Privat vs. Händler

Diskussionen für Händler rund um rechtliche Fragen.
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merlina22
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Privat vs. Händler

Beitrag von merlina22 » So 20. Jan 2008, 20:06

Mir ist es wichtig, daß wir das Thema hier noch mal diskutieren.

Ich bin eine Leseratte. Gegen Ende der 2 ten Klasse konnte ich schon fließend lesen. Gut, das war auch nicht schwer, hatte ich doch durch 2 ältere Brüder und meine viellesende Mutter schon als ABC Schütze die Möglichkeit auf mehrere Hunderte von Büchern zuhause zurückzugreifen.
Mittlerweile wohnt keiner der Kinder mehr zuhause und trotzdem tauschen wir schon seit Jahrzehnten unsere Bücher untereinander quer. (Auch wenn das bedeutet, das ein Teil meiner Bücher in Süddeutschland rumfliegt, ein anderer Teil in England und der Rest sich zwischen dem Haus meiner Eltern und mir aufteilt.)
Wieviel ich mit meinen 28 Jahren bisher gelesen habe? Ich weiss es nicht. Eine vorsichtige Schätzung meinerseits, sind es wohl so um die 7000 Bücher. Und das bezieht sich nur auf die Bücher zum Zeitvertreib .Das kann man mir jetzt glauben, oder auch lassen.

Als ich vor einem knappen Jahr das erste Mal in meinem Leben mein Bücherregal aufräumte und vor allem ausräumte, lagen hinterher auf dem aussortierten Stapel mehrere Hundert Bücher.
Ich wusste nicht, wohin damit.
Fakt ist: Wegschmeissen geht gar nicht! Das war und ist für mich vergleichbar mit Bücherverbrennungen.
Ich bin also in ein Science Fiction Antiquariat gedackelt und fragte an, was ich denn so bekommen würde für meine Bücher. Für meine ca 250 Bücher dieses Segments (Klassische und neuere SF) hat er mir so 10 Euro pro Kiste geboten. Das wären also ca 45 Euro gewesen.
Sorry, aber dann behalte ich die Bücher lieber.

Zu diesem Zeitpunkt, kannte ich Booklooker noch gar nicht. Also habe ich bei Amazon angefangen, die Bücher hochzuladen. Da habe ich mich dann relativ schnell über verschiedene Sachen geärgert. Zunächst einmal wird man im dortigen Forum auf die wiederwärtigste Art und Weise angegiftet. Hinzu kommen Käufer, die nicht in der Lage sind, ausführliche Artikelbeschreibungen zu lesen und eine Abzockgebühr von 25 % durch A. selber.
Das einzig Gute war, durch A. bin ich auf Booklooker gestossen.
Zu dem Zeitpunkt war Booklooker für Händler absolut uninteressant. Ich denke da mal an die verschiedensten Foren, wo häufig geschrieben wurde: ?Lohnt sich nicht, für die 10 Bücher im Monat.?
Diese Seite wurde also durch die Liebhaber am Leben erhalten. In diesem Forum wurde man herzlich empfangen und begrüsst. Alleine das Forum hier, war bis dato eine absolute Ausnahmeerscheinung in der Internetwelt.
Nirgendwo anders, wurde die Nettiquette so gepflegt wie hier. Bis zur Abmahnwelle im Dezember.
Seitdem ändert sich der Ton hier im Forum, was von allen ?Alteingesessenen? mit einer gewissen Trauer beobachtet wird.

Ich denke, wichtig für die neu hinzugekommenen Händler ist es, zu begreifen, das das Klientel bei Booklooker was ganz Besonderes ist. Die Leute hier, haben sich mit Absicht diese Seite ausgesucht. Hier ist ein sehr hoher Anteil an mündigen und aufmerksamen Liebhabern.
Das fängt beim Angebote studieren an, geht beim Verkaufs Verlauf weiter und endet auch nicht nach dem abgeschlossenen Verkauf.
Die vielen Privatverkäufer hier, haben sich bewusst diese Seite ausgesucht. Weil sie Liebhaber und Leseratten sind.
Man ist froh, daß man seine ungeliebten Bücher an andere Liebhaber weitergeben kann. Da ist auch der Preis nicht so wichtig. Vor allem, weil das, was man selber für Bücher ausgibt, den Erlös durch den Verkauf, bei weitem übersteigt.
Mir ist deutlich bewusst, das Booklooker sich mittlerweile zu einer ernstzunehmenden Seite gemausert hat. Das wird vor allem am deutlich verschärften Ton klar. Jeder Händler will ein Stück vom Kuchen und da versucht man gerne mal, die als Konkurenz wahrgenommenen störenden Privatverkäufer beiseite zu drängen.
Das Booklooker gewachsen ist, merkt man auch in anderen Foren. Da fragen sich die Händler nun, wie man schnell seine Angebote hier hochladen kann.
Das Problem, was einige Händler haben ist nun, das sie sich im harten Wettbewerb behaupten müssen. Das Problem, wenn?s nicht so gut läuft, ist dann schnell ausgemacht. Der Privatverkäufer ist Schuld. Er betreibt Preisdumping und stört auch sonst das Geschäft.

