Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

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Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

Beitrag von booklooker.de » Di 11. Aug 2009, 22:34

Hallo,

Laut eines neuen Gerichtsurteils müssen auch bei Preisvergleichsplattformen (wie z.B. Eurobuch, Findmybook, Google Produktsuche) die Versandkosten engezeigt werden. Daher übermitteln wir an solche Partner nur noch Angebote, bei denen die Versandkosten exakt berechnet werden können. Diese Maßnahme ist nötig, da sonst eine Abmahngefahr besteht.

Lesen Sie dazu bitte auch:

http://www.onlinekosten.de/news/artikel ... n-anzeigen

http://www.shopbetreiber-blog.de/2009/0 ... -rollt-an/

Schönen Gruß:
Das Team von booklooker.de

bücherwurm03
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Re: Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

Beitrag von bücherwurm03 » Mi 12. Aug 2009, 15:54

sehr komisch finde ich das. mir war nicht bewußt, dass man als verkäufer mit eigener webseite selbst einfluss auf die suchmaschinen nimmt und dort versankosten einfach nicht angeben kann?

warum sollte man sowas unterdrücken, deshalb kann ich verstehen, dass ein konkurrent das affig findet und klagt. was bedeutet das denn, wenn es hier auch bei booklooker tausende von angeboten gibt, wo drei ??? stehen? auf den ersten blick ist da ja auch nichts ersichtlich?

ich hätte jetzt angenommen, dass man die betreiber der suchmaschinen mit zur verantwortung zieht.

was mal wieder typisch ist die rasche abmahnbereitschaft von so mancher kanzlei. affig. :|

blokk
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Re: Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

Beitrag von blokk » Mi 12. Aug 2009, 16:44

bücherwurm03 hat geschrieben:warum sollte man sowas unterdrücken, deshalb kann ich verstehen, dass ein konkurrent das affig findet und klagt. was bedeutet das denn, wenn es hier auch bei booklooker tausende von angeboten gibt, wo drei ??? stehen? auf den ersten blick ist da ja auch nichts ersichtlich?
Das zitierte Urteil besagt, dass die Versandkosten für den Käufer zumindest leicht errechenbar sein müssen. Das bedeutet in unserem Fall, dass eine Versandkostentabelle nach Gewicht und das Gewicht des Buches dem Käufer vor dem Kauf bekannt sein muss. Das Gewicht muss aber nicht zwanghaft im dafür vorgesehen Feld der Eingabemaske angegeben werden, sondern kann z.B. auch im Feld "Format" stehen.
Wichtig ist nur, dass der Käufer ohne großen Aufwand erkennen kann, welche Nebenkosten beim Kauf des Artikels anfallen.
Soweit der Auftritt des Verkäufers in seinem Shop booklooker/xxxx

Anders sieht es aus, wenn der Verkäufer seine Angebote in Preisvergleichs-Suchmaschinen listen lässt, wie es z.B. ohne Mehrkosten von BL durchgeführt wird. Wenn dort die Versandkosten nicht angegeben sind, kann der Käufer in spe die Versandkosten nur dann erfahren, wenn er von der Suchmaschine in den Shop wechselt. Der Verkäufer kann also mit einem sehr kleinen Preis sich ganz vorn listen lassen und den Preisnachlass am Produkt über erhöhte Versandkosten wieder wettmachen. Und das, sagt das Gericht, ist unlauterer Wettbewerb.

Die Versandkosten müssen in einer Preisvergleichs-Suchmaschine am Preis des Ware angegeben werden. Nur so kann der Käufer sich einen Überblick über das Preisspektrum verschaffen. Inwieweit dieses Spektrum für gebrauchte Bücher aussagefähig ist, sei dahingestellt. Gerade bei raren Büchern kommt es ja nicht selten vor, dass von "zerfleddert" bis "neuwertig" alles angeboten wird.

Jedenfalls müssen wir die Preisangabenverordnung genau so umsetzen wie ein Händler mit Neuware. Und dazu gehört nun mal die Angabe der Versandkosten. Fehlt die Angabe der Versandkosten, ist das ein hochgradig abmahnfähiger Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht und die PangV.

Es ist also lediglich eine vorsorgende Maßnahme zum Schutz der Verkäufer, dass BL in Zukunft keine Angebote ohne Versandkostenangabe in den Preisvergleichs-Suchmaschinen listen lässt.

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d_r_m_s
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Re: Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

Beitrag von d_r_m_s » Fr 14. Aug 2009, 08:32

bücherwurm03 hat geschrieben:sehr komisch finde ich das. mir war nicht bewußt, dass man als verkäufer mit eigener webseite selbst einfluss auf die suchmaschinen nimmt und dort versankosten einfach nicht angeben kann?
hier muss man wohl unterscheiden zwischen konventionellen Suchmaschinen wie google etc, die sich kaum beeinflussen lassen, und spezifischen Partnerseiten, die die Daten nach gewissen Regeln übernehmen ...

von dem Problem habe ich kürzlich auch in anderen Bereichen gelesen, wo Preisvergleichsseiten Versandkostenangaben bisher nicht übernommen haben (u.a. weil dort Einzelbestellungen die Ausnahme sind und die Angabe damit entweder recht aufwändig oder - weil die VSK meistens sowieso wegfallen - ziemlich witzlos ist) ...

