erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

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m.kusanagi
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erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von m.kusanagi » So 1. Sep 2013, 19:20

Hallo liebe Forengemeinde,
was soll ich nur machen? Ein Käufer reklamiert bei mir ein Buch, dessen Beschreibung nicht korrekt sein soll, und behauptet nachdem er es erhalten hat, "... es gäbe Eintragungen und Fussnoten ... Ausserdem ist eine Seite komplett eingerissen und stark befleckt"

Meine Beschreibung war wie folgt:
8°, bl. Papp-Einbd. m. gr. Karton überklebt, Kart. vorne etw. abgerissen, Einbd. sonst intakt! einige Gebr.Spuren, sonst gut erhalten. hinterer Ebd.-karton m. zahlreichen masch. Anm. (auch im Text)

Aber jetzt kommt der Hammer:
das Buch hatte bei Absendung definitiv keine eingerissene Seite!!! Auch der in einer späteren Mail von ihm erwähnte Kugelschreiber hätte mir eigentlich ins Auge fallen müssen (ich seh nicht das erste mal Bücher mit KS!)!
Ich werde irgendwie den Verdacht nicht los - da ich als Privatperson kein normales Rückgabe akzeptiere, - daß der Käufer durch eigenmächtige Manipulationen eine für ihn legitime Rücknahme erzwingen will??
Beweisen kann ich das allerdings nicht...

Da ich ziemlich verunsichert bin, habe ich ihm einen gewissen Preisnachlass angeboten, den er in seiner Antwort darauf gleich in doppelter Höhe forderte, oder ich solle das Buch zurücknehmen.

Eine Rücknahme habe ich nat. auch schon in Erwägung gezogen. Aber daß der Zustand eines Buches nachträglich manipuliert wird...?

Was sagt Ihr dazu? Ist soetwas schon einmal vorgekommen? Wer hat Erfahrung damit???
lG

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bookworms
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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von bookworms » So 1. Sep 2013, 21:17

Hallo,

eine Vorbemerkung: Zustandsbeschreibungen mit so vielen Abkürzungen finde ich persönlich recht problematisch... Was ist 'masch.'? Klingt nach 'maschinell'... :?
m.kusanagi hat geschrieben:Ist soetwas schon einmal vorgekommen? Wer hat Erfahrung damit???
lG
Bei mir ist so etwas zum Glück noch nicht vorgekommen.
Sicher hatte ich auch schon Käufer, die mit dem Zustand Ihrer Ware (nicht immer Bücher) nicht zufrieden waren. Verunsichert war ich aber eigentlich nie. Entweder ich war sicher, dass die Ware meiner Beschreibung entsprach, dann habe ich geantwortet, dass es mir leid tut, dass die Ware nicht ihrer Vorstellung entspricht, aber ... [anhand des Beschreibungstextes argumentiert].
Oder die Beschwerde des K. hat mich überzeugt, also ich hatte wohl etwas übersehen, dann habe ich mich mit dem Käufer geeinigt, also Rücknahme oder Preisnachlass.
Den Verdacht, dass jemand den Zustand der Ware manipuliert, hatte ich eigentlich nie.
m.kusanagi hat geschrieben:das Buch hatte bei Absendung definitiv keine eingerissene Seite!!! Auch der in einer späteren Mail von ihm erwähnte Kugelschreiber hätte mir eigentlich ins Auge fallen müssen
Da ich die wenigsten Bücher Seite für Seite durchblättere, würde ich dafür eher nicht die Hand ins Feuer legen.
m.kusanagi hat geschrieben:Da ich ziemlich verunsichert bin, habe ich ihm einen gewissen Preisnachlass angeboten, den er in seiner Antwort darauf gleich in doppelter Höhe forderte, oder ich solle das Buch zurücknehmen.
Was hat das Buch denn gekostet? Von welchem prozentualen Nachlass reden wir? Welche Versandkosten fallen an?
Die Frage ist doch, ob sich der Ärger lohnt.

Wie sehen eigentlich die Bewertungen des Käufers aus? Manchmal kann man da schon erkennen, dass es sich um einen etwas mäkeligen Kunden oder notorischen Nachverhandler handelt.

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m.kusanagi
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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von m.kusanagi » So 1. Sep 2013, 21:48

Hi, tja, Bewertung gleich Null, da Frischling!
Buchpreis um die 60 läuse... Nachlass 10...
ich blättere die Bücher sehr oft durch, nicht Seite für Seite, aber so, daß so was auffallen würde!
Daher auch meine Verunsicherung: ich bin mir ziemlich sicher, daß mir das aufgefallen wäre, bin aber auch kein Gott!
masch. = maschinell bzw maschinengeschrieben
unzufriedene Kunden, ja - die sind bekannt (kann ich auch selber sein).
Aber ich werde den Verdacht nicht los, er will das Buch auf diese Weise zurückgeben, denn Rücknahme wäre unter normalen Umständen nicht drinn...
Verunsichert bin ich eben auch deswegen, weil sich so eine eingerissene Seite ganz leicht hineinpraktizieren läßt, und dann hab ich die Beweisnot und den Schaden!

