Tipps für Private aus der Abmahnfalle

Diskussionen für Händler rund um rechtliche Fragen.
blokk
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Tipps für Private aus der Abmahnfalle

Beitrag von blokk » Mi 23. Jan 2008, 02:26

Wer ist angesprochen
In meinen Überlegungen klammere ich bewusst die Verkäufer aus, die einen Buchbestand von 10.000 und mehr Titeln hier und/oder auf anderen Plattformen anbieten. Es geht mir in diesem Beitrag darum, den bisher privat aufgetretenen Verkäufer mit kleinen Beständen und einem ausgeprägten Hang zu ihren bibliophilen Schätzchen aufzuzeigen, wie sie sich vor einer Abmahnung wegen gewerblichen Handelns schützen bzw. sich ins Heer der Antiquariate einreihen können.
Für Anbieter großer Bestände gelten unter Umständen andere Regeln.

Dies soll auch keine Beratung in rechtlichen Dingen werden oder euch die leider notwendigen Lernprozesse und Laufereien abnehmen. Betrachtet es als eine Art Gedankenteppich ohne Anspruch auf Perfektion und Vollständigkeit.


Die von BL angesetzte Stückzahl von 1.000 Büchern ist, wie auch BL mehrfach wiederholt hat, fiktiv. Leider -oder glücklicherweise- gibt es noch keine Urteile, die man heran ziehen könnte, um einigermaßen abschätzen zu können, wann ein Richter einen privaten vom gewerblichen Verkäufer trennt.

Ganz sicher wird ein Richter aber ab 1.000 Angeboten die Teilnahme am geschäftsmäßigen Leben feststellen. Wenn man sich Urteile ansieht, die sich auf das Anbieten von gebrauchten Textilien beziehen, würde ich das Limit von 500 Titeln schon für gewagt halten.
http://www.internetrecht-rostock.de/unt ... r-ebay.htm
http://www.akademie.de/fuehrung-organis ... blich.html
Ein Privatverkäufer ist trotz Unternehmereigenschaft nach § 14 BGB weiterhin steuerfrei.
Beim geschäftsmäßigen Leben kommt es nämlich nur darauf an, ob der Anbieter regelmäßig am Handel teil nimmt. Eine Gewerblichkeit ist dafür nicht erforderlich. Der privater ?Daueranbieter? unterliegt somit dem Verbraucherschutz.
Seine Pflichten beschränken sich aber auf die Angabe eines Impressums und der Widerrufsbelehrung. Fehlt dieses, kann er deswegen von einem Gewerblichen abgemahnt werden.

Gründe
Die Gerichte argumentieren ausnahmslos, dass der Verbraucherschutz im Fernabsatz Vorrang hat. Selbst Verkäufer mit durchschnittlich 7 Verkäufen/Monat innerhalb der letzten 2 Jahre sind im Sinne des Verbraucherschutzes als ?anscheinend Gewerblich? einzustufen. Der Wert der verkauften Artikel spielte bei der Begründung keine Rolle. Sie machen aber auch klar, dass es sich ausschließlich um eine Entscheidung im Sinne des Verbraucherschutzes handelt und damit nicht gemeint ist, Verkäufer des eigenen Hausrats zu Gewerbetreibenden zu machen.

Fazit
Bei einem Verkaufsvolumen ab 7 Büchern im Monat innerhalb von 2 Jahren ist es ratsam, sich den Ansichten der Gerichte zu beugen und ein Impressum sowie eine Widerrufsbelehrung einzustellen. Zweckmäßigerweise macht ihr das hier:
Persönliche Einstellungen/Zusatz-Text eingeben
Euer Knicks vor dem Recht erscheint dann bei jedem Artikelaufruf und ihr seid nach dem Verbraucherschutzgesetz abmahnsicher ? sofern ihr auch die Preisangabenverordnung (siehe weiter unten) beachtet.


