Privat vs. Händler

Diskussionen für Händler rund um rechtliche Fragen.
blokk
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Beitrag von blokk » So 20. Jan 2008, 23:08

buch-villa hat geschrieben: Probiert bitte einmal das nachzuvollziehen, und bevor nun wieder ausgewichen wird, wäre es ja schön, wenn dann wenigstens mal ein Argument von mir entkräftet wird, wenn Ihr schon anderer Meinung seid.
Als Kollege kann ich das sehr gut nachvollziehen. Es würde mich durchaus freuen, wenn ich meinen quantitativen Umsatz verdoppeln und den operativen Umsatz aus dem Stand versechsfachen könnte.

Ich glaube aber nicht, dass das durch den Ausschluß der privaten Verkäufer vom Markt zu bewerkstelligen ist. Du wirst doch selbst schon recherchiert haben, wieviele Kollegen dir in die Suppe spuckten, indem sie dich um 10 Cent unterboten haben. Vielleicht noch ohne verbindlichen Angaben der Versandkosten, Angebot der "versicherten Versendung", fehlerhafter Widerrufsbelehrung etc.

Wenn wir uns über eine Angebotskultur unterhalten wollen, dann sollten wir schon bereit sein, erst einmal der Dreck vor unserer Händlertür zu entsorgen. Solange es da noch massiven Nachholbedarf gibt, halte ich eine Diskusion, ob jemand mit 2500 Bücher -überwiegend im Tiefpreissegment- ein Häandler ist oder nicht, für überflüssig.

Ich halte es für sinnvoller, einige unserer "Kollegen" auf Fehler aufmerksam zu machen. An ihren Reaktionen lässt sich leicht erkennen, ob es tatsächlich Kollegen sind oder nur Schein-Gewerbliche. Die kann man dann entsprechend verarzten und einige Tausend Angebote sind aus dem Netz.

Noch ein Wort zum allgemeinen Preisverfall.
Diana Gabaldon ging bei ebay vor 5 Jahren nicht unter 10 Euro vom Tisch, vor 2 Jahren durfte man froh sein, wenn das Buch für 1 Euro gekauft wurde. Einzelne Titel werden mittlerweile wieder mit 3 Euro gehandelt.

Die Preisfindung von gebrauchten Artikeln findet am Markt statt. Gibt es eine rege Nachfrage, sind die Billig-Angebote ruckzuck weg von Markt und das billigste Angebot wird immer teurer. Ist keine Nachfrage da, versucht der letzte Anbieter seinen Vorgänger zu unterbieten und die Preise purzeln. Und irgendwann stehen eben 100 Bücher vom gleichen Titel bei ama für 1 Cent zum Verkauf.

Ist daran jetzt der Private schuld oder die allgemeine Marktsituation?

coma
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Beitrag von coma » So 20. Jan 2008, 23:20

Es gibt ja schon ein Josef-Tagebuch :wink: .
Aber ich will auch selber mal etwas persönliches sagen zu dem Unterschied privat/gewerblich.
Abgesehen von der rechtlichen Beurteilung, es gibt eine Art "geistig-moralischen" Übergang von BuchleserInnen, die das gelesene wieder verkaufen, und neue Bücher beschaffen, um zu LESEN, es gibt oft einen Übergang zum "Konto-Inspekt". Das Taschengeld, das mit privaten Büchern verdient wird, und wieder ausgeben für Bücher oder sonstwas, da passiert dann mal was, z.B. weil an einem Verkauf ausnahmsweise mal sehr viel verdient wurde. :idea: Oi!
Der Übergang vom Lesen zum Handel stellt sich im Anschluß leicht ein, wenn eben die Ausbesserung der Kasse aus irgendwelchen Gründen den Vorrang bekommt, und da gibt es diese :idea: .
Dies ist der realexistierende Übergang zum gewerblichen Handel, egal was die Gerichte sagen. Alle sog. privaten und auch die inzwischen gewerblichen könnten eigentlich diesen Übergang kennen, für den Fall, daß sie ein Gewissen haben. Aber das reicht nicht, sondern es braucht auch Rechtsbewußtsein. Denn das Bewußtsein, Achtung, das geht in eine Richtung, die ist zweifelhaft, dazu braucht es auch Aufklärung, ein Feedback wenn nicht von Richtern, so von den Mitmenschen, die sich betroffen fühlen, um Gelegenheit zu haben, das eigene Verhalten zu überdenken.

