Entwurf: Brief an Frau Ehrhardt zur Beendigung des Streits

Diskussionen für Händler rund um rechtliche Fragen.
el

Entwurf: Brief an Frau Ehrhardt zur Beendigung des Streits

Beitrag von el » Mo 17. Dez 2007, 23:06

Der Gedanke: Zeigen wir den Abmahnern, dass wir willig sind das von uns nicht gewollte Problem zu lösen und schieben ihr das Heft zu: Möge sie den Streit beenden. Je mehr unterzeichnen desto besser. Vllt., auch jemand von BL?

Sehr geehrte Frau Ehrhardt,

genauso wie wir verfolgen sicher auch Sie die Diskussion um die Abmahnwelle die Sie und Ihr Mandant ins Rollen gebracht haben.
Nun sind wir, die ?Abgemahnten? uns einig darüber dass wir einen Fehler gemacht haben, auf den Sie uns zu Recht aufmerksam gemacht haben. Aber wir fragen uns gleichzeitig: Wenn es Ihnen, wie Sie in der Presse verlauten ließen, nur um den Jugendschutz geht, warum haben Sie dann nicht einfach die betroffenen Händler kontaktiert und auf den Fehler hingewiesen? Warum haben Sie die Leitung von Booklooker nicht kontaktiert damit diese den Filter verbessern kann?
Oder anders ausgedrückt: Worin ist die Aggression motiviert, mit der Sie bzw. Ihr Mandant ans Werk gehen? Wir sind der Meinung: So geht man nicht mit Menschen um. Ist Ihnen bewusst was für einen Schaden Ihre Massenabmahnerei anrichten kann?
Wir fordern Sie daher auf, öffentlich und verifizierbar von Ihrer Aktion Abstand zu nehmen. Dass wir künftig besser aufpassen welche Bücher wir verkaufen, davon können Sie ohnehin ausgehen, dazu bedarf es keiner Unterlassungserklärung.
Jugendschutz geht uns alle an, und da ist es fatal wenn Sie Konfrontation mit denen suchen, die unter anderen Umständen bereit wären, Sie tatkräftig zu unterstützen.
Es liegt an Ihnen, den sich andeutenden Kleinkrieg zu verhindern. Unser Angebot an Sie steht, nun handeln Sie!

Yumo
Beiträge: 6809
Registriert: Mi 5. Okt 2005, 00:19

Beitrag von Yumo » Mo 17. Dez 2007, 23:14

Die Idee an sich ist gut, aber so was würde ich lieber Anwälten überlassen, wie bzw. ob man sich einigt.
Wir haben in den Spiegel-Zitaten erst einige Bemerkungen von ihr zum Thema. Ich halte es für unwahrscheinlich, daß sich einer von den 3en auf Deinen Vorschlag einläßt und weiß nicht einmal, ob so was nicht am Ende nach hinten losgeht. Anwälte... ein paar (?) schwarze Schafe bringen einen Berufsstand in Verruf, aber so ohne Weiteres traue ich keinem über den Weg.

el

Beitrag von el » Mo 17. Dez 2007, 23:19

Trauen tu ich der Tante auch nicht, ich dachte da nur an einen Deekalationsversuch, der ihr den schwarzen Peter zuschiebt falls sie nicht oder ablehnend reagiert. Und es ist ein entwurf, der stext ist sicher nicht endgültig ;)

Yumo
Beiträge: 6809
Registriert: Mi 5. Okt 2005, 00:19

Beitrag von Yumo » Mo 17. Dez 2007, 23:24

Wer so was initiiert und unter dem Mäntelchen des Jugendschutzes Massenabmahnungen verschickt, dessen Weltsicht ist m.E. verdreht genug, um bei sich niemals einen schwarzen Peter zu sehen.

Benutzeravatar
Provinzlerin
Beiträge: 40
Registriert: Do 13. Dez 2007, 22:14

Beitrag von Provinzlerin » Mo 17. Dez 2007, 23:27

Lieber el

Dein Entwurf spricht eine menschliche Sprache, die die Anwaltschaft nicht kennt. Ich würde dieses Schreiben befürworten wüsste ich nicht über die Abgründe, mit denen Sie ihre Gesetzestexte versuchen zu Geld zu machen.

Ich lese alle Beiträge hier im Forum, manchmal bin ich verwirrt (aber das kann auch an mir liegen), schreibe zwar wenig dazu, aber ich finde beachtlich, was an Solidarität rüberkommt, man sollte es kaum glauben in der heutigen Gesellschaft. Doch so kurz vor dem 28.12.07 wird ein jeder vor irgendeinem Entscheid stehen.
Ich dachte schon bei mir, ich unterschreibe gar nichts, geht das ganz also vor Gericht, ich kann mir weder Anwalt noch was anderes leisten, - wenn ich dann schuldig gesprochen werde, meine hohe Schuld jedoch nicht bezahlen kann, dann will ich die Zeit im Knast absitzen, - dann nehme ich mein dickes Schmuddelbuch mit in die Zelle und erfreue mich an den Bildern, die mit Sicherheit einen Jugendlichen in der heutigen Zeit nicht mehr vom Hocker locken würden. Nun, wahrscheinlich erfreue dann ich alte Dame mich daran.