Grundüberlegungen zur ?Existenzgründung?
Vor jedem Sprung ins kalte Wasser sollte man an Land ein paar Trockenübungen absolvieren. In diesem Fall nennen sie sich ?Gründerseminar? und werden sowohl von der IHK als auch vom Arbeitsamt angeboten. Sinn dieser meist 3-tägigen Seminare ist es, dem Laien die rudimentärsten Begriffe des Geschäftslebens zu vermitteln und Anlaufstellen zu benennen, an die man sich bei Problemen wenden kann.
Sie sind aber nicht dazu gedacht, euch einen Grundkurs im Steuerrecht, der Buchhaltung oder der kaufmännischen Kalkulation zu geben.
Die Kosten betragen zwischen 30 und 60 ? durch Vermittlung des Arbeitsamtes, Seminare durch die IHK sind oft kostenlos.


Ihr habt die Möglichkeit, unter zwei Arten der gewerblichen Tätigkeit zu wählen.
1.als Hauptgewerbe
2.als Nebengewerbe

Wenn ihr berufstätig seid oder Arbeitslosengeld 1 bezieht, müsst ihr euren Bücherverkauf als Nebengewerbe anmelden. Berufstätige müssen sich unter Umständen die Erlaubnis ihres Arbeitgebers sichern. Das gilt besonders dann, wenn euer Arbeitgeber eine Buchhandlung ist. Beim Bezug von H4 oder Rente könnt ihr es als Nebengewerbe anmelden.
Dahinter steckt der Gedanke, dass niemand einerseits einen Vollzeit-Job ausüben kann und andererseits seine Arbeitskraft in ein Gewerbe einbringen kann. Bei ALG-1 Empfängern würde das bedeuten, dass sie der Vermittlung nicht mehr zur Verfügung stehen und deshalb ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld verlieren.
Das gleiche gilt auch für ALG-2 Empfänger, wenn die Anmeldung nicht mit dem Sachbearbeiter der H4-Behörde abgesprochen wurde. Ich betone ausdrücklich H4-Behörde und nicht Pro-Arbeit. Entscheidend für einen stressfreien Start in die Selbständigkeit ist nach meinen Erfahrungen der Sachbearbeiter der H4-Behörde. Ist der mit euren Ergebnissen zufrieden, könnt ihr euch frei von Sorge um die nächste ?Qualifizierungsmaßnahme? um einen erfolgreichen Start ins Geschäftsleben bemühen.

Hierzu einen kleinen Exkurs in die Gepflogenheiten der H4-Behörde.
Als ALG-2 Empfänger mit Nebengewerbe gilt man als Arbeitsloser mit anrechenbarem Nebeneinkommen. Als ALG-2 Empfänger mit Hauptgewerbe ist man Gewerbetreibender mit ergänzenden H4-Bezügen ? also nicht mehr arbeitslos, weil man einen Vollzeit-Job hat, der aber leider noch nicht zum Leben ausreicht.
Das erklärte Ziel jeder H4-Behörde ist somit erreicht ? man ist erstmal raus aus der Arbeitslosenstatistik.
Das erklärte Ziel der Job-Center wie Pro-Arbeit liegt dagegen in der Vermittlung von Versuchsjobs zum Nulltarif oder das Verfrachten in so genannte ?Qualifizierungsmaßnahmen?.
Ein Störfeuer wird euch gewiss sein, wenn ihr euch auf die Job-Center verlasst.
Finanziell macht es jedoch keinen Unterschied. Vom Gewinn bleiben die ersten 100 ? unangetastet. Von jedem weiteren ? werden 80 Cent auf H4 angerechnet.
Meine Empfehlung, sich als Hauptgewerbetreibender bei der H4-Behörde zu outen, gilt aber nur den bisher privaten Verkäufern, die sich tatsächlich um eine in etwa tragbare Existenz im Buchhandel bemühen wollen und sich bisher aus einem gewissen Schamgefühl von zu vielen Einstellungen zurück hielten. Wenn man sich das Wohlwollen des Sachbearbeiters langfristig erhalten will, muss man schon nachweisen, dass an seinem Ziel arbeitet.
Und das geht nur durch nachweisbare Ergebnisse ? und nicht durch schöne Worte.
Soweit der Exkurs.