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merlina22
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Beitrag von merlina22 » Mo 21. Jan 2008, 00:06

CONTENANCE ! Ihr Lieben!
Ich finde, wir sollten uns nun hier nicht die Köppe einschlagen!
Meine Intention diesen Thread zu eröffnen war folgende:

Versetzt euch in die Lage eures Gegenübers.




Wir hatten hier immer einen guten Umgangston und es ist mir wichtig, das wir das Niveau halten.
Viele Argumente, gerade die von Buch Villa, der sehr viel Herzblut in seinen Beitrag gesteckt hat, kann ich gut anerkennen.
Aber nicht alle.
Das ist sicherlich völlig normal, sonst hätten wir ja keine Diskussion.

Du hast nun soo viele Punkte genannt, das ich es momentan nicht schaffe auf alle einzugehen.
Eine Sache zu den gelesenenen 7000 Büchern. Ich habe nun nicht alle gezählt. Es können auch "nur" 5000 sein, oder vielleicht waren es auch 8000 ?

Kleine Begebenheit dazu: Mein Mann hat mit Weihnachten 2006 die komplette Wächterreihe von Sergei Lukianenko geschenkt. Das sind 4 Bücher á 500 Seiten= 2000 Seiten.
Die hatte ich komplett am Morgen vom 2 Weihnachtsfeiertag durch, und ich habe zwischendurch noch lange geschlafen. :wink:
Ein anderes Mal hatte ich eine Wette mit einem Kommilitonen laufen. Es ging um das Buch "Die Chemie des Todes" Hardcover mit 480 Seiten von Simon Beckett.
Ich habe das Buch mit Uhr in 2 Stunden 15 minuten komplett gelesen. Gut, die Wette habe ich trotzdem verloren, weil ich sagte, ich schaffe es in anderthalb Stunden. 8)
Ich denke, ich bin nicht die einzige Viel und Schnell Leserin.

Das grosse Problem, und das sieht man ja auch an der fehlenden Rechtsprechung. Wo ist die Grenze?

Für einen Privaten mit 2500 Büchern, die er verkaufen will, ist es glaube ich, das schlimmste, einzusehen, das SEIN Eigentum nicht als Privater zu verkaufen ist. Das er dafür ein Gewerbe anmelden muss.
Die gesamten Bücher wurden mal mit allen Steuern und sonstigen Pipapo, der zum Preis dazugehört, bezahlt. Komplett bezahlt.
Das was man in seine Sammlung gesteckt hat, an Geld, ist ja auch beim besten Willen so nicht wieder herauszuholen.
Nanoq hatte das in einem anderem Thread beschrieben.

In diesem Sinne, Peace!
Ich möchte hier wirklich nur ein Stück weit, Verständnis für das Gegenüber gewinnen.

Ich für mich, muss da auch allen Händlern mal ein Riesenlob aussprechen. Ich habe, nur oberflächlich, daran gekratzt, was euer Job für ein harter Knochjob ist. Da steckt eine Menge an Fleissarbeit und schwerer körperlicher Arbeit drin.
Das Einkaufen, das Listen, das Lager, der Papierkrieg, das Auseinandersetzen mit den Kunden, Der Verkauf, das schleppen zur Post, E Mails schreiben u.s.w.
Ich wünsche euch allen, das ihr es in der heutigen Zeit schafft, von eurer Arbeit zu leben. Das es sich auf irgendeine Art und Weise rentiert.
Da trage ich als Käufer und Liebhaber von Büchern gerne meinen Teil zu bei!
In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Wochenstart und bis bald wieder in diesem Kasperle Theater
:wink:

hanischu
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Beitrag von hanischu » Mo 21. Jan 2008, 01:46

merlina22 hat geschrieben:CONTENANCE ! Ihr Lieben!
Ich finde, wir sollten uns nun hier nicht die Köppe einschlagen!

