Marion Gülzow: Die Xylothek als Bibliotheksinstallation, bis 3. November BS

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JuMuPu
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Marion Gülzow: Die Xylothek als Bibliotheksinstallation, bis 3. November BS

Beitrag von JuMuPu » Di 25. Okt 2016, 22:11

Eine besondere Kunstausstellung, die auch und gerade Buchliebhaber anspricht, ist noch bis zum 3. November im Kunsthaus des Allgemeinen Konsumvereins e.V. (Näheres über diesen Verein und die Ausstellung siehe unter http://www.konsumverein.de) , Hinter Liebfrauen 2, 38100 Braunschweig zu sehen. Geöffnet ist immer donnerstags von 18 bis 22 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Am Sonntag führt die aus Hannover stammende Künstlerin von 15 Uhr an Gäste durch die Ausstellung, die aus einem sparsam bestückten Katalograum und der kleinen Xylothek besteht. Die Wand des ersteren trägt den Schriftzug "Wenn eine Bibliothek ein Spiegel des Universums ist, dann ist ein Katalog das Spiegelbild dieses Universums", ein Zitat aus Alberto Manguels Roman "Die Bibliothek bei Nacht".

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2006 hatte Marion Gülzow begonnen, leere, bei einem Umzug zurückgelassene Zigarrenschachteln zu umhüllen, innen und außen zu bekleben oder zu beschriften und mit besonderen Fundstücken, kleinen Gegenständen und unterschiedlichen Materialien zu füllen und auszugestalten, jeweils zu einem bestimmten Thema, von einer Person oder einem Begriff inspiriert und häufig mit biographischem Bezug. Zu dieser inzwischen 400 "Bände" umfassenden einzigartigen "Bibliothek", in Regalen angeordnet, gibt es auch Kataloge und einen Zettelkasten. Die Besucher dürfen, mit schützenden Handschuhen ausgestattet, einen Blick in die kleinen Schatzkästchen werden, in denen so viele Erinnerungen, phantasievoll kombiniert, bewahrt sind - eine anrührende Entdeckungsreise, die zum Träumen und Assoziieren einlädt. Unbedingt empfehlenswert!

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Re: Marion Gülzow: Die Xylothek als Bibliotheksinstallation, bis 3. Okt. in BS

Beitrag von JuMuPu » Mi 26. Okt 2016, 09:26

Unter der Titelzeile "Skurrile Entdeckungen auf dem Holzweg" stellt Regine Nahrwold in der Braunschweiger Zeitung vom 22. Oktober 2016 die Ausstellung vor. Auszugsweise heißt es dort:

Schon den Blick über die "Buch"rücken schweifen zu lassen, ist ein Vergnügen: Viele Kästen sind mit
schönen Papieren kaschiert, und neben Materialien wie Knöpfen, Steinen, Fell, Fotos und einem Glöckchen
machen Titel wie "Du sollst dich wappnen", "Preistabelle für Grubenhölzer (zugleich Kubiktabelle),
"Sinnpause", "Kopfsteinköpfe" oder "Im Duett mit Bruchstücken" neugierig auf den Inhalt. Schriftsteller
und Philosophen wie Arno Schmidt, Marcel Proust oder Friedrich Nietzsche haben Pate gestanden. [ ]
Hier warten Fingerhüte im Verein mit einer Efeuranke, dort blaue Glasfläschchen mit Augäpfeln, ein
anderes Mal eine Gummischallplatte, Nadeleinfädler, Hölzer, ein gebrauchter Tuschkasten oder die
stilisierte Form eines Kranichs. [Ende des Zitats]

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Vielen Dank an Hermann Wiedenroth (DAS BÜCHERHAUS, Bargfeld), der mich auf diese Ausstellung aufmerksam machte.
Besucher können Kataloghefte erwerben, die mit Originalfoto und Objektbeschreibung jeweils sieben der kleinen Exponate vorstellen, zufällig oder - auf Bestellung - auch gezielt wunschgemäß ausgewählt.
Zum Schluss noch ein Zitat aus dem Konzepttext der Künstlerin Marion Gülzow zur Xylothek (www.xylothek.de):

Ein Weiterarbeiten ist also geboten und wird sich auch in einer Optimierung der Katalogisierung fortsetzen. Denn die Dinge (des Lebens) verlangen nach einem Ort der Aufbewahrung jenseits der individuellen Zeitmöglichkeiten, um ihre universelle Schönheit zu entfalten. Dieses mag als Sichtbarmachung eines Proustschen Satzes gelten:
"Die Schönheit der Dinge wohnt hinter den Dingen, die der Ideen vor ihnen, so daß die erste aufhört, uns in Staunen zu versetzen, wenn wir zu den Dingen vorgedrungen sind, während man die zweite erst begreift, wenn man die Dinge hinter sich gelassen hat."

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