Bei der Anrechnung auf eine Rente gelten andere Regeln, die leider von der Art der Rente und des Versicherungsträgers stark abweichen. Eine persönliche Nachfrage an den entsprechenden Versicherungsträger kann ich leider keinem Rentner mit Ambitionen auf das gewerbliche Leben ersparen.

Nichterwerbstätige ohne Anspruch auf H4 oder Rente müssen das Vollgewerbe anmelden Wie die rechtliche Lage bei freigestellten Elternteilen ist, habe ich leider nicht heraus finden können.

Wenn ich euch bis jetzt noch nicht abgeschreckt habe oder es euch vielleicht doch noch einfallen sollte, dass eure Angebote ja eigentlich einigen Personen zuzuordnen wären -Ehemann, Sohn, Tochter, Vater, Mutter und was es sonst noch gibt- und so rein rechtlich es eigentlich ok wäre, wenn jeder Eigentümer eurer Bücher einen eigenen Nick in der BL-Datenbank hätte, wobei es durchaus legal wäre, wenn nur eine Person die Abwicklung übernehmen würde inkl. Geldempfang und Versand, dann kämen wir jetzt zur

Anmeldung des Gewerbes
Die Anmeldung des Gewerbes nimmt das Bürgermeisteramt bzw. Ordnungsamt entgegen. Es ist ratsam, sich das Formular unter
http://www.stmwivt.bayern.de/pdf/wirtschaft/GewA1.pdf
herunterzuladen und zu hause auszufüllen, auszudrucken und einfach nur vorzulegen.
Ihr werdet danach gefragt, wie euer Unternehmen heißen soll. Denkt euch einen netten sympatischen und vor allem passenden Namen aus. Unter diesem Namen seid ihr in Zukunft bei den großen Suchmaschinen zu finden.
Wer einmal bei euch gekauft hat, wird euch immer wieder finden ? selbst wenn er die Plattform vergessen hat, auf der er gekauft hat. So einen Namen sollte man sich schon gut überlegen ? und nicht ad hoc vor einem abgenervten Verwaltungsfuzzie aus dem Ärmel schütteln.
Außerdem will man wissen, was ihr verkaufen wollt. Bücher ? klaro. Und wie sieht es aus mit Musik und Filmen? Mag sein, dass ihr dieses Segment noch gar nicht im Angebot habt. Kann aber sein, dass ihr demnächst ein günstiges Angebot an Musik oder Filmen erhaltet. Wenn in eurer Gewerbeanmeldung steht, dass ihr nur gebrauchte Bücher verkauft, habt ihr ein neues Problem.
Kein Gesetz schreibt euch vor, dass ihr alles anbieten müsst, was in eurer Gewerbeanmeldung steht. Das Gesetz schreibt aber vor, dass ihr ?regelmäßig?, also langfristig, nicht mehr anbieten dürft, als das, was in eurer Gewerbeanmeldung steht.
Legt euch also nicht zu genau fest mit dem, was ihr handeln wollt. ?Bücher und Multimedia-Träger? reicht völlig aus und lässt reichlich Spielraum.