Für einen Privaten mit 2500 Büchern, die er verkaufen will, ist es glaube ich, das schlimmste, einzusehen, das SEIN Eigentum nicht als Privater zu verkaufen ist. Das er dafür ein Gewerbe anmelden muss.
In diesem Sinne, Peace!
:wink:
Hallo merlina,

das große Mißverständnis liegt doch gerade an dieser Stelle. Es geht hier nicht ein einziges mal um die Gewerbeanmeldung, das muß anhand der Einkünfte und der Nachhaltigkeit der Verkaufstätigkeit später entschieden werden.
Es geht einzig und allein um den geschäftsmäßigen Internetauftritt mit Impressum, Widerrufsbelehrung usw. Das heißt ja vor allen Dingen, seine Identität offenzulegen. Kein ehrlicher Anbieter kann damit ein Problem haben.
Hat man jedoch ein Problem damit, daß die Nebeneinkünfte öffentlich werden könnten, dann geht es nicht mehr um privat/gewerblich, dann geht es um ...
Deswegen kann ich schon den massiven Widerstand vieler "Privater" gegen diese Einsicht verstehen.
Glaub mir, es geht hier nicht um die paar Privatleute, die mal ein Buch verkaufen wollen, es geht hier um die Massenerscheinung Schwarzhandel, ich bin seit 1998 dabei und habe als Händler die Anfänge von ZVAB, abebooks, booklooker und amazon miterlebt. Die Entwicklung ist einfach zu offensichtlich.

Yumo
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Beitrag von Yumo » Mo 21. Jan 2008, 01:57

merlina22 hat geschrieben:CONTENANCE ! Ihr Lieben!
Ich finde, wir sollten uns nun hier nicht die Köppe einschlagen!
Meine Intention diesen Thread zu eröffnen war folgende:

Versetzt euch in die Lage eures Gegenübers.

Wir hatten hier immer einen guten Umgangston und es ist mir wichtig, das wir das Niveau halten.
Da sich dieser Aufruf (u.a.?) an mich richtet und ich den Wunsch unkommentiert respektiere, verabschiede ich mich hiermit.

Josef
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Beitrag von Josef » Mo 21. Jan 2008, 02:06

Hallo allerseits! "private" und "Händler".

Da ich in diesem Thread erwähnt wurde, möchte ich mich auch mal äußern. Ich werde hier schon als Ulknudel bezeichnet und auch von manchen nicht richtig ernstgenommen. Aber mich gibt es wirklich. Ich habe nach einem Rundschreiben von BL die Seiten gewechselt. Und ich bin sehr, sehr froh, dass mich BL gewarnt hat. Bei meinen bisherigen Buchpreisen als "privater" habe ich meistens darauf geachtet, dass ich den Händlern nicht zu sehr in die Quere gekommen bin. Ähnlich wie es auch die "Händler" untereinander tun, habe ich mich oft knapp unter deren Buchpreisen gesetzt. Im Nachhinein betrachtet, konnten sich die Käufer aussuchen, ob sie bei mir als "privatem" ohne Widerruf usw. oder beim etwas teuerem Händler kaufen konnten. Bei meinem bescheidenen Buchangebot habe ich da auch nicht viele verärgert. Die meisten haben es wahrscheinlich auch garnicht bemerkt, bei den Massen von Büchern die diese anbieten.
Ich habe auch ein einige "25 Cent" Bücher in meinem Angebot. Diese sind schwerer als Blei ! Kein einziges davon habe ich verkauft! 25 Cent für ein gebrauchtes Buch sind einfach lächerlich. Ob man jetzt als "privater" oder als "Händler" anbietet. Wer nicht bereit ist 1 Euro für eine gebundene Ausgabe zu zahlen, der wird sie auch nicht für 25 Cent kaufen!