*Ironiemodus on* Natürlich sind am Preisdumping die Privaten schuld. Jeder von denen hat schliesslich ein Preistool laufen und untergräbt damit die Konkurrenz. *Ironiemodus off*

Wir sind keine Konkurenz! Wir sind potentielle, aktive Käufer und manchmal auch eine gern genutzte, billige Einkaufsquelle...
Wir sind diejenigen, die hier viele Bücher einkaufen, weil wir einen hohen Bedarf an neuen Lesefutter haben. Als Liebhaber sage ich das ganz deutlich.

Diese Seite hier, wird sich zwangsläufig verändern. Das ist völlig normal. Das mir und vielen anderen die Richtung nicht gefällt, steht auf einem anderem Blatt.

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d_r_m_s
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Beitrag von d_r_m_s » So 20. Jan 2008, 20:11

na, vielleicht hast du ja mehr Erfolg ... ich glaube so langsam, diese Diskussion macht nur Spass, wenn sie sich spontan in einem Thread mit ganz anderem Thema entwickelt ... :lol:

buch-villa
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Beitrag von buch-villa » So 20. Jan 2008, 20:57

Ich mag Dir gerne glauben, was du sagst, nur ändert das ja nichts an der Tatsache, dass Du eine Ausnahme bist. Und wenn du von einer alteingesessenen Liebhaber-Gemeinschaft sprichst, so seid ihr dann halt eine kollektive Ausnahme.

Es gibt tausende Händler im Netz die schwarz handeln. Das habe ich mir nicht mal eben so ausgedacht, sondern es ist schlicht und einfach eine Tatsache. Leider tummeln sich diese Händler mittlerweile auch bei Booklooker.

Wir selbst haben uns mittlerweile von den Billigangeboten losgesagt, und stellen diese tiefpreisigen Angebote gar nicht mehr ein, auch wenn noch einige davon im Angebot sind.

Du scheinst einfach nur an das Gute im Menschen glauben zu wollen, aber es ist für jemanden wie mich, ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Anzahl der Privatanbieter und des entstandenen Preisdumpings zu sehen. Bücher die vor 3 Jahren noch 3-5 Euro gekostet haben, liegen nun bei 0,25 - 1,00 Euro. Bieten wir nun die selben Bücher, sogar in weit besseren Zuständen an, so werden diese oft nicht einmal gefunden, da sie beispielsweise auf der 4. Seite im Suchergebnis landen.

Gerade im Buchsektor gibt es besonders viele Schwarzhändler, da hier die Beschaffung der Ware zunächst recht günstig und auch recht leicht ist. Jeder der sich Ware beschafft, ist dann aber eigentlich auch ein Händler.

Ist es denn fair, dass wir uns an die Regeln halten, Steuern zahlen, allen weiteren Pflichten nachkommen, während anderen munter drauflosverkaufen, das Gesetz brechen und auch noch Geld dabei sparen? Ich sage nein!

Ich kenne mittlerweile dutzende Schwarzhändler alleine in Berlin/Spandau. Woher? Wir verhökern unsere Tiefpreisware mittlerweile in Posten, und da sieht man ja, wer das alles kauft. Bis jetzt waren 9 von 10 Käufern Schwarzhändler. Die haben dann bei EBay und Booklooker auch oft den gleichen Namen. Zum Kaputtlachen ist das, so offensichtlich ist es. Trotzdem scheinst Du es nicht sehen zu wollen.

Auf Amazon das gleiche Spiel. Da gibt es zig private Anbieter die sogar gezielt mit Web & Walk Handys die Wühltische der Metro, Woolworth etc. durchstöbern, damit sie die 3-Euro-Bücher finden, die dann beim Verkauf zweistellige Beträge bringen.

Der Markt wird überflutet durch die privaten Verkäufer, nicht nur im Buchsektor, auch DVD-Händler, oder CD-Händler sind da nicht ausgenommen. Viele fühlen sich doch noch sehr anonym im Netz, auch wenn das längst nicht mehr so ist.

Fakt ist aber, dass damit ein kompletter Wirtschaftszweig geschädigt wird. Wenn die ehrlichen Händler aussterben, weil hier nicht durchgegriffen wird, wer soll dann in Zukunft die Steuern zahlen?

Ob man das nun subjektiv in Ordnung findet oder nicht, kann mir herzlich egal sein, denn ich verdiene meinen Lebensunterhalt mit dem Buchhandel, und wenn nun neben einem Mediamarkt ein kleiner Elektronik-Schwarzhandel aufmachen würde, so würde es sicherlich keine 3 Tage dauern, bis der per einstweiliger Verfügung geschlossen würde.

Wie kann es denn sein, dass illegales Handeln hier von sooo vielen begrüßt wird, unterstützt wird, und bagatellisiert wird?? Ihr alle scheint den Ernst der Lage nicht begreifen zu wollen!

Hätte man vor 20 Jahren einen kleinen Laden aufgemacht und schwarz gehandelt, so hätten sicherlich alle betroffenen zugeben müssen, dass das halt so nicht geht. Warum soll das nun plötzlich ONLINE gehen? Merkt Ihr noch was?

Und was die Anzahl der Bücher angeht, so kann ich da wirklich nur auf die gängige Rechtssprechung verweisen, und Dir garantieren, das kein Gericht in Deutschland ein Angebot von 2500 und mehr Büchern als Privatangebot akzeptieren wird. Der Umsatz und die Regelmäßigkeit des Abverkaufs sind dabei einfach zu hoch. Da könnte ja jeder so argumentieren, auch der Gebrauchtwagenhändler, der halt Autos sammelt. Ein wahrer Witz, was sich manche Leute hier selbst an billigen Rechtfertigungen ausdenken.

