SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführung

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Marcus T. Cicero
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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von Marcus T. Cicero » Fr 11. Jan 2013, 23:59

kalokalokairi hat geschrieben:Überweisung aus der Schweiz nach Deutschland mit Umrechnung von Schweizer Franken in Euro dann aber "OUR" gewählt werden muss?
Das ist naheliegend. Es wäre verwunderlich, wenn es als Überweisender künftig nicht mehr möglich sein sollte, diese Kosten zu übernehmen.

In der bereits zitierten FAQ der Europäischen Komission (Punkt 9, S. 3 http://ec.europa.eu/internal_market/pay ... 009_de.pdf ) steht zu Frage der Gebühren für einen Währungsumtausch: "Die Festsetzung der Umtauschgebühren ist stets eine Geschäftsentscheidung des Zahlungsdienstleisters".

Aufschlussreich wäre es, wenn Tauti bei der Bank nachfragte, wie die 10 Euro-Gebühr konkret zustande kam.

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bookworms
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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von bookworms » Sa 12. Jan 2013, 15:45

Meine erste SEPA-Zahlung kam 2008 aus Belgien. Seither habe ich einige SEPA-Überweisungen aus verschiedenen Ländern gehabt, mehrmals auch aus der Schweiz, und bis auf ein Mal lief auch alles problemlos, schnell und das Geld kam in voller Höhe an.
Das Problem kam von unerwarteter Seite, war es doch eine Überweisung aus Österreich und der 'Bösewicht' war eine andere deutsche Bank.
Da ich bei meiner Bank keine Gebühren zahle, war ich ziemlich erbost, als mir etwa 40 Cent agezogen wurden. Erst hatte ich den Käufer in Verdacht, aber wenn er ohne IBAN und BIC überwiesen hätte, wären die Gebühren höher gewesen.
Daraufhin beschwerte ich mich bei meiner Bank und mir wurde mitgeteilt, dass es sich um Fremdgebühren einer anderen deutschen Bank handelte, also weder meine noch die des Käufers.
Wieso die da die Finger im Spiel hatten, weiß ich bis heute nicht. Ich habe mich allerdings ziemlich geärgert und diese Bank auch angeschrieben, aber das hat die nicht gejuckt = keine Reaktion...

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digitalis
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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von digitalis » Sa 12. Jan 2013, 16:18

bookworms hat geschrieben:Das Problem kam von unerwarteter Seite, war es doch eine Überweisung aus Österreich und der 'Bösewicht' war eine andere deutsche Bank.
Da ich bei meiner Bank keine Gebühren zahle, war ich ziemlich erbost, als mir etwa 40 Cent agezogen wurden. Erst hatte ich den Käufer in Verdacht, aber wenn er ohne IBAN und BIC überwiesen hätte, wären die Gebühren höher gewesen.
Daraufhin beschwerte ich mich bei meiner Bank und mir wurde mitgeteilt, dass es sich um Fremdgebühren einer anderen deutschen Bank handelte, also weder meine noch die des Käufers.
Wieso die da die Finger im Spiel hatten, weiß ich bis heute nicht. Ich habe mich allerdings ziemlich geärgert und diese Bank auch angeschrieben, aber das hat die nicht gejuckt = keine Reaktion...
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Verhalten der Bank korrekt war. Aber wegen so ein paar Kröten macht mensch leider nur begrenzt Aufstand. Das ging mir auch schonmal so - die Banken wissen das und verdienen sich an solch netten, kleinen, weit gestreuten Bescheissereien dumm und dämlich. Ich habe damals die Bank gewechselt, das war der letzte Tropfen, der das Ärgerfass zum Überlaufen brachte.
Aber das ist ein Aufwand!! Und wo ist, sie "gute" Bank? :twisted:
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bookworms
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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von bookworms » Sa 12. Jan 2013, 16:24

Na ja, es war ja nicht MEINE Bank... - mit der ich übrigens äußerst zufrieden bin!

Ruedin
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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von Ruedin » Di 15. Jan 2013, 22:22

kalokalokairi hat geschrieben:
spiralnebel111 hat geschrieben:Ich bin extrem verwirrt. Was kann man dann konkret machen, wenn ein nicht EU-Ausländer bestellt?
Du kannst nur den Käufer möglichst früh darauf hinweisen, dass er bei der Bezahlung darauf achtet, alle anfallenden Gebühren zu übernehmen.
Besser nicht. Die Standardeinstellung (zumindest bei Schweizer Banken) ist die Gebührenteilung. Das heisst, der Schweizer Kunde bezahlt beim Absenden die in der Schweiz anfallenden Gebühren, sofern seine Bank welche erhebt (variiert zwischen 0-7 Franken). Die Gebühren der deutschen Bank bezahlt der Empfänger, so sie denn anfallen – was der Kunde nicht wissen kann. Wählt er, alle Kosten zu übernehmen, bezahlt er dafür eine Pauschale, welche seiner Schweizer Bank garantiert alle Kosten decken, da diese im Voraus auch nicht weiss, was da alles anfällt. Diese Pauschale ist sehr (!) hoch.

