Wohin mit Büchern aus dem dritten Reich?

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Supenmanu
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Beitrag von Supenmanu » Mo 2. Feb 2009, 11:28

Also ich hab ne Menge Bücher aus den Jahrgängen... aber das sind alles bloß Kochbücher oder Gedichtbände etc. :D Ich bin sicher solche Bücher meint ihr ja nicht und solche Bücher sind ja kein Problem. Sogar BDM Liederbücher etc. hab ich zu massen bei Ebay gesehen. Wenn es aber um wirklich Nationalsozialistische Propaganda wie "Mein Krampf" (-: etc. geht... hmmm also man kann Mein Kampf bei Amazon.com anbieten. Es gibt dort viele hunderte Neuauflagen oft mit Kommentaren von Historikern. Ein Original würde sicherlich viel Kohle einbringen. Aber natürlich könnt ihr das in jedem Land der Welt machen bloß halt in Deutschland nicht.

Aber ihr braucht keine Angst haben. Die Ausländer die diese Bücher kaufen, verkaufen Drucken, neuauflegen etc. Sind zu 99,999999% alles keine Nazis. Sie haben eben so eine Einstellung: "der Nationalsozialismus war so böse und wir können das nicht ignorieren, wir müssen aus der Geschichte lernen und uns diese bösen Methoden anschauen so das wir es erkennen können wenn jemand diese bösen Methoden erneut verwendet."

Das ist ja auch der Grund warum viele Universitäten auch in Deutschland Bücher wie Mein Krampf haben. Wenn jemand sie lesen will um aus der Geschichte zu lernen ist das auch in Deutschland kein Problem. Aber ihr selbst dürft sie in Deutschland (und Österreich) nicht kaufen oder verkaufen (aber in jedem anderen Land ist es kein Thema).

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terracotta
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Beitrag von terracotta » Mo 2. Feb 2009, 14:20

Supenmanu hat geschrieben:Das ist ja auch der Grund warum viele Universitäten auch in Deutschland Bücher wie Mein Krampf haben. Wenn jemand sie lesen will um aus der Geschichte zu lernen ist das auch in Deutschland kein Problem. Aber ihr selbst dürft sie in Deutschland (und Österreich) nicht kaufen oder verkaufen (aber in jedem anderen Land ist es kein Thema).
Das wird immer wieder behauptet, ist aber zumindest für D falsch:

http://www.damaschke.de/notizen/index.p ... ein-kampf/
Gruß, terracotta

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d_r_m_s
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Beitrag von d_r_m_s » Mo 2. Feb 2009, 15:34

Supenmanu hat geschrieben:... Die Ausländer die diese Bücher kaufen, verkaufen Drucken, neuauflegen etc. Sind zu 99,999999% alles keine Nazis. Sie haben eben so eine Einstellung: "der Nationalsozialismus war so böse und wir können das nicht ignorieren, wir müssen aus der Geschichte lernen ...
naaa, in den USA soll es durchaus nennenswerte Zahlen 'echter Volksgenossen' geben ... und wer glaubt, dass die nur dokumentarisches Interesse haben, darf sich auch mal die Unterschiede im Bereich Münzen ansehen ... mit HK ('Swastika') wird in die USA deutlich teurer verkauft als ohne ... seltsamerweise auch bei Münzen, die in Deutschland keinen wesentlichen Sammlerwert haben ... :roll:

und wenn ich mir anschaue, wieviel man in der Türkei bis heute aus Armenien gelernt hat, dann überrascht mich der Erfolg der türkischen Neuauflage von 'Mein Kampf' nicht unbedingt ...

nur zwei Beispiele, die besonders auffällig sind, weitere liessen sich sicher finden ... auch hier bei uns ist das Thema bei vielen ja noch nicht verarbeitet ... trotzdem bin ich gegen ein Verbot dieser alten Bücher, denn das würde den Rechtsextremen nur argumentativ helfen ...

