Organisation und Lagerung

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Beta
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Organisation und Lagerung

Beitrag von Beta » Mi 29. Jul 2009, 00:24

Organisation und Lagerung

Wer in den Buchverkauf einsteigen möchte, sei es privat mit einigen oder als Händler mit über tausend Büchern, macht sich am Anfang meist Gedanken, wie er sie, insbesondere bei wenig Stauraum, am besten aufbewahren kann.
Des weiteren ist zu überlegen, ob ein Einstellen den Zeitaufwand lohnt, gerade wenn es sich um Massenware oder um Bücher handelt, die deutliche Gebrauchsspuren aufweisen. Ein ?Hobbyanbieter? mag die Zeit aufbringen können, um die Gebrauchsspuren aufzuführen und, um solch ein Buch zu verkaufen, auch eine Kurzbeschreibung zum Inhalt einzugeben.


Buchqualität

Bücher mit deutlichen Gebrauchsspuren werden i.d.R. selten verkauft, es sei denn, es handelt sich um Raritäten. Ob ein Buch selten ist, kann man entweder über die Suchmaske bei booklooker.de oder z.B. bei http://www.eurobuch.com herausfinden und zur Preisrecherche nutzen.

Um Ärger zu vermeiden, sollte eine möglichst genaue Beschreibung der Gebrauchsspuren erfolgen. Eine Einschätzung der Gebrauchsspuren ist oft eine recht individuelle Angelegenheit, so daß es für einen Interessenten wichtig ist, daß zumindest wesentliche Gebrauchsspuren beschrieben werden und keine pauschalen Angaben gemacht werden, welche Gebrauchsspuren ein Buch enthalten kann.


Lagerung

Für viele (Klein-)Anbieter stellt sich die Frage, wo sie ihre angebotenen Bücher lagern können. Kellerräume sind meist ungeeignet, da die Umgebungsbedingungen dort für Bücher selten zuträglich sind (Kälte, Feuchtigkeit); ähnliches gilt oft auch für Dachböden. Aus dem Grund werden die meisten versuchen, ihre Bücher in der eigenen Wohnung unterzubringen.
Hat man die Möglichkeit, in einem trockenen Keller oder Dachboden, der nach Möglichkeit auch gelüftet werden kann, empfiehlt sich ca. 10 cm Abstand zur Wand zu halten und in Kellerräumen die Bücher erhöht zu lagern (z.B. Palette unterstellen).

Am besten sind zum Lagern natürlich Regale geeignet. Wenn man sich nicht an der ungewohnten Optik stört, können die Bücher liegend aufbewahrt werden, wodurch sich mehr unterbringen lassen, als bei stehender Lagerung.

In Regalen mit größerer Lagerfläche können die Bücher auch in mittelgroße Kisten verpackt werden. Dies hat den Vorteil, daß die Bücher nicht verstauben und auch vor Gerüchen u.a. bis zu einem gewissen Grad geschützt sind (z.B. bei Raucherhaushalt) und man wesentlich mehr Bücher unterbringen kann als in einem normalen Bücherregal. Nachteil ist, daß die Kiste durchsucht werden muß, um das verkaufte Buch zu finden; daher ist es zweckmäßig, wenn die Kisten nicht zu groß sind.
Solche Kartons gleicher Größe kann man sich z.B. kostenlos beim Einzelhandel besorgen.
Es empfiehlt sich, die Kisten durchzunumerieren. Wenn man nicht allzu viele Bücher anbietet und deswegen keine Bestandsverwaltung durchführt, kann man außen einen Zettel an mit Booklooker-Artikelnummer, Autor und Buchtitel anbringen.

Bei einem Regallager empfiehlt es sich, die Regale und die Regalbretter durchgehend zu numerieren. (Bsp.: Das erste Regal erhält die Nummer 1, das erste Brett in diesem Regal die Nummer 1, so daß man als Kurzform die Nummer 1.1 erhält; das zweite Regalbrett hätte dann die Kurzform 1.2 usw.)

Bei größerem Bestand gleicher Titel mit unterschiedlichen Gebrauchsspuren kann man seinen Büchern zusätzlich Lagernummern (z.B. die Booklooker-Angebotsnummer) vergeben und an den Büchern anbringen; ansonsten dürften Regal- und Brettnummer zum Auffinden ausreichen.


Verwaltung des Bestands (Excel, Datenbank) und Pflege der eigenen Daten

Ab einem Angebot von mehr als ca. 300 Büchern stellt sich die Frage, wie man seine Bücher am besten verwaltet, um nicht zu viel Zeit mit Suchen zu verbringen, wenn ein Buch verkauft wurde.

Am einfachsten ist es, die eigenen aktuellen Angebote bei booklooker.de als Datei herunterzuladen und in einer Excel-Datei zu speichern.