Übrigens:

7000 Bücher in 20 Jahren? Ein Buch pro Tag??? Dein ganzes Leben lang??? Was sind denn das für Bücher? Das verstehe ich in der Tat nicht.

Nun komme ich mal auf "Fortan" zurück:

Behauptet wird folgendes:

a. diese Bücher werden in Riesenauflagen gleich Konsumartikeln n den Markt geworfen,

b. der Verbraucher erwirbt mit dem Produkt zugleich ein Entsorgungsproblem,

c. der Verbraucher kann - wenn nicht mehr ausreichend Platz vorhanden ist - ihre Makulierung sicherstellen oder sie iim Sekundärmarkt indirekt durch Veräußerung an den Gebrauchtwaren-Händler bzw. direkt über das Internet / Flohmarkt absetzen,

d. der Gebrauchtwaren-Händler fällt in der Regel als Abnehmer aus, weil er diese Bücher bereits im Bestand hat, ihre zu erwartende Erlöse zu niedirg veranschlagt oder sie selbst ohne Entgelt beschaffen kann,

e. dem wirtschaftlichen denkenden Verbraucher bleibt meist keine andere Wahl als die der Selbstvermarktung,

f. die dabei erzielten Erlöse kompensieren in der Regel nicht die damit verbundenen Ausgaben (Kosten); das Netto-Ergebnis bleibt in der Regel unter den zu versteuernden Einkommengrenzen,

g. die vom Privat-Anbieter erzielten Erlöse fließen zum einen Teil wieder zurückt in den Markt für neue oder gebrauchte Bücher.

h. die wirtschaftliche Situation des Gebraucht-Buchhändlers ist nicht zuletzt auch das Ergebnis der verfehlten staatlichen Wirtschaftspoliik, die praktisch seit der Kohl-, über die Rot-Grün- oder jetztige Koalition nicht mehr stattgefunden hat


---------------

Zu a) Was ändert das daran, dass ein gezielter An- und Verkauf zwecks Gewinnerzielung einen Handel darstellt?

b) Ja, wir alle müssen für unseren Müll bezahlen, das Entsorgungsproblem erwirbst du aber bei allen Gegenständen die du kaufst. Diese Aussage ist also wahr, stellt aber in keiner Weise ein sinnvolles Argument dar. Dein Auto musst du ja auch irgendwann teuer verschrotten lassen. Die Kosten für Altpapierentsorgung sind sehr günstig. Mittlerweile gibt es sogar Anbieter die Dir Geld dafür zahlen.

c) Kann er, tut er es zu oft und zu regelmäßig, dann ist es aber eindeutig Handel. Jeder echte Händler könnte sonst ebenso argumentieren, und behaupten sein An- und Verkauf komme nur durch Platzmangel und aus Sammlerleidenschaft zustande. Entscheidend sind hier die Mengen!

d) Was hat das mit dem Thema zu tun?

e) Ja, jeder Verbraucher kann wirtschaftlich denken und handeln, dann aber bitte offiziell mit Nebengewerbe. So schwer ist das nicht. Was du da schreibst ist ein an den Haaren herbeigezogenes Rechtfertigungsargument.

f) Wenn neben herkömmlicher Arbeit schwarz verkauft wird, dann wären sehr wohl Steuern zu zahlen. Es zählt hier das Gesamteinkommen aus dem Angestelltenverhältnis und der Selbständigkeit. Alles andere ist Quatsch!

g) Na und? Dann darf ich also schwarz verkaufen, mit der Argumentation, dass ich dadurch auch mehr kaufe, und den Markt belebe??? Was für ein Quatsch!

h) DA HAST DU VOLLKOMMEN RECHT! Die Politik hat in den letzten Jahren eigentlich nichts für kleine oder mittelständische Unternehmen getan. Durch die Rechtsunsicherheit und den mangelnden Schutz der Händler, bei entgegengesetzt steigender Anzahl an Pflichten der Händler, ist der Online-Handel sehr gefährlich und auch undurchsichtig geworden.


Um meine Kritik etwas zu entschärfen: Auch mir wäre es lieber, wenn ich handeln könnte, wie ich wollte, ohne jegliche Einmischung seitens des Finanzamts etc., aber das geht in Deutschland nun einmal nicht. Wer glaubt, dass unter dem Deckmantel des Privatanbieters durchziehen zu können, wird dann einer von den zig Tausend Abgemahnten und vom Finanzamt Geschätzten sein. Früher oder später trifft es alle, leider oft viel zu spät, und dann auch sehr schwer, wobei natürlich häufig auch ein gleichwertiger wirtschaftlicher Schaden angerichtet wurde.

Liebe Grüße!

Mr.Manoon
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Beitrag von Mr.Manoon » So 20. Jan 2008, 21:01

@merlina22
Ich frag mal vorsichtig nach, muß mich hier ja nicht ausbreiten.
Ich bin seit einigen Jahren bei BL.
Die derzeitige Situation ist ziemlich extrem, es sollte eigentlich nicht verwunderlich sein das der Ton da rauher wird, es geht schließlich um die eigene Existenz. Dazu kommt der Zeitdruck wegen der Fristen.
Sich zu streiten "wie die Kesselflicker" kann manchmal hilfreich sein um zu wissen wie der Gegenüber in Krisensituationen reagiert.
Man kennt sich ja nicht. (Nick Name)
Wenn sich die Wogen glätten ändert sich das ja alles wieder. :wink:
Zuletzt geändert von Mr.Manoon am So 20. Jan 2008, 21:11, insgesamt 1-mal geändert.