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Mary
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Beitrag von Mary » Mo 2. Feb 2009, 15:53

Hallo,

bei den "Werken", die ich da habe, handelt es sich auch um Geschichts"lehr"bücher für den jungen Soldaten und ähnliche Sch..., also so richtig fieser geschichtsverfälschender Propagandabockmist.

Und dann ein paar Romane aus dieser Zeit, deren Inhaltsangaben (sofern vorhanden) und die Biographien der Autoren bei Wikipedia mich davon abhalten, sie einzustellen.

Mein Kampf steht in jeder Bücherrei rum. Stimmt und ist irgendwie peinlich. Aber ich habe gehört (wirklich nur gehört!), das das sowieso total unlesbar ist. Da gibts wohl eingängigere Propaganda.

Ich wohne nahe der belgischen Grenze, was man da Sonntags so auf dem Flohmarkt liegen sieht, läßt einem schon kalte Schauer den Rücken runterlaufen. Denn obwohl die Belgier sehr unter den Nazis gelitten haben und heute auch ihre Probleme mit ihrer Art von Nazis haben, kann man den Mist da offen verkaufen. Die Typen an diesen Ständen sehr auch echt zum weglaufen aus.

Verbieten bringt wahrscheinlich wirklich nichts. Nichts derartiges verkaufen ist am besten. Dann ist irgendwann alles von alleine weg.
Genügt es nicht zu sehen, dass ein Garten schön ist, ohne dass man auch noch glauben müsste, dass Feen darin wohnen?- Douglas Adams

Bookorsair
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Beitrag von Bookorsair » Di 3. Feb 2009, 00:41

Hallo,
auf die Gefahr, mich zu wiederholen ( siehe meinen vorherigen Beitrag):
eiert doch nicht so rum! Schmeisst das Zeugs ("haut weg den Scheiss!") in den Müll!
Ihr werdet staunen, wie sehr Ihr Euch dann wohl fühlen werdet, auch wenn Euch ein paar Euro an "Gewinn" durch die Lappen gegangen ist.
Gruss
b.
Wir werden nie so klug sein, um den Schaden zu beheben, durch den wir es wurden....
Ausserdem: manche sehen vor lauter Büchern die Bibliothek nicht.
Hier geht es zu meinen Büchern: http://www.booklooker.de/bookorsair

jesuitenbibliothek
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Re: Wohin mit Büchern aus dem dritten Reich?

Beitrag von jesuitenbibliothek » Mo 27. Apr 2009, 08:44

Mary hat geschrieben: Wohin aber nun mit dem Mist? Verkaufen wäre ja schön, aber ich will auf keinen Fall riskieren diese Werke an irgendwelche Faschos zu verkaufen.

Mary
Wir hatten mal einige Kisten solcher Bücher und haben sie (kostenlos) der hiesigen Universitätsbibliothek übergeben. Dort sind sie sicher aufgehoben und dienen vielleicht noch der Wissenschaft. Geld verdienen möchte ich mit derartiger Literatur nicht.

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bunker-museum-whv
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Wohin mit dem "Dreck"?

Beitrag von bunker-museum-whv » Sa 16. Mai 2009, 16:05

Hallo,

gerade habe ich diese Disskussion um NS-Literatur und deren Verwendung und Verbleib gelesen. Seit Jahren beschäftige ich mich mit dem Umgang dieser Giftküche.

Eine Vernichtung des Materials würde ich nicht empfehlen, da wir es heute mehrheitlich mit einer aufgeklärten Gesellschaft zu tun haben. Die wenigen, um nicht zu sagen verschwindend geringen rechten Randgruppen, fänden ohnehin kein grosses Interesse an diesem Material. Es liegt hier auch am mehr oder weniger geringen Itellekt.

Mit einer kleinen fachmännischen Gruppe betreibe ich in Wilhelmshaven ein Bunker-Museum, in der die Zeit der 12 Jahre Schreckensherrschaft erlebbar gemacht wird.

Wir hatten bereits ausländische Gäste, Schülergruppen, sehr viele Zeitzeugen und auch Denkmalforscher zu Besuch.
Am Tag des offenen Denkmals am 13. September nehmen wir ebenfalls teil.