Die Gebühren fürs senden wie auch empfangen von Geld ins Ausland mit SEPA ist einfach; die Kosten hängen von den jeweiligen Instituten ab. Empfangen ist häufig gratis (in der Schweiz ist mir keine Bank bekannt, die dafür etwas verlangt).

Wer also seinen ausländischen Kunden bittet, alle Kosten zu tragen, der wird einen Kunden verlieren, denn welcher Kunde bezahlt z.B. 5€ Buch + 7€ Porto + 2€ Geldsenden + 20€ Alle-Kosten-Pauschale?
Wer Kunden im Ausland hat, schaut sich mit Vorteil die Gebührenordnung seiner Bank an und bietet gegebenenfalls auch andere Zahlungsmöglichkeiten an (Deutschland-Schweiz geht auch sehr gut im nicht eingeschriebenen Brief…).

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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von spiralnebel111 » Mi 16. Jan 2013, 07:22

Warum kann man nicht Käufer aus Nicht-EU-Ländern ausschließen? Das wäre die einfachste Lösung. Allzuoft wird es ja ohnehin nicht vorkommen. Ich habe jedenfalls keine Lust, für ein 1-Eurobuch noch sieben Franken Bankgebühren zu zahlen. :(
Nur Kunden aus Deutschland aktzeptieren möchte ich nicht. Ich hatte schon etliche aus Österreich, Luxemburg und Belgien.

Marcus T. Cicero
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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von Marcus T. Cicero » Mi 16. Jan 2013, 16:55

Ruedin hat geschrieben:Die Standardeinstellung (zumindest bei Schweizer Banken) ist die Gebührenteilung. Das heisst, der Schweizer Kunde bezahlt beim Absenden die in der Schweiz anfallenden Gebühren, sofern seine Bank welche erhebt (variiert zwischen 0-7 Franken). Die Gebühren der deutschen Bank bezahlt der Empfänger, so sie denn anfallen – was der Kunde nicht wissen kann.
Dem Empfänger, der sich nicht vorher informiert hat, zieht man die Gebühren i.d.R. erst mit der Gebührenabrechnung am Monatsende ab.
spiralnebel111 hat geschrieben:Warum kann man nicht Käufer aus Nicht-EU-Ländern ausschließen? ... Ich habe jedenfalls keine Lust, für ein 1-Eurobuch noch sieben Franken Bankgebühren zu zahlen.
Man kann Tautis Fall wohl folgendermaßen aufklären:

I.
Der Schweizer Kunde hat eine normale SEPA-Überweisung mit Gebührenteilung (SHARE) als Standardeinstellung veranlasst.

II.
Zwar gehören die Schweiz und Monaco dem SEPA-Raum, allerdings nicht der EU oder dem EWR an. Die Gebührenordnungen mancher Banken sehen für Überweisungen, welche nicht aus EU/EWR, sondern Drittstaaten kommen, Mindestgebühren (z.B. 10 Euro) für das Empfangen vor.


Daher sollte man mit seiner Bank vorher abklären, wie es sich mit der Gebührenpolitik für SEPA Überweisungen aus der Schweiz bzw. in die Schweiz verhält. Analog gilt dies für Monaco. Falls hohe Gebühren entstehen, könnte auch PAYPAL eine Alternative darstellen. Eine klassische Auslandsüberweisung aus der Schweiz, bei der der Kunde alle Gebühren trägt (OUR), dürfte für kleinere Geldbeträge zu kostspielig sein.

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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von digitalis » Mi 23. Jan 2013, 16:55

Anlass:
Ich musste den Verkauf eines englischen Buchs nach England stornieren, weil die Gebühren seiner Bank für den Käufer so hoch waren, dass er das Buch billiger neu daheim hätte erwerben können. Ich hatte ihn vorher gebeten, die Überweisung in EURO in Auftrag zu geben (weil ich glaubte, andernfalls kämen auf mich oder ihn oder beide hohe Gebühren zu.).

Mit der Suchfunktion fand ich diesen Thread und las ihn gerade noch einmal ganz durch. Er kommt dem oben beschriebenen Problem ziemlich nahe. Habe ich das jetzt richtig verstanden:
Weder ich noch der Käufer machten einen Fehler, die Gebühren sind einfach so hoch, wenn Währungswechsel vorgenommen werden soll. Wird er aber nicht vorgenommen, gibt es auch Gebühren, die ebenfalls sehr hoch sind. Ich kann bei meiner Bank anfragen, ob die einen Weg weiß, diese hohen Gebühren zu vermeiden. Wenn der Bank auch nichts einfällt, dann sind Verkäufe nach England praktisch ausgeschlossen.
Ist dem so?
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bookworms
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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von bookworms » Do 24. Jan 2013, 00:21

Wenn die Bezahlung per Überweisung stattfinden soll, dann ist die Antwort wohl ja.
digitalis hat geschrieben:die Überweisung in EURO in Auftrag zu geben (weil ich glaubte, andernfalls kämen auf mich oder ihn oder beide hohe Gebühren zu.).
Wenn die Ü nicht in Euro ist, kommen auf Dich auf jeden Fall Gebühren zu!
Irgendwo muss der Währungswechsel passieren, entweder beim Sender oder beim Empfänger. Und dafür fallen an der entsprechenden Stelle Gebühren an.