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volx-wolf
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Beitrag von volx-wolf » So 20. Jan 2008, 21:06

buchvilla hat geschrieben:ok, also vor jemandem der ca. 40 Jahre lang jeden dritten Tag ein Buch durchliest, ziehe ich in der Tat meinen Hut.
... das schaffe ich soger jetzt, d.h. mit Kind, noch. Warum? Nun ja, ich gehöre zu den 3% in Deutschland, die noch keinen Fernseher haben, weil sie lieber lesen!

40 Jahre bin ich noch nicht... aber ich habe allein hier schon 1.500 Bücher stehen, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Bibliothek, Freunde und fachliche Sachen nicht mitgerechnet!

... und dann etwa 500 Bücher im Weiterverkauf zu haben, ist doch nicht weiter problematisch...und ehrlich gesagt, ich freue mich sehr, wenn ich Bücher für 0,25-1,00? (plus 1,-? Porto) bekomme. Als Student oder momentan, Hartz-IV (und Baby) ist nämlich nichts mit Neuware (auch keine Tb für "nur" 8,-?).
Und ob ich nun auf dem Flohmarkt, im örtlichen Gebrauchtwarenmarkt oder im Internet die Bücher kaufe, ist doch letztlich egal. Das Internet hat den Vorteil, daß ich Bücher, die ich suche, i.d.R. auch sofort finde... aber billige Bücher (das Wort Massenware viel ja schon) gab es schon immer und wird es auch weiterhin geben. Wenn Du über das Internet anbieten willst, dann sind halt auch wir Privaten da... ebenso als wenn Du neben uns auf dem Flohmarkt stehen würdest oder in einer Stadt ein Antiquariat hättest, wo alle 14 Tage Flohmarkt ist!
Zuletzt geändert von volx-wolf am So 20. Jan 2008, 21:14, insgesamt 1-mal geändert.
In den Chroniken der Scheibenwelt wurde bereits darauf hingewiesen, daß ganze landwirtschaftliche Ökonomien auf der Hebekraft alter, in Schwarz gekleideter Frauen basieren. (Pratchett)


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d_r_m_s
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Beitrag von d_r_m_s » So 20. Jan 2008, 21:07

ich beuge mich der Entscheidung der Massen :wink: und schliesse mich hier an ...

zunächst mal mein ehrliches Mitleid für jeden (zumindest die meisten :wink: , und nicht nur Buchhändler), der sich heute mit Internethandel sein Brot verdienen muss ... ohne eine schöne Nische ist das sicher nicht leicht ...

gerade bei kleinpreisigen Artikeln finde ich allerdings so manche Argumentation überzogen ... Monatsumsätze, die gerade mal für ein Mittagessen reichen, an Bedingungen knüpfen zu wollen, an denen viele hauptberufliche Händler (und Anwälte !) scheitern, ist ein ganz typisch deutscher Bürokratenwitz ...

und es ist definitiv möglich, in einem Leben 5-10.000 Bücher zu lesen ... muss ja nicht alles den Umfang von 'Krieg und Frieden' haben ... macht sicher auch nur eine ganz kleine Minderheit, aber wieviel Prozent der über 80 Mio. Einwohner Deutschlands treten denn als Verkäufer in diesem Umfang auf ?

'Dumpingpreise' - soweit sie nicht mit horrenden Versandkosten gekoppelt sind - rechne ich i.a. persönlicher Unwissenheit oder auch Dummheit zu ... kaum jemand verschenkt absichtlich Geld ... schon gar keine verkappten 'Profis' ...

das allerdings Bücher mit Auflagen von mehreren hunderttausend Exemplaren gebraucht günstig zu bekommen sind ist einfach Marktwirtschaft ... wer mit Bestsellern Geld machen will sollte lieber neue als antiquarische Bücher verkaufen (aber Bestseller sind natürlich gebraucht auch günstig einzukaufen, nicht wahr :wink: ) ...

Mr.Manoon
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Beitrag von Mr.Manoon » So 20. Jan 2008, 21:07

@buchviella
Überlass das doch der Steuerfahndung, wenn du dich von den Billigangeboten losgesagt hast bist du doch auf dem richtigen Weg.
Entspann dich, konzentriere dich auf deine Bücher und vergiss das alles.
Im Moment geht es hier um deinen Kopf in der Schlinge der Anwälte.
Lösch den Kram und kümmer dich um deine Abmahnung.
(Nett gemeinter Tipp)

Yumo
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Beitrag von Yumo » So 20. Jan 2008, 21:11

Immer wieder jammern einige Händler, Privatanbieter würden die Preise kaputtmachen. Nun war es aber doch so, daß seinerzeit sehr viele Händler Bücher für 1 Cent bei BL angeboten haben und durch horrende Versandkosten den Preis (für sich) so noch halbwegs akzeptabel gestaltet haben. Es scheint wohl bei solchen Gewerblichen völlig in Ordnung zu sein, die Möglichkeit zu nutzen, um günstig seine Bücher anzubieten, aber die faire Provision für Verkäufe war zu viel verlangt. Bei A... ist diese Praxis auch und besonders von Händlern nach wie vor Gang und Gäbe.