Nach der Gewerbeanmeldung werde ihr Post von eurem Finanzamt erhalten. Dort wird unter anderen gefragt, ob ihr unter die Regelung der Kleingewerbetreibenden fallen wollt. Ich empfehle dringend, hier das ?ja? an zu kreuzen. Ihr werdet ganz sicher nicht in die Verlegenheit kommen, dem Finanzamt gegenüber erklären zu müssen, warum ihr mehr als 17.500 Euro Umsatz im ersten Jahr gemacht habt.
Nur wer wirklich ad hoc massiv in den Buchhandel einsteigen will -mit massivem Lagerausbau, eigenem Fuhrpark, Einkauf von Remmitenten, gewerblicher Anmietung etc- kann durch den Verzicht auf die Einstufung als Kleingewerbe etwas gewinnen.
Ein kleines Rechenbeispiel mag das verdeutlichen:
Jahresumsatz: 12.000 ?
steuerlastige Ausgaben -neue Regale, Lupos, Hermes-: 1,800 ?
Steuerlast auf den Verkauf: 840 ?
Steuergutschrift auf 1800 ?: 342 ?
Abgabe an das Finanzamt: 498 ?
Mit der Regelung der Kleingewerbeteibenden, Abgabe an das Finanzamt: 0 ?


Euer Angebot
Dazu ist eigentlich nicht viel zu sagen, was ihr nicht jetzt schon wisst, ausgenommen der Preisangabenverordnung
Als Gewerbetreibende seid ihr verpflichtet, euren Kunden vor Kaufabschluss den Endpreis -also Preis der Ware plus Versandkosten plus eventueller Geldtransferkosten- der Ware mitzuteilen. Die Versandkosten erscheinen aber nur in unmittelbarer Nähe zum Verkaufspreis, wenn ihr vorher das Gewicht des Buches angebt und die Versandkosten unter ?Persönliche Daten/Versandkosten für Anbieter/innen? eingebt.
Wenn ihr euch für die Mengenstaffel -also Versandkosten nach Anzahl der Bücher- entscheidet, könnt ihr euch das Wiegen sparen.
Sehr heikel wird die Sache aber, wenn ihr die Gewichtsstaffel benutzt und kein Gewicht in eurem Angebot angegeben ist bzw. ihr euch auf keine Staffel festgelegt habt. Dann erscheinen die 3 ??? und euer Kunde weiß nicht, wie hoch der Endpreis ist.
Das wäre ein klarer Verstoß gegen die Preisangabenverordnung.
Geldtransferkosten können entstehen, wenn euer Kunde im Nicht-Euro-Raum wohnt und von dort eine Überweisung abschickt oder wenn mit Paypal bezahlt wird. Ersteres könnt ihr verhindern, indem ihr nur Bestellungen innerhalb des Euro-Raumes akzeptiert, letzteres indem ihr Paypal nicht akzeptiert oder in eurer Bestätigungsmail die Extrakosten auch extra ausweist.

Die Bestellung
Wenn jemand bei euch ein Buch bestellt, gibt er eine rechtsverbindliche Willenserklärung ab. Rechtlich gesehen macht er also den ersten Schritt zu einem rechtsverbindlichen Vertrag. So weit, so gut. Wichtiger und folgenschwerer ist für euch die ...

... Bestätigungsmail
Sie kann eine Ablehnung an den Käufer sein, wenn er euch etwas dubios erscheint oder ihr das bestellte Buch nicht wiederfindet.
Anderenfalls ist sie eure rechtsverbindliche Willenserklärung an den Käufer, seine Bestellung anzunehmen. Dadurch kommt rechtsgültiger Vertrag zustande.
Was hier drinsteht, muss erstens einer gewissen Form genügen und es ist rechtsbindend. Sollte euch ein Tippfehler im Preis nach unten unterlaufen, ist der bindend.
In der Form sollte die Mail etwas so aussehen:
Shopname, euer Name, Anschrift, Tel.Nr., Mailadresse
Ich bestätige Ihre Bestellung
Überweisen Sie bitte x Euro auf das Konto .....
Mit freundlichen Grüßen
Margot Mustermann
dadrunter kommt der Ausschnitt aus der BL-Mail, der die Daten der Bestellung hat
und da drunter eure AGB bzw. die Widerrufsbelehrung



Die Rechnung
Aus einer Rechnung muss ersichtlich sein, wer was, wann, in welcher Menge, zu welchem Preis an wen verkauft hat und unter welchen Bedingungen der Käufer die Ware zurückgeben kann.

