozialistische Literatur erschien, dürfte der SED-Führungsriege nicht unliebsam gewesen sein.
Zugegeben, das sind Spekulationen, wie miha das klären könnte, habe ich ihr/ihm ja bereits in meinem ersten Post vorgeschlagen.
Wir wissen ja auch gar nicht, um welche (bzw. was für) Bücher es sich handelt, nur, dass es alte Schinken sind.

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