In meinen Augen ist die teilweise Häme und Schadenfreude, die zwischen den Zeilen einiger Händler zu lesen ist, absolut unangebracht, wenn es darum geht, daß jemand abgemahnt wurde. Ich war immer der Ansicht, daß jemand, der sich mit Büchern beschäftigt, geistig beweglich wäre und einen größeren geistigen Horizont hätte. Häme und Schadenfreude zeugen eher von Eingeschränktheit und entspricht B...-Zeitungs-Niveau.

Daß es private Anbieter gibt, die auf Grund der Angebote als Händler einzustufen sind, steht außer Frage. Statt dessen werden jedoch alle Privatanbieter undifferenziert über einen Kamm geschoren.
Wenn man sich mal in Erinnerung ruft, wie BL eigentlich entstanden ist, ist es für mich erstaunlich, daß sich einige der Händler, die sich inzwischen zuhauf hier tummeln, so über die Privaten echauffieren. Ohne uns Private gäbe es BL nicht!

Wie blokk im anderen Thread geschrieben hat: Der Großteil derer, die hier als Privatpersonen ihre Bücher verkaufen, tun dies, um Platz für neue zu bekommen. Eine Privatperson hat meistens nicht den Platz, den ein Händler hat. Es ist äußerst wahrscheinlich, daß ein Privatanbieter seine neuen Bücher auch bei einem Händler kauft.
Von Buchhändlern würde ich eigentlich annehmen, daß sie selbst viel lesen. Scheint aber nicht so zu sein, sonst müßten sich jene Händler nicht darüber wundern, daß es Leute gibt, die tatsächlich mehrere Tausend Bücher gelesen und in ihrem Besitz haben.
Daß man als Privatperson einige Tausend Bücher nicht einfach so verkaufen kann, sondern dann (Neben-)Gewerbe anmelden muß, dürfte inzwischen klargeworden sein. Dies war den meisten Privatanbietern hier nicht deutlich, sie haben in gutem Glauben ihre eigenen Bücher angeboten. Daß der gute Glaube und die Unwissenheit nicht vor Strafe schützt, haben entsprechende Urteile gezeigt. Wie jemand (Josef?) gepostet hat, werden solche Privatanbieter inzwischen diesbezüglich von BL angeschrieben.

Die Unzufriedenheit vieler Privatanbieter mit dem Service und den Umgangsformen (oder besser gesagt: das Fehlen selbiger) hat dazu geführt, daß sie gewerbliche Anbieter von ihren Käufen kategorisch ausschließen. Ein Teil dessen, was einige Händler hier absondern, wird kaum jemanden dazu bringen, diese Einstellung zu revidieren.

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volx-wolf
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Beitrag von volx-wolf » So 20. Jan 2008, 21:37

buch-villa hat geschrieben: Wir selbst haben uns mittlerweile von den Billigangeboten losgesagt, und stellen diese tiefpreisigen Angebote gar nicht mehr ein, auch wenn noch einige davon im Angebot sind.
[...]
...und des entstandenen Preisdumpings zu sehen. Bücher die vor 3 Jahren noch 3-5 Euro gekostet haben, liegen nun bei 0,25 - 1,00 Euro.
[...]
...sorry, aber da schönst Du nun doch etwas zu sehr!

von Seite 1 bis Seite 17 in Deinem Angebot sind Bücher für 0,25-0,50?
von Seite 18 bis Seite 559 (!!!) in Deinem Angebot sind Bücher für 0,51-1,00?

... bei 20 Bücher/Seite sind es nach Adam Riese 11.180 Bücher, die Du im "Niedrigpreissektor" anbietest. Dies sind doch einige mehr als nur "einige"
Soviel hat ja noch nicht einmal Merlina gelesen ;-)

... ich meine, mich soll es nicht stören, ich liebe preiswerte Bücher und Dein Porto ist für eine Händlerin auch sehr, sehr angenehm - hierfür ein dickes Lob - aber in der Diskussion stell Dich bitte nicht mehr so sehr als "die Gute" hin, die nur "angemessene Preise" (was auch immer das ist) nimmt.

by the way, da sich Deine Preise immer nur um einen Cent ändern, sieht es mir sehr nach einer Preis-Findungssoftware aus ... und die machen nun wirklich die Preise kaputt!!!
In den Chroniken der Scheibenwelt wurde bereits darauf hingewiesen, daß ganze landwirtschaftliche Ökonomien auf der Hebekraft alter, in Schwarz gekleideter Frauen basieren. (Pratchett)


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Yara
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Beitrag von Yara » So 20. Jan 2008, 21:41

Meine Güte ...

Ich bin selbst u.a. Händler, ich verkaufe u.a. auch bei Booklooker, und habe dort in 4 Jahren 6 Bücher verkauft.
U.a. verkauft auch ein 'Privater' diese seltenen Dinger, die ich verkaufe. Immer zum halben Preis. Na und?

Ich verkaufe auch bei Amazon, dort ist die Sparte meines Angebots mehr gefragt, und ich biete die entsprechenden Bücher überwiegend alleine an.

Bei Ebay könnte ich sie für 1,-- Euro anbieten, und würde ähnlich wie bei Booklooker alle Nase lang mal eins verkaufen, nur dass ich sie dann verschenkt hätte und noch draufzahlen würde.