Konkret sollte das also so aussehen
Shopname
Inhaber
Strasse
Ort
Tel.Nr.
Mailadresse
Empfänger
Bezeichnung ?Rechnung/Quittung?
Buchtitel ? Menge ? Einzelpreis ? Gesamtpreis
Versandkosten
Rechnungsbetrag
?Gemäß § 19 UStG erfolgt kein Umsatzsteuerausweis?
bei Vorkasse : Rechnungsbetrag durch Überweisung dankend erhalten


Kostenlose Downloads für Rechnungen sind hier zu haben:
http://www.freeware-download.com/Firmen ... _Rechnung/
Achtet aber auf ?Lizenzart : Freeware?. Andere Lizenzarten laufen nur ein paar Wochen und können dann nur gegen einen gebührenpflichtigen Code wieder freigeschaltet werden.


So, da wären wir also fast am Ende meiner kleinen Führung durch den Wald des E-Business angelangt. Die Frage, die den Rest meiner unerschrockener Leser beschäftigen mag, ist wohl die Frage nach der buchungstechnischen Behandlung der Umsätze.
Generell gilt, dass ihr dem Finanzamt nur eine Gewinn- und Verlustrechnung vorlegen müsst. Aus ihr muss hervor gehen, welche Einnahmen und welche Kosten ihr gehabt habt.
Das könnte so aussehen:
Einnahmen xx.xxx ?
Ausgaben xx.xxx ?
Gewinn/Verlust : xxx ?

Soviel zu dem, was man dem Finanzamt mitteilen muss. Intern sollte man natürlich für eine etwas genauere Buchführung nach dem Gewinn und Verlust-Prinzip durchführen. Schon allein deshalb, um heraus zu finden, wo die Kosten im Verhältnis zum Umsatz einfach zu hoch sind. Ein gern unterschätzter Faktor sind dabei die Fahrtkosten. 30 Cent werden für jeden geschäftlich veranlassten mit einem privaten Fahrzeug gefahrenen km als gewinnmindernd vom Finanzamt akzeptiert.



Linksammlung
Hilfe-Forum zum Thema ?Rechnungen?
http://www.rechnungswesenforum.de/rechn ... gelung-46/

Risiken bei Verkauf über Amazon:
http://www.it-recht-kanzlei.de/index.ph ... w&cid=2445
Diesen Link habe ich geteilt. Ihr müßt ihn im Browserfenster wieder zusammensetzen.
http://www.akademie.de/fuehrung-organis ... g-haftung/
amazon-marketplace-abmahnung-rechtssicher-haendler-informationspflichten.html
Zuletzt geändert von blokk am Mi 23. Jan 2008, 11:46, insgesamt 1-mal geändert.

Yumo
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Beitrag von Yumo » Mi 23. Jan 2008, 08:52

Hi blokk,

("eigentlich" wollte ich ja hier nicht mehr posten, aber durch solche Beiträge muß ich meinen Sturkopf doch überwinden. So schnell können sich die Dinge relativieren... )

Vielen Dank für deinen Beitrag, der für die Privaten, die sich mit einer Umstellung befassen, äußerst hilfreich ist.

Auf dem Formular zur Gewerbeanmeldung gibt es u.a. den Punkt "Rechtsform". Muß man bei Anmeldung zwingend eine Rechtsform wählen und wenn ja, welche würde für einen Kleinunternehmer aus deiner Sicht am ehesten in Frage kommen?

Tina
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Beitrag von Tina » Mi 23. Jan 2008, 09:43

Das Problem beginnt doch dann erst für die Privaten, wenn sie auf "gewerblich" umgestellt haben.

Dann müssen sie ständig Ihre Widerrufsbelehrung nachbessern / kontrollieren.

Und sag nicht, das sie dann weniger abmahngefährdet sind.