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gs55
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Beitrag von gs55 » Mo 21. Jan 2008, 07:36

Drei Anmerkungen:

1. Jeder, der privat Bücher über eine Internetplattform anbietet, kann inzwischen, falls er nicht ganz und gar uninformiert dieses Hobby betreibt, das Risiko einschätzen, welchem er sich damit aussetzt. Deshalb finde ich es auch gut, dass booklooker entsprechende Hinweise an diejenigen Anbieter gibt, bei denen es zu Problemen kommen könnte.
Somit muss jeder selbst entscheiden, wie er sich weiterhin verhält.

2. Solange es möglich ist, Bücher im niedrigsten Preisbereich anzubieten,
booklooker 0,25 ?, Ama 0,01 ?, bleibt es jedem selbst überlassen, dieses zu tun. Das ist das Prinzip. Es macht daher keinen Sinn, darüber zu lamentieren. Die einzige Konsequenz wäre, dass andere Mindestpreise festgesetzt würden.

3. Antiquare und Händler sollten sich auf ihr eigenes Tun und Lassen
konzentrieren. Wenn man seine Sache gut macht, kann es egal sein,
ob es Privatanbieter gibt, die vielleicht rechtlich keine sind.

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d_r_m_s
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Beitrag von d_r_m_s » Mo 21. Jan 2008, 08:41

hanischu hat geschrieben:... Das heißt ja vor allen Dingen, seine Identität offenzulegen. Kein ehrlicher Anbieter kann damit ein Problem haben.
Hat man jedoch ein Problem damit, daß die Nebeneinkünfte öffentlich werden könnten, dann geht es nicht mehr um privat/gewerblich, dann geht es um ...
das Finanzamt liest auf allen unseren Bankkonten mit ... mit der Veröffentlichung von Nebeneinkünften (in halbwegs interessantem Umfang) hat das Ganze also nichts zu tun ... und das FA hat i.d.R. überhaupt kein Interesse, dass man mal die kompletten Nebenkosten aufrechnet (z.B. den Mietanteil für meine zwei Verkaufsregale, wegwerfen wäre definitiv billiger) ...

unnötig private Daten ins WWW zu stellen ist nicht ganz unkritisch ... und während irgendwelche Spinner eine richtige Firma kaum gezielt für Blödsinn aussuchen werden, ist ein kleiner Einzelkämpfer ein geradezu ideales Opfer ... natürlich gibt es dieses Risiko auch bei jedem Kauf oder Verkauf, aber es ist zumindest ein Schritt mehr nötig, um die Daten zu bekommen ... reines Lesen ist praktisch nicht nachvollziehbar ...

abgesehen davon habe ich sowohl etwas gegen Dumpingpreise (ich orientiere mich immer an Marktpreisen und Zustand, und unter einem Euro stelle ich erst gar nicht ein) als auch gegen massiven Schwarzhandel ... im vierstelligen Angebotsbereich kann man (nach dem rein persönlichen Rechtsempfinden) vielleicht noch mit gutem Gewissen privat angemeldet sein (ich selbst bin gerade mal dreistellig :wink: ), wer mehrere zehntausend Bücher im Angebot hat weiss definitiv, dass er nicht mehr privat ist ... oft genug gesehen ...

Moranda
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Beitrag von Moranda » Mo 21. Jan 2008, 10:37

Hallo Zusammen,

jetzt jeden Anbieter dazu zu bringen, ein Impressum zu haben. Wie nett für die Abmahner, die müssen sich dann gar nicht mehr bemühen noch Adressen herauszufinden.

Bevor ich Bücher im Internet verkaufen konnte, habe ich meine Bücher an gemeinnützige Vereine gegeben oder ich habe sie unser Bibliothek gespendet, die um bestehen zu bleiben, Bücherflohmärkte veranstaltet und gespendete Bücher für kleines Geld auf den Markt bringt.

Ich war bei meinem Finanzamt, habe meine Einnahmen durch den Bücherverkauf dort offengelegt und die sagten "Privat". In 2006 habe ich 100 Euro im Jahr auszuweisen gehabt. Wohlgemerkt, Umsatz, nicht Gewinn.

Es muss eine Obergrenze für den privaten Verkauf geben, es waren einmal 400 DM im Jahr.