Wenn ich aber mal andere als diese speziellen Bücher, ganz gleich auf welcher Plattform, anbieten möchte, stehe ich auch vor den Dumping-Preisen der anderen Anbieter. Und zwar sowohl privater als auch gewerblicher Art ... JEDER, ob nun privat oder gewerblich, der in seiner Denkweise diese Veranlagung hat, versucht den anderen zu unterbieten.

Abgemahnt werden inzwischen als gewerblich und als privat registrierte Personen, und das schon sehr viel länger als die paar Tage, seit die Diskussionen darum hier toben. Nach dem Wettbewerbsrecht gerechtfertigte Abmahnungen sind eben, ganz gleich wie man es moralisch empfindet, dem Gesetz nach gerechtfertigt.

Die geltenden Regeln sind inzwischen jedem bekannt - oder sollten es sein, hier kann man ja immer noch klären. Die juristischen Grauzonen sind auch klar. Muss eben jeder sehen, wie er sich einstuft oder entsprechend beraten lassen was wie warum tun.

Was zur Hölle gibt's für einen Grund, ständig aufeinander loszugehen ???

Wenn es einen privaten oder gewerblichen Anbieter gibt, der das, tut, worüber man sich aufregt, wendet man sich sinnvollerweise direkt an den, und hackt nicht pauschal in Forengetippe auf "DEN ..." rum.

Alternativ, noch sinnvoller, kümmert man sich um sein Hobby oder seinen Job und lässt diejenigen, die einem nicht behagen links liegen. Erfolg hat man weder durch den Misserfolg eines anderen noch durch eine Gleichschaltung der Anbieterdefinition und Preise.

Yara

buch-villa
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Beitrag von buch-villa » So 20. Jan 2008, 21:44

@Mr. Manoon: Ich wurde nicht abgemahnt.

@die anderen: Auf meine Argument wird gar kein Bezug genommen. Ganz ehrlich: Ich habe sogar die Liste von Fortan abgearbeitet, aber wenn Euch das zu anstrengend ist, dann muss ich diese Diskussion für meinen Teil beenden. Es macht keinen Sinn, wenn ich hier nur mit subjektiven Eindrücken konfrontiert werde.

Ich weiß auch nicht warum mir hier Häme, Neid, Missgunst, oder Jammern etc. unterstellt wird.

Auch habe ich keinen scharfen Ton angeschlagen. Meine Aussagen waren wesentlich objektiver als Eure. Ich habe auch niemanden über einen Kamm geschoren. Aber die Rechtslage werdet Ihr mit Euren Wortverdrehungen auch nicht aus der Welt schaffen können. Und genau diese Rechtslage ist eben entstanden, da Eure Vorstellung von fairem Privathandel dermaßen zum Mißbrauch einlädt, dass letztlich eben die ehrlichen Privatanbieter benachteiligt werden mussten, zum Schutze der Wirtschaft.

Probiert bitte einmal das nachzuvollziehen, und bevor nun wieder ausgewichen wird, wäre es ja schön, wenn dann wenigstens mal ein Argument von mir entkräftet wird, wenn Ihr schon anderer Meinung seid.

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d_r_m_s
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Beitrag von d_r_m_s » So 20. Jan 2008, 21:47

@ volx-wolf: nette kleine Recherche ... ganz gleich, ob es jetzt eine Software oder vielleicht regelmässige prozentuale Preisanpassungen sind ... ja, mit den Preisen muss sich da wohl jemand an die eigene Nase fassen 8)

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d_r_m_s
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Beitrag von d_r_m_s » So 20. Jan 2008, 21:51

buch-villa hat geschrieben: Und genau diese Rechtslage ist eben entstanden, da Eure Vorstellung von fairem Privathandel dermaßen zum Mißbrauch einlädt, dass letztlich eben die ehrlichen Privatanbieter benachteiligt werden mussten, zum Schutze der Wirtschaft.
das die bestehende Rechtslage in irgendeiner Weise eine Reaktion auf die aktuelle Lage im Internethandel ist halte ich für ein Gerücht ... ganz im Gegenteil ist die aktuelle Lage ein Ergebnis davon, dass die Gesetzgebung auf die aktuelle Situation überhaupt nicht (und schon gar nicht angemessen) reagiert ...

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Beitrag von bücherwurm03 » So 20. Jan 2008, 22:26

buch-villa hat geschrieben:Ich mag Dir gerne glauben, was du sagst, nur ändert das ja nichts an der Tatsache, dass Du eine Ausnahme bist. Und wenn du von einer alteingesessenen Liebhaber-Gemeinschaft sprichst, so seid ihr dann halt eine kollektive Ausnahme.

leider werden auch die abgemahnt, weil einige händler nicht differenzieren können. zumindest überlege ich mehrmals, ob ich mit dem finger auf jemanden zeige.

Es gibt tausende Händler im Netz die schwarz handeln. Das habe ich mir nicht mal eben so ausgedacht, sondern es ist schlicht und einfach eine Tatsache. Leider tummeln sich diese Händler mittlerweile auch bei Booklooker.

da stimme ich dir voll zu, aber warum der umweg über einen anwalt? einfach selber ansprechen und mit abmahnung drohen oder bei booklooker melden support@booklooker.de und abwarten. wenn sich nichts ändert kann man immer noch einen anwalt einschalten.

Wir selbst haben uns mittlerweile von den Billigangeboten losgesagt, und stellen diese tiefpreisigen Angebote gar nicht mehr ein, auch wenn noch einige davon im Angebot sind.