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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von briefmarkenjaeger » Mo 2. Sep 2013, 05:50

Es stellt sich doch auch die Frage, für welchen Preis die anderen Anbieter das Buch verkaufen um die Höhe eines Preisnachlasses einigermaßen einordnen zu können und man könnte vielleicht auch den Kunden (sofern man den Preisnachlass akzeptiert) um einen Scan oder ein Digitalfoto der eingerissenen Seite/den Einträgen bitten.
Welche Zustandseinordnung hast du bei Booklooker genommen oder hast du den Zustandstext per CSV-Upload hinzugefügt?
Könntest du mal einen Link auf deine übrigen Angebote einstellen?
Wieviele Käufe werden bei dem Kunden angezeigt?
Der Link zu dem angebotenen Buch wäre auch recht interessant (den Link kann man in den abgeschlossenen Verkäufern nachschauen).

overdrive
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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von overdrive » Di 3. Sep 2013, 10:28

[quote="m.kusanagi"]
Wer hat Erfahrung damit???
/quote]

Hallo m.kusanagi,

also das Erhalten ungerechtfertigter Reklamationen, nicht selten mit dem Hintergrund, den Preis nachzuverhandeln, sind mir nicht wirklich neu (allerdings dann doch eher auf einer anderen Plattform, aber die "Spezis" kommen ja nach).

Aber: Wenn ich mir absolut sicher bin, dass der verkaufte Artikel exakt der Beschreibung entspricht - und ich finde schon, man sollte schon gewissenhaft u. ehrlich beschreiben - erstatte ich bei einem Privatverkauf Nullkommanix, keine Rücknahme, kein Nachlass.

Gruß
as long as a man
has the strength to dream
he can redeem his soul and fly
(Presley)

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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von kalokalokairi » Di 3. Sep 2013, 14:14

overdrive hat geschrieben:
m.kusanagi hat geschrieben: Wer hat Erfahrung damit???
/quote]

Hallo m.kusanagi,

also das Erhalten ungerechtfertigter Reklamationen, nicht selten mit dem Hintergrund, den Preis nachzuverhandeln, sind mir nicht wirklich neu (allerdings dann doch eher auf einer anderen Plattform, aber die "Spezis" kommen ja nach).

Aber: Wenn ich mir absolut sicher bin, dass der verkaufte Artikel exakt der Beschreibung entspricht - und ich finde schon, man sollte schon gewissenhaft u. ehrlich beschreiben - erstatte ich bei einem Privatverkauf Nullkommanix, keine Rücknahme, kein Nachlass.

Gruß
Dem kann ich nur zustimmen.

Die Variante "Umtausch alt gegen neu(er) sollte man als Möglichkeit auch nicht ganz außer Acht lassen.

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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von m.kusanagi » Di 3. Sep 2013, 14:41

Hallo, erst mal danke für eure zahlreichen Kommentare!
also leider ist das Buch ziemlich selten (siehe eurobuch), bzw ganz allein auf weiter Flur!
(https://www.booklooker.de/app/detail.ph ... ediaType=0)

Umtausch fältt in dieser Hinsicht also mal weg, aber es wäre ziemlich ärgerlich, wenn ich das Buch zurücknehmen müsste, und dann feststelle, der Wert ist gemindert, weil sich jemand nen tollen Rekla-trick ausgedacht hat!

Natürlich habe ich nicht mehr exakt jedes Buch im Kopf, aber das wäre mir glaube ich, aufgefallen, wenn es einen Einriss gegeben hätte. Ich bin mir auch nicht zu blöde, das Buch - bevor ich eine Antwort auf die Bestellung verfasse - grundsätzlich noch mal in die Hand zu nehmen, und mit der Zustandsbeschreibung zu vergleichen, kann ja sein, daß das Buch seit dem letzten mal gelitten hat.

Der Kunde hat übrigens erst 2 Käufe getan, ist hier also noch ziemlicher Frischling....
Und ich werde einfach diesen Verdacht nicht los, worauf der hinauswill: Buch gefällt nicht, also Rücksendung wegen angeblicher "Reklamation" ...

Ich habe das jetzt dem Support gemeldet, mal schauen, was die dazu sagen...
bei teuren Büchern ist es wohl zukünftig auch nicht zu blöde, wenn man es (wenigstens vorläufig) mit ein paar fotos dokumentiert. (in Russland sollen zb die Autofahrer sogar schon im Verkehr alles mitfilmen)

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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von d_r_m_s » Di 3. Sep 2013, 16:06

Die eingegebene Nachricht ist zu kurz.
Zuletzt geändert von d_r_m_s am Sa 19. Dez 2015, 09:14, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von m.kusanagi » Di 3. Sep 2013, 16:28

denkst du denn ibäh-käufer und boo-käufer wären identisch?
glaub ich eigentlich eher weniger, aber ich kann mich täuschen (ich bin Mensch).
(uups, das wäre ja lustig, wenn er dann das bessere Expl. mir zurück schickt. oder er wollte vllt das schlechtere an das ibäh-antiquariat zurück schicken, und nun gehts nicht??? zu viele Spekulationen, öhm)

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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von d_r_m_s » Di 3. Sep 2013, 17:13