:idea: Da die Datei zum Download sämtliche Angaben enthält, und die Bücher ungeordnet erscheinen, empfiehlt es sich, daß man die Druckübersicht aufruft. Diese kann man entweder nach Autor oder Bestellnummer sortiert anzeigen lassen. Anschließend läßt sich die Datei z.B. in Excel kopieren und speichern; man braucht lediglich noch eine Spalte für den Lagerort hinzuzufügen.
Das Kopieren der Daten in Excel ist wie folgt möglich:
- Druckversion aufrufen
- Excel öffnen
- Alles in der Druckversion markieren und kopieren (STRG+A, dann STRG+C)
- In Excel in das 1. Feld (A1) klicken und STRG+V eingeben
- Die Daten werden komplett nach Excel kopiert

Beim Eingeben neuer Bücher in eine bestehende Excel-Datei muß darauf geachtet werden, daß das neue Buch je nach Sortierung an der richtigen Stelle eingefügt wird.
In jedem Falle sollte man seine Daten entsprechend auf dem neuesten Stand halten und sichern, damit sie nicht verlorengehen.

Wer mit dem Datenbankprogramm Access versiert ist, kann die Zeit investieren, um zudem Verknüpfungen zu erstellen, in denen Kundendaten sowie eingegangene Zahlungen und Informationen zum Bestell- und Versanddatum verknüpft und gespeichert sind.
Wer diese Zeit nicht aufbringen kann bzw. sich damit nicht ausreichend auskennt, für den gibt es zum Verwalten des Bestands Antiquariatssoftware; diese ist i.d.R. ab einem gewissen Bestand kostenpflichtig. Es gibt auch Freeware, hier wird man allerdings bei Problemen auf einen Support verzichten müssen.

Wenn man auf verschiedenen Plattformen seine Bücher anbietet, kommt es vor, daß zeitnah ein und dasselbe Buch verkauft wird, noch bevor man es bei den anderen Plattformen löschen konnte.
Ob das Löschen eines verkauften Buchs auf anderen Plattformen durch Antiquariatssoftware erfolgt, ist aus der Produktbeschreibung nicht ersichtlich. Wenn nicht, oder wenn man ohne Software arbeitet, bleibt nichts anderes übrig, als seine Angebote so zeitnah wie möglich auf den anderen Plattformen zu löschen; wenn man nur per Vorkasse versendet, kann dies allerdings doppelte Arbeit bedeuten, wenn das Buch wider Erwarten nicht verkauft wird und man es erneut einstellen muß.

Zur Pflege der eigenen Daten gehört auch, seine Angebote durchzusehen. Insbesondere Bücher, die schon einige Jahre im Regal lagern, können sich mit der Zeit verschlechtern. Im Rahmen einer Inventur könnte diese Überprüfung mit durchgeführt und ggf. die Angaben zum Artikel bei booklooker.de angepaßt werden.
In diesem Zusammenhang kann ebenfalls überlegt werden, ob man sich nicht, wie weiter unten beschrieben, von solchen ?Ladenhütern? trennt, wenn sie nicht gerade selten sind und der Platz knapp zu werden droht.


Zeitmanagement

Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu verzetteln. Die wesentlichsten sind sicherlich Arbeitsorganisation und der Überblick über Bestellungen und Zahlungseingänge.

Wie man seine Arbeit organisiert, hängt hauptsächlich damit zusammen, in welchem Umfang man den Buchverkauf betreibt; bei kleingewerblichen oder Privatanbietern besteht die Gefahr, die Bearbeitung seiner Verkäufe mit privaten Pflichten und Aktivitäten zu vermischen. Hier ist zu überlegen, wie man sich ausreichend Freiraum schafft, um sich mit den Verkäufen und der Bestandsverwaltung in Ruhe zu befassen, nicht zuletzt auch, um Fehler zu vermeiden.

Ob per Hand oder in Excel bzw. einer Datenbank, hilft es, zu einer Bestellung folgende Daten zu erfassen:
Datum
- der Bestellung
- der Bestätigungsmail
- des Zahlungseingangs
- des Termins, zu dem eine Zahlung erfolgen sollte
- des Versands
Name und Adresse des Bestellers
Autor und Buchtitel
Gesamtpreis
Versandkosten
ggf. Datum einer Zahlungserinnerung mit der Fristsetzung
für Händler: Rechnungsnummer.

Anhand dieser Daten läßt sich ein rascher Überblick verschaffen.

Zeit kann auch dadurch eingespart werden, indem man ein Bestätigungsschreiben aufsetzt und abspeichert, das man für seine Verkäufe nutzt. Es brauchen dann nur die relevanten Daten eingesetzt zu werden.

Wie oben beschrieben, ist eine Liste mit den angebotenen Artikeln und ihrem Lagerplatz sinnvoll, um nicht zu viel Zeit mit der Suche zu vergeuden.

Bei Massenware ist zu überlegen, ob solche Bücher tatsächlich den Zeitaufwand lohnen oder ob man sie nicht lieber verschenkt, tauscht oder in einem Paket oder auf dem Flohmarkt anbietet, bevor man sie wegwirft. Im Zweifelsfalle finden sie in einer Kiste an den Straßenrand gestellt noch Abnehmer.
Beim Anbieten billiger Massenware sollte klar sein, daß der Aufwand im Vergleich zu den Verkaufsaussichten erheblich ist.

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