Durch diese Kämpfe Händler gegen private Anbieter, ich hab schon mal einen Beitrag darüber geschrieben, stehen etliche Flohmärkte, jetzt keine virtuellen, sondern die echten Flohmärkte vor dem "Aus".
Im letzten Jahr war ich beim Schiffshebewerk Scharnebeck zu einem Flohmarkt, dazu gab es noch Räucherfisch. Diese traurigen Markt konnte man mit "Unter Händlern" überschreiben. Es gab wie immer den üblichen zusammengekauften Ramsch, einen Inder mit Klamotten, einen Gemüse und Obstverkäufer. Es gab da kaum private Anbieter, der Veranstalter hätte nur zu gern welche gehabt und es gab da keine Käufer.

Der nächste Flohmarkt ein paar Kilometer weiter am Reihersee, das gleiche Bild. Der Markt hatte als Attraktion noch eine Traktorausstellung
Die gleiche Art Händler, auch die mit Büchern, aber wieder keine Käufer.

Das Internet ist keine virtuelle Traumwelt. Hier wird mancher Händler der hier seine Käufer vertreibt und das sind nun mal die Leute die lesen, aber ganz schnell auf dem Boden der Tatsachen landen.

Mir gefällt das mit der Petition an die Politik, aber warum dann nicht gleich an die Justizministerin. Es ist an der Zeit Rechtssicherheit zu schaffen. Sie hat da noch einiges zu tun. Dies ist doch eine Kleinigkeit, soll sie das doch umsetzen, was sie vorgeschlagen hat und zwar schnell.

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Kohagie
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Beitrag von Kohagie » Mo 21. Jan 2008, 11:07

hanischu hat geschrieben:
merlina22 hat geschrieben:CONTENANCE ! Ihr Lieben!
Ich finde, wir sollten uns nun hier nicht die Köppe einschlagen!

Für einen Privaten mit 2500 Büchern, die er verkaufen will, ist es glaube ich, das schlimmste, einzusehen, das SEIN Eigentum nicht als Privater zu verkaufen ist. Das er dafür ein Gewerbe anmelden muss.
In diesem Sinne, Peace!
:wink:
Hallo merlina,

das große Mißverständnis liegt doch gerade an dieser Stelle. Es geht hier nicht ein einziges mal um die Gewerbeanmeldung, das muß anhand der Einkünfte und der Nachhaltigkeit der Verkaufstätigkeit später entschieden werden.
Es geht einzig und allein um den geschäftsmäßigen Internetauftritt mit Impressum, Widerrufsbelehrung usw. Das heißt ja vor allen Dingen, seine Identität offenzulegen. Kein ehrlicher Anbieter kann damit ein Problem haben.
Hat man jedoch ein Problem damit, daß die Nebeneinkünfte öffentlich werden könnten, dann geht es nicht mehr um privat/gewerblich, dann geht es um ...
Deswegen kann ich schon den massiven Widerstand vieler "Privater" gegen diese Einsicht verstehen.
Glaub mir, es geht hier nicht um die paar Privatleute, die mal ein Buch verkaufen wollen, es geht hier um die Massenerscheinung Schwarzhandel, ich bin seit 1998 dabei und habe als Händler die Anfänge von ZVAB, abebooks, booklooker und amazon miterlebt. Die Entwicklung ist einfach zu offensichtlich.
Mal ´ne blöde Frage:

Ich verfolge das ganze hier ja ein bischen und oft mit kopfschütteln!

Warum unternehmt ihr alteingesessenen Buchhändler nichts gegen die euch bekannten schwarzen Schafe?

Ihr schaut seelenruhigg zu wie es dort immer mehr und bei euch immer weniger werden oder euer Verdienst schwindet.
Und beschwert euch dann hier - auch, namentlich, total anonymisiert über die Anderen.

Ihr mault über Centangebote und manch einer von euch verkauft selber für diese Preise. Also, muß doch bei Centpreisen immer noch genug verdient sein - und diese Verdienstmöglichkeit lockt doch viele schwarzen Schafe erst an.
Aber wehe, ein Privatverkäufer, der nun wirklich an keine Gewinnerzielungsabsicht denkt und i.d.R. auch nie haben wird, bietet im Centbereich an, da folgt dann der Aufschrei.