es lebe das Deutsche Abmahnunwesen :evil:

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Re: Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

Beitrag von bücherwurm03 » Fr 14. Aug 2009, 18:56

danke für die erklärungen, den sinn des urteils sehe ich aber diese anwälte ts ts ts denen scheint es echt schlecht zu gehen :twisted:

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Re: Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

Beitrag von briefmarkenjaeger » Mo 17. Aug 2009, 09:23

booklooker.de hat geschrieben:Daher übermitteln wir an solche Partner nur noch Angebote, bei denen die Versandkosten exakt berechnet werden können.
Ab wann wird diese Regelung in Produktion gehen? Derzeit werden noch Angebote ohne Versandkostenangabe an Metasuchmaschinen von Booklooker abgegeben.
Hier ein Beispiel:
http://www.eurobuch.com/platform_order. ... D234331422" onclick="window.open(this.href);return false;

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Re: Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

Beitrag von deichgraf » Mo 17. Aug 2009, 12:11

Moin

1. Ist das doch wohl eindeutig ein Privatverkäufer. Ich kann mir nicht vorstellen, das für diesen Personenkreis die selben scharfen Regeln gelten wie für gewerbliche Verkäufer.

2. Hat der Verkäufer bei booklooker die Versandkosten gestaffelt nach Gewicht angegeben, aber bei seinen Angeboten kein Gewicht hinterlegt.
Wie soll booklooker da die Daten ermitteln und dann übermitteln?

Gruß
Deichgraf

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Re: Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

Beitrag von booklooker.de » Mo 17. Aug 2009, 13:38

Hallo,

bei Eurobuch erscheint die Angabe "zzgl. Versandkosten", wenn keine Versandkosten berechnet werden können.

Diese Angabe ist ausreichend. Problematisch wird es dann, wenn der Hinweis auf die Versandkosten ganz fehlt.

Lesen Sie dazu bitte auch:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,15 ... 66,00.html

Schönen Gruß:
Das Team von booklooker.de

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Re: Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

Beitrag von briefmarkenjaeger » Mo 17. Aug 2009, 15:06

booklooker.de hat geschrieben:Lesen Sie dazu bitte auch:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,15 ... 66,00.html
Auf der oben genannten Seite steht u. a.
Welche genauen Kosten auf den Käufer zukommen, muss der Kunde dann "leicht erkennbar und gut wahrnehmbar" auf einer gesonderten Seite finden.
Da bei dem Buch im Beispiel keine Gewichtsangaben zu finden sind, muss man den Verkäufer erst anmailen oder eine Recherche im Internet zum Gewicht des Buches durchführen - falls man dort überhaupt das Gewicht findet.
Ich habe nun alle meine Angebote bei Booklooker mit exakten Versandkosten versehen (sowohl bei meinem privaten, als auch dem gewerblichen Account), aber anscheinend hätte ich mir das sparen können.

Als Käufer käme es mir darauf an, leicht erkennen zu können, wieviel ich exakt an Kosten zu zahlen hätte und das ist im Beispiel nicht möglich, zumal in der Angebotsbeschreibung lediglich die Gewichtsstaffel angegeben ist und es könnte ja auch sein, dass ein Verkäufer Zeitschriften (mit mehreren Seiten Werbung) oder überformatige Artikel anbietet, auf den die Gewichtsstaffel gar nicht anwendbar wäre.

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Re: Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

Beitrag von briefmarkenjaeger » Mo 17. Aug 2009, 15:08

deichgraf hat geschrieben:2. Hat der Verkäufer bei booklooker die Versandkosten gestaffelt nach Gewicht angegeben, aber bei seinen Angeboten kein Gewicht hinterlegt.
Wie soll booklooker da die Daten ermitteln und dann übermitteln?
Ich war davon ausgegangen, dass in so einem Fall das Angebot garnicht erst an die Suchmaschinen weitergereicht wird, da eine exakte Versandkostenermittlung unmöglich ist.

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Re: Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

Beitrag von booklooker.de » Mo 17. Aug 2009, 15:24

Hallo,
Ich war davon ausgegangen, dass in so einem Fall das Angebot garnicht erst an die Suchmaschinen weitergereicht wird, da eine exakte Versandkostenermittlung unmöglich ist.
So haben wir es anfangs auch gemacht. Mittlerweile ist aber klar, dass die Angabe "zzgl. Versandkosten" ausreichend ist.

Schönen Gruß:
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Re: Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

Beitrag von briefmarkenjaeger » Mo 17. Aug 2009, 15:25

Ok, danke für die Klarstellung.

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Re: Preisvergleichs-Seiten / Angabe von Versandkosten

Beitrag von terracotta » Mo 14. Sep 2009, 10:43

Bei meinen Angeboten wird bei eurobuch Versandkosten: Versand in die EU (EUR x.yz) angegeben, obwohl ich nur Versandkosten innerhalb Deutschlands angegeben habe. Liegt da der Fehler bei eurobuch oder bei booklooker?
Gruß, terracotta

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