????? ich habe mir dein angebot angesehen 500 seiten von 1245 sind unter 1 euro angebote! das sind in der tat "einige".


Du scheinst einfach nur an das Gute im Menschen glauben zu wollen, aber es ist für jemanden wie mich, ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Anzahl der Privatanbieter und des entstandenen Preisdumpings zu sehen. Bücher die vor 3 Jahren noch 3-5 Euro gekostet haben, liegen nun bei 0,25 - 1,00 Euro. Bieten wir nun die selben Bücher, sogar in weit besseren Zuständen an, so werden diese oft nicht einmal gefunden, da sie beispielsweise auf der 4. Seite im Suchergebnis landen.

meine meinung dazu, qualität setzt sich durch. leute die 25 cent ramsch bücher kaufen würden nie bei dir kaufen, da bin ich mir sicher. auch in diesem fall wurde schon öfter an booklooker appelliert, die qualität schon in der angebotsübersicht hervorzuheben. je mehr anfragen, desto wahrscheinlicher wird das denke ich. aber leider sind hier viele damit beschäftigt sich gegenseitig anzumachen und konzentrieren sich irgendwie nicht auf das wesentliche

Gerade im Buchsektor gibt es besonders viele Schwarzhändler, da hier die Beschaffung der Ware zunächst recht günstig und auch recht leicht ist. Jeder der sich Ware beschafft, ist dann aber eigentlich auch ein Händler.

Ist es denn fair, dass wir uns an die Regeln halten, Steuern zahlen, allen weiteren Pflichten nachkommen, während anderen munter drauflosverkaufen, das Gesetz brechen und auch noch Geld dabei sparen? Ich sage nein!

ich sage auch nein, wenn wirklich bücher beschafft werden aber die aktuelle abmahnung geht einzig und allein von der anzahl der bücher aus und das ist auch nicht fair. ich und meine familie (mit der ich zusammenlebe, also nix mit hier und da bücher sammeln, wie du es im anderen thread geschrieben hast) werden sich jedenfalls nicht entschuldigen, weil wir gerne und viel lesen und das gelesene auch wieder los werden wollen.

Ich kenne mittlerweile dutzende Schwarzhändler alleine in Berlin/Spandau. Woher? Wir verhökern unsere Tiefpreisware mittlerweile in Posten, und da sieht man ja, wer das alles kauft. Bis jetzt waren 9 von 10 Käufern Schwarzhändler. Die haben dann bei EBay und Booklooker auch oft den gleichen Namen. Zum Kaputtlachen ist das, so offensichtlich ist es. Trotzdem scheinst Du es nicht sehen zu wollen.

die kaufen also euer billig-posten? um was zu tun, teuer weiterverkaufen? warum sollten es leute bei denen billig kaufen, was sich bei euch nicht billig haben wollten? und schädigt ihr euch nicht selbst, wenn ihr die billig weitergebt? versteh ich nicht!

Auf Amazon das gleiche Spiel. Da gibt es zig private Anbieter die sogar gezielt mit Web & Walk Handys die Wühltische der Metro, Woolworth etc. durchstöbern, damit sie die 3-Euro-Bücher finden, die dann beim Verkauf zweistellige Beträge bringen.

es gibt bei metro und woolworth 3 euro bücher, die zweistellige beträge bringen können????? *das schockiert mich jetzt wirklich*

Der Markt wird überflutet durch die privaten Verkäufer, nicht nur im Buchsektor, auch DVD-Händler, oder CD-Händler sind da nicht ausgenommen. Viele fühlen sich doch noch sehr anonym im Netz, auch wenn das längst nicht mehr so ist.
Fakt ist aber, dass damit ein kompletter Wirtschaftszweig geschädigt wird. Wenn die ehrlichen Händler aussterben, weil hier nicht durchgegriffen wird, wer soll dann in Zukunft die Steuern zahlen?

ist es aber nicht auf fakt, dass antiquare und online-händler sich in ihren angeboten nicht auf antiquierte bücher beschränken sondern auch aktuelle bücher verkaufen (wenn sich die möglichkeit ergibt) und damit den buchandel unterwandern, welcher der preisbindung unterliegt? kann ich jetzt nicht sagen "gebrauchtbuch händler" schädigen allgemein die wirtschaft. alle sollten ihre bücher einmal lesen und wegwerfen und nix mehr gebraucht anbieten dürfen?
das ist jetzt rein utopisch, ich finde antiquare sind eine unbedingte bereicherung fürs stadtbild aber wer im glashaus sitzt sollte nicht mit steinen werfen.


Ob man das nun subjektiv in Ordnung findet oder nicht, kann mir herzlich egal sein, denn ich verdiene meinen Lebensunterhalt mit dem Buchhandel, und wenn nun neben einem Mediamarkt ein kleiner Elektronik-Schwarzhandel aufmachen würde, so würde es sicherlich keine 3 Tage dauern, bis der per einstweiliger Verfügung geschlossen würde.
Wie kann es denn sein, dass illegales Handeln hier von sooo vielen begrüßt wird, unterstützt wird, und bagatellisiert wird?? Ihr alle scheint den Ernst der Lage nicht begreifen zu wollen!

nein, du scheinst nicht begreifen zu wollen, dass wir alle nur menschen sind, die fehler machen. auf fehler kann man menschen hinweisen ohne ihnen einen anwalt auf den hals zu hetzen, der verlangt dann mal eben für ein missverständnis 755 euro zum abwehren brauchst du mindestens 300 euro! wozu der ganze bockmist. ich frage mich wirklich was verwerflicher ist, die entfremdung von seinesgleichen und entmenschlichung in diesem handeln oder die paar anbieter, die es teilweise nicht besser wissen.