Dann sollte man erst mal einen Thread eröffnen mit einer aktuellen , möglchst sicheren Widerrufsbelehrung.

Yara
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Beitrag von Yara » Mi 23. Jan 2008, 10:20

Tina hat geschrieben: Dann sollte man erst mal einen Thread eröffnen mit einer aktuellen , möglchst sicheren Widerrufsbelehrung.
Ich meine, dazu hier schon mal was gelesen zu haben. Andernfalls findet sich nach wie vor einiges im Sellerforum.

Yara

blokk
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Beitrag von blokk » Mi 23. Jan 2008, 11:53

Yumo hat geschrieben:
Auf dem Formular zur Gewerbeanmeldung gibt es u.a. den Punkt "Rechtsform". Muß man bei Anmeldung zwingend eine Rechtsform wählen und wenn ja, welche würde für einen Kleinunternehmer aus deiner Sicht am ehesten in Frage kommen?
Unter Punkt 1 (Rechtsform) erscheint in eurem Fall nur euer Name.

Fortan
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Beitrag von Fortan » Mi 23. Jan 2008, 11:57

Wer ist angesprochen .....
Ich nicht! - Rechts- und/oder andere Beratung sollte man denen überlassen, die sich speziell hauptberuflich damit befassen.

Yumo
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Beitrag von Yumo » Mi 23. Jan 2008, 12:26

Blokks Beitrag ist keine Rechtsberatung. Er hat lediglich die Punkte zusammengestellt hat, die vor einer Umstellung bedacht werden sollten und letztlich aus seiner eigenen Erfahrung gesprochen. Da ich gerne mehr Bücher aus meinem Besitz bei BL einstellen möchte und nicht zum Schwarzhändler werden will, hilft mir solch eine Zusammenstellung sehr weiter.

Wenn es einigen nichts nutzt, OK, anderen hilft es sehr wohl. Ich finde auch, daß die Zeit und Mühe, die in den Beitrag investiert wurde, Respekt verdient.

Zum Thema "Widerrufsbelehrung": http://www.internetrecht-rostock.de/Wid ... ehrung.htm
Das scheint in der Tat ein kompliziertes Thema zu sein, zumal die neue Musterbelehrung wohl 4 Din-A 4 Seiten umfassen soll und laut Fachleuten ebenfalls keine Rechtssicherheit bietet. (Gibt's die überhaupt in irgendeiner Sache?)

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ist ja alles schön und gut

Beitrag von Kohagie » Mi 23. Jan 2008, 12:59

Ist ja alles schön und gut
aber keiner von den etablierten, gewerblichen Händlern, die hier immer so schön dem privaten Gelegenheitsverkäufer den Status der Änderung zum gewerblichen Handel offerieren,
schreiben von den sozialen Absicherungen.

Freilich ist der Weg in eine Selbständigkeit gangbar und lobenswert -
aber es gibt jedoch einiges zu bedenken, was man hier bis jetzt noch nicht las und was bis jetzt noch keiner ansprach und nannte.

Wie verhält es sich denn da oder dann
mit der Kranken-, der Pflege-, der Rentenversicherung?

Besteht nicht auch die Möglichkeit plötzlich einen Brief einer oder der Berufsgenossenschaft zu bekommen?

Es ist ja nicht allein mit der Gewerbeanmeldung getan!


Erkundigt euch vor dem Schritt der Gewerbeanmeldung bei der für euch zuständigen IHK und wägt alle Vor- und Nachteile einer Selbständigkeit vorher genauestens ab.
Sprecht unbedingt den Bereich der sozialen Absicherung und der steuerlichen Möglichkeiten an.


Ich wünsche euch allen viel Glück und Erfolg
bei dem Weg in eure Selbständigkeit.

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Beitrag von Kohagie » Mi 23. Jan 2008, 13:07

"Ein gern unterschätzter Faktor sind dabei die Fahrtkosten. 30 Cent werden für jeden geschäftlich veranlassten mit einem privaten Fahrzeug gefahrenen km als gewinnmindernd vom Finanzamt akzeptiert."