(das war ein bisschen Ironie, gepaart mit viel Wahrheit)....

Aber ihr hier....ihr macht eure Sache wirklich gut !!!

herzlich menschelnde Grüße

moments

blokk
Beiträge: 1248
Registriert: Mi 6. Dez 2006, 21:02
Wohnort: Petershagen

Beitrag von blokk » Mo 17. Dez 2007, 23:28

Yumo hat geschrieben:Die Idee an sich ist gut, aber so was würde ich lieber Anwälten überlassen, wie bzw. ob man sich einigt.
Wir haben in den Spiegel-Zitaten erst einige Bemerkungen von ihr zum Thema. Ich halte es für unwahrscheinlich, daß sich einer von den 3en auf Deinen Vorschlag einläßt und weiß nicht einmal, ob so was nicht am Ende nach hinten losgeht. Anwälte... ein paar (?) schwarze Schafe bringen einen Berufsstand in Verruf, aber so ohne Weiteres traue ich keinem über den Weg.
Das seh ich auch so.
Trotzdem vielen Dank an el für diesen Einwurf.

Benutzeravatar
terracotta
Beiträge: 1028
Registriert: Di 9. Mai 2006, 10:51
Wohnort: NRW

Re: Entwurf: Brief an Frau Ehrhardt zur Beendigung des Strei

Beitrag von terracotta » Mo 17. Dez 2007, 23:29

el hat geschrieben:Der Gedanke: Zeigen wir den Abmahnern, dass wir willig sind das von uns nicht gewollte Problem zu lösen und schieben ihr das Heft zu: Möge sie den Streit beenden.
Das ist Quatsch: Es spricht sehr viel dafür, dass sich Frau Ehrhardt und Herr Renner des (zumindest versuchten, und auch der ist strafbar) Betruges schuldig gemacht haben - ich erwähne nur das Stichwort "fehlende Aktivlegimation". Diese Anwälte haben strafrechtlich - und evtl. später auch berufsrechtlich - zur Verantwortung gezogen zu werden.

Es ist kontraproduktiv, ihnen jetzt in irgendeiner Weise entgegen kommen zu wollen - abgesehen davon, dass das nach mindestens einer erfolgten Strafanzeige wohl eh schon zu spät ist.
Gruß, terracotta

blokk
Beiträge: 1248
Registriert: Mi 6. Dez 2006, 21:02
Wohnort: Petershagen

Re: Entwurf: Brief an Frau Ehrhardt zur Beendigung des Strei

Beitrag von blokk » Mo 17. Dez 2007, 23:36

terracotta hat geschrieben: Das ist Quatsch: Es spricht sehr viel dafür, dass sich Frau Ehrhardt und Herr Renner des (zumindest versuchten, und auch der ist strafbar) Betruges schuldig gemacht haben - ich erwähne nur das Stichwort "fehlende Aktivlegimation". Diese Anwälte haben strafrechtlich - und evtl. später auch berufsrechtlich - zur Verantwortung gezogen zu werden.

Es ist kontraproduktiv, ihnen jetzt in irgendeiner Weise entgegen kommen zu wollen - abgesehen davon, dass das nach mindestens einer erfolgten Strafanzeige wohl eh schon zu spät ist.
Davon kannst du ausgehen, terra. Zumindest eine Strafanzeige wegen gemeinschaftlichen Betrug wurde gestellt. Heute erweitert um Prüfung einer strafrechtlichen Relevanz wegen Einsetzen von Kindern zu Testkäufen indizierte Literatur ohne Begleitung einer amtlichen Person.
Zuletzt geändert von blokk am Mo 17. Dez 2007, 23:43, insgesamt 1-mal geändert.