Und was die Anzahl der Bücher angeht, so kann ich da wirklich nur auf die gängige Rechtssprechung verweisen, und Dir garantieren, das kein Gericht in Deutschland ein Angebot von 2500 und mehr Büchern als Privatangebot akzeptieren wird. Der Umsatz und die Regelmäßigkeit des Abverkaufs sind dabei einfach zu hoch. Da könnte ja jeder so argumentieren, auch der Gebrauchtwagenhändler, der halt Autos sammelt. Ein wahrer Witz, was sich manche Leute hier selbst an billigen Rechtfertigungen ausdenken.

es wurden hier auch leute abgemahnt, die weniger als 2500 bücher haben, ich teile in diesem fall deine meinung nicht. es gibt durchaus gerichte, die sowas als privat einstufen würden. woher weißt du eigentlich, dass bei 2500 büchern der umsatz zu hoch ist? wenn so ein typ 2500 mal konsalik für 25 cent drin hat kann ich dir versichern, dass der umsatz nicht zu hoch ist. regemäßiger abverkauf kann ich nicht beurteilen, da fällt das urteil mal so mal so aus. gerade im gebrauchtbuchsektor ist die rechtsprechung sehr schwammig bis gar nicht vorhanden. dass du meinst zu wissen, dass JEDES gericht das als nicht privat ansehen würde sehe ich nicht so und du kannst es eigentlich auch nicht wissen.
meiner meinung nach kann man gerade bücher nicht mit den gängigen bei ebay verkauften gütern des allgemeinen lebens nicht vergleichen, auf die sich die meisten urteile beziehen.


Übrigens:
7000 Bücher in 20 Jahren? Ein Buch pro Tag??? Dein ganzes Leben lang??? Was sind denn das für Bücher? Das verstehe ich in der Tat nicht.

die 7000 kann ich nicht beurteilen aber kannst du dir vorstellen, dass jemand manchmal fünf bücher parallel lesen kann und die auch in einer woche durch hat, dafür die woche darauf aber keine liest und die woche darauf nur eins usw....

kannst du dir vorstellen, dass man an einem flohmarktstand steht und mehrere bücher vom klappentext interessant findet und sie kauft weil die flohmarktstandbesitzerin die bücher auch gut fand und sie empfiehlt. kannst du dir vorstellen, dass man diese bücher dann in seinen "noch lesen" stapel aufnimmt und von diesen büchern 3 liest und bei den restlichen zwei nach ein paar wochen denkt "hmm mittlerweile kommt mir der klappentext nicht mehr so interessant vor" (les ich das noch??*grübel, stark überleg....sich dann dagegen entscheidet weil man zwischenzeitlich noch andere interessante bücher bekommen hat?

wenn nicht, tut es mir leid für dich...dann warst du nie ein bücherwurm, bücherfan!


ich kann zu einem gewissen teil deine frustration verstehen aber ich glaube eher ihr händler frustriert euch gegenseitig und sucht dann einen sündenbock! wie gesagt, gegen schwarzhändler kann man mit booklooker zusammen ganz anders vorgehen ohne die billige abmahn masche.
meine meinung, jedem ist seine meinung natürlich überlassen.

gruß
bücherwurm03
Zuletzt geändert von bücherwurm03 am So 20. Jan 2008, 23:50, insgesamt 1-mal geändert.

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ich will nur privates privat verkaufen!

Beitrag von Kohagie » So 20. Jan 2008, 23:06

Hallo,

ein gutes Beispiel ist doch der Buchversender der mit J anfängt.

Ich will nur meine Bücher, die Bücher meiner Tochter und meiner Frau, die wir privat kauften oder geschenkt bekamen und die für die Papiertonne zu schade sind, privat verkaufen. Mehr nicht! Vielleicht noch um die 100 Stück. Wir kauften nicht Bücher oder kaufen Bücher aus dem Grund diese zu verkaufen. Wir kauften und kaufen Bücher um die zu lesen, zu sammeln um diese dann irgendwann später vielleicht privat zu verkaufen.

Ich würde liebend gern a Block an einen Händler oder Widerverkäufer verkaufen aber nicht wenn ich weis, daß dieser mir, wenn überhaupt pro Buch ein paar Cent bezahlt und selber dieses Buch dann für mehrere Euro anbietet und verkauft.

Ein Beispiel,
ich interessierte mich vor einigen Jahren für den esoterischen Bereich und kaufte mir diesbzgl. Bücher. Seit Jahren interessiert mich dieser Bereich nicht mehr und ich möchte diese verkaufen. Es sind noch, ich glaube, 10 Stück. Wie neu.

Als Beispiel sah ich gerade hier bei BL nach einen Buch und zwar
Entführt von Außerirdischen,
John E. Mack, Bettendorf.
Das Buch wird als TB für 1.-- Euro angeboten und, so wie meines in gebundener Form mit Schutzumschlag, von einem Händler für 1,50 Euro.
Wenn ich hier mein Buch, das nur noch rum steht und Platz wegnimt, hier einstellen würde, ich will es ja verkaufen, würde ich es für 1,25 Euro anbieten.
Bin ich, als Privatverkäufer, an diesem Preis schuld?

LG

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