Und was oder wie verhält es sich mit der privaten PKW Nutzung und was ist mit dem Fahrtenbuch?

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Beitrag von blokk » Mi 23. Jan 2008, 13:28

Deine Einwände sollte man bedenken, wenn man aus dem sicheren Nest der unselbständigen Arbeit ins unsichere Nest der selbständigen Arbeit wechseln will.
Hier werden aber nur Verkäufer angesprochen, die sich aus der sicheren Abmahnfalle in eine relative Abmahn-Sicherheit begeben wollen.
An der persönlichen Situation eines jeden Verkäufers ändert sich doch nichts, wenn sie vom Status des privaten Viel-Verkäufers in den Status des gewerblichen Wenig-Verkäufers wechseln.

Sieh es gelassen. Es geht hier darum, den interessierten Verkäufern zu helfen, ihre Schätzchen weiterhin online anbieten zu können.

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antje
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Beitrag von antje » Mi 23. Jan 2008, 15:38

Nichterwerbstätige ohne Anspruch auf H4 oder Rente müssen das Vollgewerbe anmelden Wie die rechtliche Lage bei freigestellten Elternteilen ist, habe ich leider nicht heraus finden können.
Wenn du mit den Elternteilen meinst: Mutti arbeitet, Papa ist zu Hause, hütet Kinder und Haushalt (oder umgekehrt) und möchte ein bisschen was mit Büchern verdienen:

Rechtlich kein Problem, ein Kleingewerbe anzumelden, steuerlich auch kein Problem, weil Kleingewerbe mit der (zusammen veranlagten) Einkommensteuer verrechnet wird(Lohnsteuer weiß ich nicht).

Versicherungstechnisch ein Problem: Wenn in unserem Beispiel Papa bei Mutti beitragsfrei mitversichert ist (krankenversichert), fällt er auch bei Kleingewerbe raus und müsste sich selbst versichern (so jedenfalls die Aussage meiner Krankenkasse bzw. der meines Mannes, die aber die Weisheit auch nicht gerade mit Löffeln geschluckt hat), was selbst zum niedrigsten Beitrag in den meisten Fällen utopisch ist. Kann man aber anders lösen. Verpflichtend ist die Krankenvers. natürlich nicht, aber schon recht sinnvoll, denke ich, gell?
Pflegeversicherung? weiß ich jetzt auch nicht, aber ja wohl im Extremfall auch 1,xxx Prozent vom Gewinn.
Rente und Alu-Vers. sind ja hier nicht verpflichtend. Papa würde halt kein Alg und keine Rente für seine gewerbliche Tätigkeit bekommen, es sei denn, er versichert sich freiwillig.
Viele Grüße, Antje
Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können - Mark Twain

http://www.booklooker.de/friebis

coma
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Beitrag von coma » Mi 23. Jan 2008, 16:38

Fortan hat geschrieben:
Wer ist angesprochen .....
Ich nicht! - Rechts- und/oder andere Beratung sollte man denen überlassen, die sich speziell hauptberuflich damit befassen.
Auf jeden Fall. Ansonsten freuen sich sicher viele über die hier gegebenen Tipps. Aber wenn z.B. Formulierungen verwendet werden wie "ich rate dringend" etc., dann finde ich das doch schon recht weitgehend.

Es sollte doch vielleicht zurückhaltender formuliert werden, und nicht im Ton, als würde in diesen Postings alles wichtige erfaßt, und dann auch 100% richtig. Verlaßt Euch nicht auf die Angaben in Internetforen. Noch nicht einmal das, was immer wieder erneut als Tipp, Wissen, Beratung gepostet wird, muß deswegen schon stimmen.

crook
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Beitrag von crook » Fr 25. Jan 2008, 09:54

Meine Konsequenz aus diesem ganzen Anwalts-Dreck:

Verlagerung der Aktivitäten auf Tauschplattformen. Gerade für Bücher gibt es eine tolle Alternative.