Und wenn ich, wie ich hier schon öfters las, meine Bücher einem karitativen tatigen Verein gebe und denke die geben diese Bücher dann an interessierte Leser weiter, lese ich hier, daß diese u.A. auch bei BL angeboten und verkauft werden.

Eine verkehrte (Bücher)Welt

hanischu
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Beitrag von hanischu » Mo 21. Jan 2008, 11:41

Kohagie hat geschrieben:
Warum unternehmt ihr alteingesessenen Buchhändler nichts gegen die euch bekannten schwarzen Schafe?
Ihr schaut seelenruhigg zu wie es dort immer mehr und bei euch immer weniger werden oder euer Verdienst schwindet.
Und beschwert euch dann hier - auch, namentlich, total anonymisiert über die Anderen.

Lieber kohagie, da hast Du Dir nun aber gerade den Falschen zum Zitieren ausgewählt, hanischu ist mein booklookername und wie man dort nachlesen kann nicht einmal nur das und das ist Absicht, ich halte nichts von Anonymität. Du kannst sicher sein, daß Seelenruhe einer größten Stärken der Antiquare ist, wer sonst könnte manchmal einige Jahre warten, bis ein bestimmtes Buch endlich den Menschen findet, der es braucht. Wer ein wenig nachdenkt, kommt vielleicht sogar dahinter, daß es auch noch einen Unterschied zwischen Händler und Antiquar gibt.

Ihr mault über Centangebote und manch einer von euch verkauft selber für diese Preise. Also, muß doch bei Centpreisen immer noch genug verdient sein - und diese Verdienstmöglichkeit lockt doch viele schwarzen Schafe erst an.

Auch hier wieder der falsche Ansprechpartner, bei mir geht unter 3 EUR gar nichts und das auch nur gezwungenermaßen, nicht wegen der Privaten, sondern wegen der Altpapierhändler, die Kollegen wissen wer das ist.

Aber wehe, ein Privatverkäufer, der nun wirklich an keine Gewinnerzielungsabsicht denkt und i.d.R. auch nie haben wird, bietet im Centbereich an, da folgt dann der Aufschrei.

Nun nochmal zum Mitmeißeln, kein Mensch regt sich über private Anbieter auf, die ihr Hobby pflegen. Die Problemfälle sind die auch auf den Tödelmärkten anzutreffenden Schwarzhändler, die sich an keine Regeln halten und als Privatanbieter unerkannt bleiben wollen.

Und wenn ich, wie ich hier schon öfters las, meine Bücher einem karitativen tatigen Verein gebe und denke die geben diese Bücher dann an interessierte Leser weiter, lese ich hier, daß diese u.A. auch bei BL
angeboten und verkauft werden.


Das liegt vielleicht daran, daß es in der Bundesrepublik Deutschland immer mehr Menschen gibt, die erst einmal etwas zu essen brauchen, ehe sie wieder ans Lesen denken können, um solche kümmern sich karitative Vereine.

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Die Welt ist nicht verkehrt, nur die Macht ist schlecht verteilt und führt zu einer unangenehm einseitigen Verteilung der Ergebnisse der Arbeit aller Menschen. Aber das weißt Du als Politiker ja besser als ich. :wink:

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gs55
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Beitrag von gs55 » Mo 21. Jan 2008, 11:51

Du kannst sicher sein, daß Seelenruhe eine der größten Stärken der Antiquare ist, wer sonst könnte manchmal einige Jahre warten, bis ein bestimmtes Buch endlich den Menschen findet, der es braucht.
Schön gesagt, hanischu :)

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Kohagie
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Beitrag von Kohagie » Mo 21. Jan 2008, 12:24

hanischu hat geschrieben:
Kohagie hat geschrieben:
Warum unternehmt ihr alteingesessenen Buchhändler nichts gegen die euch bekannten schwarzen Schafe?
Ihr schaut seelenruhigg zu wie es dort immer mehr und bei euch immer weniger werden oder euer Verdienst schwindet.
Und beschwert euch dann hier - auch, namentlich, total anonymisiert über die Anderen.