Yumo
Beiträge: 6809
Registriert: Mi 5. Okt 2005, 00:19

Re: Entwurf: Brief an Frau Ehrhardt zur Beendigung des Strei

Beitrag von Yumo » Mo 17. Dez 2007, 23:41

deleted
Zuletzt geändert von Yumo am Di 18. Dez 2007, 01:23, insgesamt 1-mal geändert.

schenkelmeer
Beiträge: 220
Registriert: Mo 17. Dez 2007, 23:41

Re: Entwurf: Brief an Frau Ehrhardt zur Beendigung des Strei

Beitrag von schenkelmeer » Di 18. Dez 2007, 00:23

[quote="Yumo"][quote="blokk"] ...Heute erweitert um Prüfung einer strafrechtlichen Relevanz wegen Einsetzen von Kindern zu Testkäufen indizierte Literatur ohne Begleitung einer amtlichen Person.[/quote]
Eigentlich gibt sie an, daß von ihr vertretene "Anbieter" Kinder zu Testkäufen eingesetzt hätten, das wäre dann wohl zumindest der Inhaber der "Erotischen" Fachbuchhandlung, oder? Von anderen Anbietern kamen bislang anscheinend keine Abmahnungen über Frau E. Aus dem Grund wäre es wohl besser, die Anzeige zurückzuziehen. Ich bin mir auch nicht sicher, inwieweit wir uns in dem Falle dann nicht für eine Gegenanzeige (üble Nachrede, falsche Beschuldigung usw.) angreifbar machen.[/quote]

*******
Arme Frau Ehrhardt (er/hart!).

Vielleicht wünscht sie sich sehr
auch mal ein 'Schenkelmeer'*.

Und der Herr Renner
kann er's nicht bieten?

(Wem jetzt ein Reim mit 'Nieten' einfällt...,
kommst krass auf index du!) :oops:

(*Völlig hintergedankenloser Hinweis auf abgemahnten Buchtitel!)

was ist übrigens der BBCode, den ich hier de- und aktivieren kann?

hat nicht zufällig was mit 'Blöden Bonnerversandbuchhändlern' zu tun?
*******

Benutzeravatar
d_r_m_s
Beiträge: 3589
Registriert: Do 27. Okt 2005, 11:54
Wohnort: Grossraum Karlsruhe

Beitrag von d_r_m_s » Di 18. Dez 2007, 01:51

zunächst zum Einfachsten: Den BBCode muss man aktivieren, wenn man Funktionen wie fett, kursiv etc. nutzen will ... sonst werden einfach die Steuerzeichen gedruckt ...

der Vorschlag einer gütlichen Einigung ist sicher gut gemeint, hat in meinen Augen aber wenig Aussicht auf Erfolg ... wären die Abmahner an einer friedlichen (und v.a. kostengünstigeren) Koexistenz interessiert, hätten sie ja z.B. auch von sich aus die Unterlassungserklärung auf die WBZ münzen und auch etwas anders formulieren können ... stattdessen werden die betroffenen Verkäufer als skrupellose Geschäftemacher dargestellt, die ja schliesslich nur ihren Schund vom Netz nehmen müssen, damit ihnen überhaupt nichts passiert ...

dass die gute Frau FDP-Ortsverbandsgeschäftsführerin sich jetzt auf die (noch) nicht verschickten Kostennoten beruft ist mglw. juristisch nicht ungeschickt, aber doch wohl recht durchsichtig ... richtig Geld kommt dann ins Haus, wenn gegen die Unterlassungserklärungen verstossen wird, und zumindest bei einigen Kollegen waren die dazu nötigen Titel ja schon vorhanden ...

wenn tatsächlich einige die unmodifizierte Erklärung unterschrieben haben kann man eigentlich nur hoffen, dass die nicht vom Buchhandel leben und sich dauerhaft aus diesem Geschäft zurückziehen können ... ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit m.E. sehr hoch, dass sie früher oder später zahlen müssen ... oder ist die Gültigkeit der Unterlassungserklärung abhängig von der Rechtmässigkeit der vorherigen Forderung ?

ein wichtiger Aspekt wurde dabei glaube ich auch noch nicht angesprochen: Wie schnell muss denn nach einer Indizierung reagiert werden ? Man erfährt es ja immer erst hinterher ...

blokk
Beiträge: 1248
Registriert: Mi 6. Dez 2006, 21:02
Wohnort: Petershagen

Beitrag von blokk » Di 18. Dez 2007, 02:21

d_r_m_s hat geschrieben:oder ist die Gültigkeit der Unterlassungserklärung abhängig von der Rechtmässigkeit der vorherigen Forderung ?

Wie schnell muss denn nach einer Indizierung reagiert werden ?
zur Gültigkeit der Unterlassungserklärung:
Sie ist 30 Jahre lang gültig. Ich rate jedem, der die vorformulierte Erklärung unterschrieben zurück geschickt hat, sich aus dem buchgeschäft sofort zurück zu ziehen bzw. nur noch Konsalik, M.L.Fischer und ähnliches anzubieten.