Die eingegebene Nachricht ist zu kurz.
Zuletzt geändert von d_r_m_s am Sa 19. Dez 2015, 09:15, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von m.kusanagi » Mi 4. Sep 2013, 21:25

so, nun hab ich mir mal ein paar Bilder schicken lassen. Er hat natürlich die von mir in der Zustandsbeschreibung erwähnten Mängel auch mit gesendet.
Da sind allerdings der Einriss, und dieser irgendwie merkwürdig frisch wirkende Fleck.
Wenn der wirklich "alt" sein soll, sieht das dann so aus? (wenn man das virtuell überhaupt beurteilen kann)

http://s14.directupload.net/file/d/3370 ... 72_jpg.htm

daß man dem Riss nicht ansieht, wie alt er nun ist, ce la vie!:

http://s14.directupload.net/file/d/3370 ... ah_jpg.htm

allerdings ist eins für mich jetzt sonnenklar: diesen Fleck und diesen Einriss hätte ich nicht übersehen!!

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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von mausi44 » Mi 4. Sep 2013, 21:46

also ich finde auch,daß man so gravierende Mängel nicht übersehen kann...

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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von bookworms » Mi 4. Sep 2013, 22:37

d_r_m_s hat geschrieben:genau eine Woche vor deinem Exemplar wurde ein anderes Exemplar über Ebay verkauft
Verkauft wahrscheinlich, aber nicht über eBay! Dort hat der V. nur sein Angebot beendet.

Über das Alter des Flecks wage ich keine Aussage zu machen. Auffällig genug sollte er allerdings schon sein...
Als 'Einriss' würde ich das nicht bezeichnen, es ist ja ein Stück ausgerissen. :shock:

Da fällt es schon etwas schwerer, sich vorzustellen, dass Du das nicht gesehen hast.

Hier ist guter Rat wirklich teuer. :?
Ob diese beiden zusätzlichen Mängel einen Nachlass von einem Drittel (wie vom K. gefordert) rechtfertigen? (Immerhin ist der Text noch vollständig und lesbar.)

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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von m.kusanagi » Mi 4. Sep 2013, 23:31

und da wiedehol ich mich gern noch mal: wenn mir sowas auffällt, also v.a. nach einer Bestellung via B.-Server (notfalls aber auch noch vor VS), dann werd ich nen Teufel tun, und das verschweigen, denn dann ist der Ärger erst richtig vorprogrammiert. Hatte ich auch schon, ich seh daß bei einem bestellten Buch die Kanten etw gelitten hatten, und hab das in meiner Aw erwähnt, und kl. Preisnachlass angeboten. Diese Sache ging dann glatt über die Bühne.

Aber das hier hätte ich gesehen!
Ich hatte vorhin noch ein interessantes Gespräch mit einem befreundeten Chemiker:
der meinte, die forensischen Methoden sind mittlerweile ziemlich weit fortgeschritten, und könnten zumindest klarstellen, ob der Fleck aus diesem oder dem anderen Jahrtausend stammen könnte, und aus was er besteht sowieso...

Was den 'Einriss' betrifft, wollte er nix genaues sagen, aber auch da könne man durchaus tief in die Trickkiste greifen, etc.

Übrigens verwendet der Knabe einen anderen Namen wie in seinem B.-account. weiss nicht wie spanisch das jetzt sein soll??! (also er Hr. F. 'italienisch-klingender-Name' und account lautet auf M. 'häufig-auftauchender-Name' (keine Ahnung, ob ich das hier nennen darf?)

Der VK auf ibä wird sich im übrigen auf Geschäftsgeheimnis und Datenschutz berufen, den brauchen wir nicht fragen...

Bis zu einem Drittel (seine geforderten 20 euros) werd ich aber nicht gehen. Für mich ist klar, daß der nicht gganz sauber ist.

Ich warte noch ab, was der Support sagen wird....
Zuletzt geändert von m.kusanagi am Do 5. Sep 2013, 00:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: erzwungene Rücknahme durch Manipulation??

Beitrag von bookworms » Do 5. Sep 2013, 00:02

m.kusanagi hat geschrieben:und da wiedehol ich mich gern noch mal
Sorry, falls das so rüberkam, als ob ich denke, Du hast's übersehen. Was ich meinte: Ich kann mir jetzt vorstellen, dass Du überzeugt bist, es nicht übersehen zu haben - nachdem ich ja anfangs etwas zweifelte, ob Du Dir Deiner Sache nicht zu sicher bist. (Ist das jetzt ein bisschen wirr? :roll: )
m.kusanagi hat geschrieben:könnten zumindest klarstellen, ob der Fleck aus diesem oder dem anderen Jahrtausend stammen könnte,
Das nützt Dir aber wenig, wenn Du für eine Analyse mehr bezahlen müsstest, als das Buch wert ist. :wink:

Was den Namen angeht, so ist das nicht per se verdächtig - er kann seinen Accountnamen wählen wie er will. Klarnamen darfst Du hier keinesfalls nennen.

Ich hoffe jedenfalls für Dich, dass die Sache irgendwie zur Zufriedenheit gelöst werden kann!

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