Lieber kohagie, da hast Du Dir nun aber gerade den Falschen zum Zitieren ausgewählt, hanischu ist mein booklookername und wie man dort nachlesen kann nicht einmal nur das und das ist Absicht, ich halte nichts von Anonymität. Du kannst sicher sein, daß Seelenruhe einer größten Stärken der Antiquare ist, wer sonst könnte manchmal einige Jahre warten, bis ein bestimmtes Buch endlich den Menschen findet, der es braucht. Wer ein wenig nachdenkt, kommt vielleicht sogar dahinter, daß es auch noch einen Unterschied zwischen Händler und Antiquar gibt.

Ihr mault über Centangebote und manch einer von euch verkauft selber für diese Preise. Also, muß doch bei Centpreisen immer noch genug verdient sein - und diese Verdienstmöglichkeit lockt doch viele schwarzen Schafe erst an.

Auch hier wieder der falsche Ansprechpartner, bei mir geht unter 3 EUR gar nichts und das auch nur gezwungenermaßen, nicht wegen der Privaten, sondern wegen der Altpapierhändler, die Kollegen wissen wer das ist.

Aber wehe, ein Privatverkäufer, der nun wirklich an keine Gewinnerzielungsabsicht denkt und i.d.R. auch nie haben wird, bietet im Centbereich an, da folgt dann der Aufschrei.

Nun nochmal zum Mitmeißeln, kein Mensch regt sich über private Anbieter auf, die ihr Hobby pflegen. Die Problemfälle sind die auch auf den Tödelmärkten anzutreffenden Schwarzhändler, die sich an keine Regeln halten und als Privatanbieter unerkannt bleiben wollen.

Und wenn ich, wie ich hier schon öfters las, meine Bücher einem karitativen tatigen Verein gebe und denke die geben diese Bücher dann an interessierte Leser weiter, lese ich hier, daß diese u.A. auch bei BL
angeboten und verkauft werden.


Das liegt vielleicht daran, daß es in der Bundesrepublik Deutschland immer mehr Menschen gibt, die erst einmal etwas zu essen brauchen, ehe sie wieder ans Lesen denken können, um solche kümmern sich karitative Vereine.

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Die Welt ist nicht verkehrt, nur die Macht ist schlecht verteilt und führt zu einer unangenehm einseitigen Verteilung der Ergebnisse der Arbeit aller Menschen. Aber das weißt Du als Politiker ja besser als ich. :wink:
Passd scho! (Fränkischer Dialekt)

Ich verstand meinen Beitrag allgemein, für alle und nicht speziell für dich!
Ich schrieb immer "ihr" und nicht "du"!

"Warum unternehmt ihr alteingesessenen Buchhändler nichts gegen die euch bekannten schwarzen Schafe?
Ihr schaut seelenruhigg zu wie es dort immer mehr und bei euch immer weniger werden oder euer Verdienst schwindet."


"...... die erst einmal etwas zu essen brauchen, ehe sie wieder ans Lesen denken können, ....." dafür gibts die Tafeln, die i.d.R. Nahrungsmittel umsonst bekommen. Also wir, Familie, OV und so geben für unsere Verhältnisse schon viel. An Geld, Büchern(!), Haushaltsgegenständen, ....., für karitative Zwecke, an Institutionen, an Weisenhäuser, an Kindereinrichtungen usw. usf. Wir gehören noch zu der Generation die "tun" und nicht nur davon reden!

"..... nur die Macht ist schlecht verteilt!" Ach Gottchen!
"Wer sich für zu klug hält, um sich mit Politik zu beschäftigen, muss damit leben, von Menschen regiert zu werden, die dümmer sind als er." Aristoteles

Moranda
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Registriert: Do 3. Aug 2006, 17:43

Beitrag von Moranda » Mo 21. Jan 2008, 12:46

Hallo Zusammen,

Gemeinnützige Vereine verkaufen Bücher bei Booklooker.