Als Sammler finde ich es nicht nachvollziehbar, wenn ich beim Verkauf von Teilen meiner Sammlung plötzlich von "Mitbewerbern" angepinkelt werde.

Verkaufe ich 10 x Druckgrafik mit einem "Gewinn" von 2000 Euro pro Blatt ist alles palletti, verkaufe ich 100 x Bücher aus meiner Sammlung mit 500 Euro "Gewinn" bin ich "Händler".

Aktuelles Beispiel beim Verkauf einer Sammlung von Parfümfläschchen auf ebay:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/102399

Solange es da keine klaren gesetzlichen Vorgaben gibt was, wann, wie und in welchem Umfang ich privat verkaufen kann, tausche ich eben.

blokk
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Beitrag von blokk » Fr 25. Jan 2008, 17:53

Möglicher Hinweis für Vielverkäufer in den Angeboten:


Ich bin Privatanbieter mit Unternehmereigenschaften nach §14 BGB, ich bin kein Gewerbetreibender im steuerrechtlichen Sinn, somit sind alle genannten Preise Endpreise.

Ich schliesse jegliche Gewährleistungsansprüche aus, bin aber dazu verpflichtet dem Käufer ein 1 monatiges Widerrufsrecht einzuräumen.

Mit der Abgabe eines Gebotes erklärt der Bieter diesen Hinweis gelesen zu haben und anzuerkennen!

Widerrufsbelehrung

Sofern Sie als Verbraucher handeln, können Sie Ihre Vertragserklärung innerhalb von einem Monat ohne Angabe von Gründen in Textform (z. B. Brief, Fax, E-Mail) oder durch Rücksendung der Ware widerrufen. Diese Widerrufsbelehrung übermitteln wir Ihnen nochmals gesondert in Textform. Die Frist beginnt am Tag nachdem Sie die Ware und die Widerrufsbelehrung in Textform erhalten haben. Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs oder der Ware.

Der Widerruf ist zu richten an:

Gerda Mustermann
Tulpenweg 6
12345 Musterstadt

Mailadresse

Widerrufsfolgen

Im Falle eines wirksamen Widerrufs sind die beiderseits empfangenen Leistungen zurückzugewähren und ggf. gezogene Nutzungen (z. B. Zinsen) herauszugeben. Können Sie uns die Ware ganz oder teilweise nicht oder nur in verschlechtertem Zustand zurückgewähren, müssen Sie uns insoweit ggf. Wertersatz leisten. Dies gilt nicht, wenn die Verschlechterung der Ware ausschließlich auf deren Prüfung ? wie Sie Ihnen etwa im Ladengeschäft möglich gewesen wäre ? oder die bestimmungsgemäße Ingebrauchnahme der Ware zurückzuführen ist.

Paketversandfähige Sachen sind auf unsere Gefahr zurückzusenden. Nicht paketversandfähige Sachen werden bei Ihnen abgeholt. Sie haben die Kosten der Rücksendung zu tragen, wenn die gelieferte Ware der bestellten entspricht und wenn der Preis der zurückzusendenden Sache einen Betrag von 40 Euro nicht übersteigt oder wenn Sie bei einem höheren Preis der Sache zum Zeitpunkt des Widerrufs noch nicht die Zahlung oder eine vertraglich vereinbarte Teilzahlung erbracht haben. Anderenfalls ist die Rücksendung für Sie kostenfrei.

Verpflichtungen zur Erstattung von Zahlungen müssen Sie innerhalb von 30 Tagen nach Absendung Ihrer Widerrufserklärung erfüllen.


Ende der Widerrufsbelehrung

Yara
Beiträge: 311
Registriert: Sa 15. Dez 2007, 21:34

Beitrag von Yara » Fr 25. Jan 2008, 18:35

@ blokk - Ich weiss ja nicht so recht ...

Yara

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