Für unser Museum benötien wir als pysischen Beweis der Zeit z. B. Originaldokumente, Bücher, Gegenstände, Orden, Kleidung, Fahnen, Zeugen des Mangels und der Entbehrung (Kriegskochbücher, Ersatzprodukte, Alternativ-Gegenstände) einfach alles aus der Zeit.
Darüberhinaus suchen wir ebenfalls Material aus der Zeit des Widerstands, der politischen Gegnerschaft und Tagebücher, Briefe und Fotos ?aus dem Volk?.

In meinem booklooker-Profil befindet sich auch der Link zu unserer (brandneuen) Hompage, die noch im Aufbau befindlich ist. Sie kann aber bereits einen kleinen Eindruck vermitteln.

Also liebe Leute, werft dieses Material nicht weg ? spendet es unserem Museum.

Mit der Vernichtung wird nur das Gegenteil erreicht. Eine aufgeklärte Diskussion mit Originalen ist viel hilfreicher. Geschichte kann nur mit Originalen vermittelt werden.

Ich freue mich auch über eine angeregte Diskussion

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Mary
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Beitrag von Mary » So 17. Mai 2009, 16:54

Schön zu lesen,

aber Du hast Deinen Namen bei BL oder den der Homepage leider nicht genannt!
Die wenigen, um nicht zu sagen verschwindend geringen rechten Randgruppen, fänden ohnehin kein grosses Interesse an diesem Material. Es liegt hier auch am mehr oder weniger geringen Itellekt.
- hehehe, stimmt...

außerdem fehlte es auch den Autoren dieser Machwerke an Intellekt.

Schönen Sonntag!
Genügt es nicht zu sehen, dass ein Garten schön ist, ohne dass man auch noch glauben müsste, dass Feen darin wohnen?- Douglas Adams

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vitalis
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Beitrag von vitalis » So 17. Mai 2009, 17:00


Hatti
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Re: Wohin mit Büchern aus dem dritten Reich?

Beitrag von Hatti » Do 20. Aug 2009, 06:55

Ich habe mal eine Zeitschrift "die Lachemnde welt" bei Ebay reingestellt und auch befürchtet das eben faschos diese kaufen würden allerdings sind eben Materialien dieser Art recht selten als Angebote zu finden und es interessieren sich eben nicht nur solche Gruppierungen dafür.

Bei mir war es so das ein deutsches Bucharchiv die Auktion bekommen hatte.
Bücher:
https://www.booklooker.de/app/result.ph ... ediaType=0" onclick="window.open(this.href);return false;
Filme:
https://www.booklooker.de/app/result.ph ... ediaType=1" onclick="window.open(this.href);return false;

HansPruemm
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Re: Wohin mit Büchern aus dem dritten Reich?

Beitrag von HansPruemm » Di 5. Sep 2017, 16:31

Hallo, ich kaufe bzw. nehme gerne alle Bücher des 3.Reiches für unser Archiv Museum der Informationen 3.Reich in Morbach. Meine WhatsApp Nr. Bzw. Telefonnummer ist :+49 172 9526491

jesuitenbibliothek
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Re: Wohin mit Büchern aus dem dritten Reich?

Beitrag von jesuitenbibliothek » Di 17. Okt 2017, 08:44

Wir hatten mal einige Kartons NS-Literatur im Keller stehen. Als wir mal einen etwas zwielichtigen Buchhändler da hatten, der diese ganzen "Giftkartons" ungesehen kaufen wollte, habe ich diese kurzerhand dem Institut für Zeitgeschichte an unserer Universität geschenkt.
Einen gewissen wissenschaftlich-historischen Wert hatten die Bücher ja. Ich wollte nur nicht, dass sie möglicherweise in rechtsradikale Kreise geraten. Am Institut für Zeitgeschichte sind sie denke ich in sicheren Händen. Den Altpapiercontainer, der für mich ultima ratio ist, konnte ich damit auch umgehen.

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