Zusätzlich kann es dann noch Gebühren für die Überweisung an sich geben.

Für das Handeln mit GB empfiehlt sich Paypal - wenn man es denn hat und mag. Ich ziehe Moneybookers/Skrill vor, da die Gebühren niedriger sind und vom Sender getragen werden. Senden kostet 1%, maximal 0,50 EUR. Für die Währungsumrechnung werden 2,49% berechnet (dem Sender, wenn er nicht in seiner Währung sendet oder dem Empfänger, wenn er nicht in seiner Währung empfängt).

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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von spiralnebel111 » Do 24. Jan 2013, 07:15

Ja, aber wie kann ich die Käufer aus Nichteuroländern ausschließen? Ich habe es immer noch nicht begriffen. :( Die Eurokäufer will ich ja "behalten".

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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von Marcus T. Cicero » Do 24. Jan 2013, 07:30

digitalis hat geschrieben:die Gebühren sind einfach so hoch, wenn Währungswechsel vorgenommen werden soll.
Die Sache ist etwas verzwickt:
1.
Für klassische Auslandsüberweisungen von England nach Deutschland dürfte das generell der Fall sein.
2.
Da GB - bis zu einer von Cameron in Aussicht gestellten Volksabstimmung :D - noch zur EU/ EWR und damit auch zum SEPA-Raum gehört, dürfte dies für SEPA-Überweisungen hingegen nicht der Fall sein. Ich erinnere an meinen norwegischen Kunden, welcher eine SEPA-Überweisung in EUR veranlasste, für die weder er noch ich - trotz Währungsumrechnung - irgendeine Gebühr zahlen mussten.
3.
Sonderfälle sind Monaco und die Schweiz, die zwar zum SEPA-RAUM, aber nicht zur EU/ EWR gehören.
Für diese und andere Drittstaaten berechnen einige Banken Mindestgebühren (z.B. 10 Euro).
digitalis hat geschrieben:Ja, aber wie kann ich die Käufer aus Nichteuroländern ausschließen?
Das ist nicht sinnvoll. Vorsicht ist insbesondere bei klassischen Auslandsüberweisungen, also Nicht-SEPA Überweisungen, und bei SEPA- Überweisungen aus der Schweiz/ Monaco dann angebracht, wenn die eigene Bank für Drittstaaten besondere Gebühren erhebt. Dann sollte man sich alternative Zahlungsmethoden überlegen.

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digitalis
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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von digitalis » Do 24. Jan 2013, 07:56

Ich bedanke mich bei bookworms und Marcus T. Cicero für ihre hilfreichen Antworten. :)
Damit werde ich zu meiner Bank gehen und fragen, ob die das auch so sieht und hält.
Marcus T. Cicero hat geschrieben:
digitalis hat geschrieben:Ja, aber wie kann ich die Käufer aus Nichteuroländern ausschließen?
Diese Frage stellte spiralnebel, nicht ich, aber das ist ja kein Beinbruch.
Einen schönen Tag mögt Ihr alle haben!
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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von spiralnebel111 » Do 24. Jan 2013, 08:49

Dankeschön, Cicero. Hilft mir immer noch nicht. Ich werde wohl - wenn denn mal so eine Bestellung kommt - stornieren. Für ein Buch von 1,45 € 10 € Gebühren bezahlen, sehe ich nicht ein. Ich hoffe einfach, dass keine kommt. :(

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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von antje » Do 24. Jan 2013, 11:25

Dieses fürchterlich komplizierte Getue mit den Überweisungen selbst bei Nachbarländern war, glaube ich, damals für mich mit ein Grund, die Option, nur nach Deutschland zu versenden, anzuklicken. Und wenn ich mir das alles hier so durchlese, bin ich am Überlegen, ob ich den Button nicht doch wieder anklicken soll. :roll:
Viele Grüße, Antje
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Re: SEPA - (Single Euro Payments Area) - nationale Einführun

Beitrag von Maulwurfshaufen » Do 24. Jan 2013, 11:59

Ich kann nur immer wieder sagen, dass ich bisher keine Schwierigkeiten hatte und meine Käufer wohl auch nicht. Das betraf bis jetzt Verkäufe in die Schweiz, nach Österreich, Ungarn, Schweden, Polen.
Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.

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