@Kohagi, warum nicht? Ich habe meine Bücher z.B. dem Gymnasium in unserer Kleinstadt gegeben und sie haben die Bücher auf dem Wochenmarkt verkauft, um sich ihre Schulbücher zu finanzieren, die ja heutzutage nicht mehr, wie es bei uns üblich war, von Klasse zu Klasse weitergegeben werden. Wir hatten Lehrmittelfreiheit.
Selbstverständlich finden diese Aktionen über gemeinnützige Vereine statt.

Wichtiger als über die Politiker zu schimpfen ist doch auch sich mit Geschichte zu befassen, zu intervenieren, aufzupassen, dass nicht immer wieder die gleichen Fehler gemacht werden. Statt die Bücher wegzuwerfen, die sich mit den Zeiten der Weltwirtschaftskrise befassen, sollte man sie lesen. Seid froh, über die Leute, die ehrenamtlich arbeiten und schlimmeres verhindern.

buch-villa
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Beitrag von buch-villa » Mo 21. Jan 2008, 13:31

Hallo,

ich kann zeitlich nun wirklich nicht auf alle Aussagen hier eingehen. Aber um noch mal auf unsere Billigangebote einzugehen:

In der Tat, wir haben davon noch jede Menge, aber sie werden nicht mehr neu eingestellt. Wir haben über 100.000 Bücher auf Lager, und es lohnt sich wirtschaftlich schon, bereits eingestellte Bücher, zu niedrigen Preisen abzuverkaufen, da ja die Arbeit an sich schon getan wurde. Nur erneutes Einstellen dieser Bücher ist bei uns seit einiger Zeit nicht mehr angesagt.

Ansonsten möchte ich mich davon lossagen, dass mir hier unterstellt wird, dass ich Abmahnungen im allgemeinen gutheiße. Ich habe lediglich behauptet, dass es diesmal sicherlich auch einige Schwarzhändler zurecht trifft.

Private Anbieter mögen anbieten, was sie wollen, nur sobald eine gezielte Warenbeschaffung stattfindet, ist es dann nicht mehr in Ordnung, wenn man privater Anbieter bleibt. Das passiert aber leider dann doch sehr oft. Nur darum geht es mir.

Ich habe nie jemanden abgemahnt, und werde das auch nicht tun, kontaktiert habe ich schon mehrere private Anbieter, wie von Euch vorgeschlagen. Das bringt in der Regel gar nichts, und wird einfach ignoriert. Ich bin auch nich der Typ, der jemandem mit Anwalt etc. droht.

Letztlich tun das andere, wie wir ja gerade sehen, aber ich kann halt auch nicht verstehen, dass soviele Schwarzhändler trotz des großen Risikos munter weitermachen, und wenn es die dann wirklich trifft, so kann bei mir einfach kein Mitleid aufkommen.

Ich möchte niemanden einschränken, aber ein Appell ein die Fairness kann doch nun auch nicht so schlimm sein...

Ich wünsche jedem ehrlichen Händler und jedem ehrlichen Privatanbieter viel Erfolg hier auf Booklooker und anderen Plattformen. Es ist auch nicht so, dass ich am Hungertuch nage, und irgendeine Frustration aufkommt, aber ich weiß auch, dass die schwarzen Schafe schon dafür verantwortlich sind, dass es nicht gerade leichter wird.

Und wie gesagt, wenn man die Schafherde von 5km höhe betrachten würde, dann wäre sie mittlerweile sicherlich nicht weiß mit ein paar schwarzen Pünktchen, sondern mittlerweile wohl eher grau ;)

Vielen Dank für Eure Antworten, und glaubt bitte nicht, dass ich keinerlei Argumente akzeptiere, und keinerlei Einsichten aus Euren Aussagen ziehe, dem ist nicht so.

Ich habe mich sehr über die Antworten gefreut, trotz der teilweise recht scharfen Kritik an meinen Aussagen. Aber ohne Kritik und Meinungsverschiedenheiten macht eine Diskussion ja auch keinen Sinn.

Liebe Grüße!

Antworten