Wie schnell reagiert werden muß?
Sofort. Am Besten mit der Absendung der Erklärung.
Ist die Erklärung erst in den Händen von RA Christine Ehrhardt, muß man davon ausgehen, dass sie oder andere nach indizierten Titeln im Angebot des Absenders suchen werden, Ohne Karenzzeit und ohne Gnade.
Denn wenn sie schon vollmundig öffentlich erklärt, dass niemand "auf Grund der Abgabe der Unterlassungserklärung mit Kosten rechnen muß", muß jeder davon ausgehen, dass es Leute in ihrem Dunstkreis geben wird, die nach indizierten Titeln im Angebot der Leute geben wird, die die Unterlassungserklärung unterschrieben zurückgeschickt haben.
Dann macht es auch keinen Unterschied mehr, ob die Einforderung der Unterlassungserklärung im Grunde nach nicht rechtens war.
Wir leben in einem Staat mündiger Bürger. Ergo ist es jedem Bürger freigestellt, jedweden Vertrag zu unterschreiben -selbst einen Vertrag, der ihn -literarisch gesehen- zum Sklaven macht.
Eine Unterlassungserklärung ist aber nun mal nichts anderes als ein Vertrag zwischen zwei Parteien.

Ergo : einmal unterschrieben wie erwünscht, zieht man sich besser ganz zurück oder beschränkt sich auf Konsalik und Konsorten.

Alle, die wie gewünscht die unmodifizierte Unterlassungserklärung unterschrieben zurück geschickt und ihr Angebot nicht auf Simmel und Co beschränkt haben, müssen damit rechnen, irgendwann die Forderung einer Vertragsstrafe von 5.100 ? im Kasten zu haben, gegen die es auch gerichtlich kein Entrinnen gibt. Und das für jedes Buch, das auf dem Index steht.

Ich weiß nicht, wie die ganze Chose hier weiter verlaufen wird - aber eins weiß ich sicher : diejenigen, die jetzt schon die geforderte Unterlassungserklärung abgeschickt haben, machen ihren Laden besser dicht.[/b]
Zuletzt geändert von blokk am Di 18. Dez 2007, 02:40, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
d_r_m_s
Beiträge: 3589
Registriert: Do 27. Okt 2005, 11:54
Wohnort: Grossraum Karlsruhe

Beitrag von d_r_m_s » Di 18. Dez 2007, 02:33

hallo blokk,

mit der Gültigkeit der UE ist das dann wie von mir vermutet (echt schlecht :( ), die andere Frage habe ich wohl nicht deutlich genug formuliert ...

ich meinte: Wenn ein bisher nicht indiziertes Buch auf dem Index landet, wie schnell ist der Anbieter in der Pflicht ? Man kann ja schliesslich nur reagieren, nachdem man es erfahren hat ...

und wer eine Unterlassungserklärung besitzt, dass jemand für jedes Buch auf dem Index zahlen darf, wird wohl dann auf der Lauer liegen ...

blokk
Beiträge: 1248
Registriert: Mi 6. Dez 2006, 21:02
Wohnort: Petershagen

Beitrag von blokk » Di 18. Dez 2007, 02:50

[quote="d_r_m_s]
ich meinte: Wenn ein bisher nicht indiziertes Buch auf dem Index landet, wie schnell ist der Anbieter in der Pflicht ? Man kann ja schliesslich nur reagieren, nachdem man es erfahren hat ...
[/quote]

Die Frage ist noch nicht geklärt.
Wie wir lesen können, werden Bücher zu jedwedem Zeitpunkt auf den Index gesetzt. Die Veröffentlichung erfolgt aber gewöhnlicherweise Vierteljährlich.
Da stellt sich natürlich die Frage, ob ein am 3.1.08 auf den Index gesetztes Buch nachträglichlich abmahnfähig ist, obwohl der Anbieter vón der Indizierung erst am 1.4.08 erfahren hat, es dann aber sofort aus seinem Angebot genommen hat.
Die Nebendiskusion um die Indizierung von Medien zeigt doch eindeutig, dass die Indizierungs-Behörde in den 70ger Jahren ihren Geist aufgegeben hat.
In den Zeiten der Inet-Plattformen sollte die Behörde ihre Erkenntnisse von sich aus auf die Plattformen übertragen, um so dafür zu sorgen, das von ihr erkannte jugendgefährdende Schriften gar nicht erst eingestellt werden können.
Die nachträgliche Bekanntgabe von Indizierungen durch den vierteljährlichem Versand eines Heftes, dass die indizierten Schriften listet, ist im Jahre 2007 einfach nur noch lächerlich.
Zuletzt geändert von blokk am Di 18. Dez 2007, 03:02, insgesamt 2-mal geändert.

Benutzeravatar
d_r_m_s
Beiträge: 3589
Registriert: Do 27. Okt 2005, 11:54
Wohnort: Grossraum Karlsruhe

Beitrag von d_r_m_s » Di 18. Dez 2007, 02:57

na dann ... gute Nacht ! :(




8)




:wink:

Antworten