Warum lesen Frauen keine Science-Fiction?

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Mary
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Beitrag von Mary » Mi 22. Jul 2009, 16:32

Ja, leider gibts viel Mist... wie in jedem Genre. Selberschreiben ist eine feine Sache, wenn mans fertig bringt.

Die Barrayar-Romane von Bujold haben mir sehr gut gefallen, um mal neueres Zeug zu loben. Ist zwar eher reine Unterhaltung, dafür aber gute. Die Fantasysachen von ihr finde ich nicht gut.

Ich sammel eben die Autoren, die mir gefallen, bis ich alles habe und suche mir dann den nächsten.

@Ojinaa

findet man Deine Sachen bei Leselupe? Finde die Seite etwas unübersichtlich.

Ojinaa
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Beitrag von Ojinaa » Mi 22. Jul 2009, 16:59

Unübersichtlich? Naja, es ist eben nicht eines der vorgefertigten Foren. Links im Menü kann man in die Unterforen hüpfen - je nachdem, ob man Lyrik mag oder bei der Prosa eben SF oder Krimi oder ?

In dem Menü ist auch eine Suchfunktion (das Fernglas-Symbol). Wenn du das anklickst, kannst du meine Werke über den Autorennamen jon finden. Nicht erschrecken: Es ist 'ne lange Liste. Wenn du speziell SF haben willst, kannst du das auf der Suchseite ja bei den Suchoptionen darauf einschränken.

Ich freu mich über jeden Leser, den ich ins Forum locken kann - kannst ja dann mal Rückmeldung geben, wie's dir so gefällt.
Tipp: Such mal unter dem Autorennamen "mazirian" - der hat auch feine Phantastik-Sachen zu bieten!
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Korsar77
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science-fiction-forum

Beitrag von Korsar77 » Mi 22. Jul 2009, 19:04

Hallo an alle!

Kann mich dem empörten Aufschrei nur anschließen: ich bin weiblich und lese bzw. habe viel von SF und Fantasy gelesen. Einige Autoren locken mich auch heute noch manchmal, ansonsten bin ich des Genres auch relativ überdrüssig geworden - ich mag keinen 3teiligen SF mehr lesen, in dem 2x der "Böse" gewinnt und die "Guten" eigentlich recht alt aussehen, nur um dann die wundersame Wandlung im dritten Buch zu erfahren!!

Da hab ich die Lust verloren!

Gruß
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Pharo
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Re: Warum lesen Frauen keine Science-Fiction?

Beitrag von Pharo » Di 25. Aug 2009, 13:19

Hallo,

ich hatte gar nicht mitgekriegt, dass die Diskussion wieder entfacht wurde, wenn auch mit wenig erbaulichen Beobachtungen. Mir geht es in Sachen Fantasy ähnlich wie euch: Ich kralle mich an den Werken von Margaret Weis und Tracy Hickman fest, obwohl sie schon einige Jahre auf dem Buckel haben, weil sie für mich nach wie vor nicht zu toppen sind!

Leider hat es Science Fiction immer noch sehr schwer, ein breites Publikum anzusprechen. Liegt es an der mangelnden Qualität oder daran, dass sich die meisten unter SF immer noch Aliens und Raumschiffe vorstellen? Keine Ahnung. Jedenfalls steht mein Buch bei Thalia Europapassage in Hamburg im Regal Hamburg/Krimi! Das sagt wohl alles.

Gruß,

Miriam
Autorin der SF-Krimireihe SEKTION 3 - HANSEAPOLIS
Es ist ein Thriller. Es ist Science Fiction, aber es könnte auch schon morgen sein!

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Re: Warum lesen Frauen keine Science-Fiction?

Beitrag von Ojinaa » Di 25. Aug 2009, 16:01

Ich vermute, der schwere Stand der SF rührt unter anderem vom falschen Bild her – die meisten verbinden wohl damit Aliens, Raumschiffe und Geballere zwischen den Sternen (und Kino und Fernsehen bedienen das auch kräftig). Ich kenne aber auch einige Leute, die haben einfach eine innere Sperre gegen "Unrealistisch". Bei erklärter Fantasy können die meisten diese Sperre noch überwinden (manche aber auch nicht), weil sie "ist halt ein Märchen" denken und alles Nicht-Reale als Zauberei abhaken. Wenn sie aber etwas als "Technik" oder "Außerirdisch" abhaken sollen (also eigentlich der selbe Mechanismus), dann haben sie das Gefühl, man würde verlangen, dass sie es "verstehen", und – da das so natürlich nicht geht - sie fühlen sich fehl am Platz.
Der schwere Stand von guter SF ist aber zugleich der jeglicher guter Literatur - alles, dessen Hauptreiz im Tiefgang liegt, hat dieses Problem. Schon immer hat es Unterhaltung – also die Ablenkung vom Alltag und seinen Problemen - defintiv leichter als Kunst, die Alltag in den Fokus nimmt und entlarvt.
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Pharo
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Re: Warum lesen Frauen keine Science-Fiction?

Beitrag von Pharo » Mi 26. Aug 2009, 14:03

Ojinaa hat geschrieben:Schon immer hat es Unterhaltung – also die Ablenkung vom Alltag und seinen Problemen - defintiv leichter als Kunst, die Alltag in den Fokus nimmt und entlarvt.
Sehr gute Beobachtung! Den Satz muss ich mir merken.
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Aeria
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Re:

Beitrag von Aeria » So 13. Sep 2009, 22:08

Mary hat geschrieben:Ja, leider gibts viel Mist... wie in jedem Genre. Selberschreiben ist eine feine Die Barrayar-Romane von Bujold haben mir sehr gut gefallen, um mal neueres Zeug zu loben. Ist zwar eher reine Unterhaltung, dafür aber gute. Die Fantasysachen von ihr finde ich nicht gut.
Die "Barrayar"-Reihe ist erstklassige SF. Als "reine Unterhaltung" sehe ich die nicht. Andere Leser wohl auch nicht, die Reihe ist immerhin eine der erfolgreichsten in diesem Genre.
Ich liebe Miles jedenfalls heiß und innig!

***
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Ojinaa
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Re: Warum lesen Frauen keine Science-Fiction?

Beitrag von Ojinaa » Mo 14. Sep 2009, 08:21

Ich bin mal frech:
"Als "reine Unterhaltung" sehe ich die nicht. Andere Leser wohl auch nicht, die Reihe ist immerhin eine der erfolgreichsten in diesem Genre."
Erfolgreich zu sein in einem Unterhaltungsgenre spricht doch wohl in erster Linie dafür, dass man es mit "guter Unterhaltung" zu tun hat, und nicht kausal zwingend dafür, dass man es mit "Kunst"/"Gehaltvollem"/"literarisch Hochwertigem" (wie immer man sowas definiert) zu tun hat. Es kommt vor, dass "Unterhaltung" und "Gehalt" und "Kunst" in einem Werk vereint auftreten, aber bei Reihen verschiebt sich das dann doch sehr schnell. Erst verschwindet "Kunst" (die immer mit einem Neuheitswert verbunden ist), dann schrumpft der "Gehalt" (Themen erschöpfen sich, schon weil sie innerhalb der Serie bestenfalls nur noch mit Krampf unterzubringen sind). Wenn man Glück hat, sorgt gutes Handwerk dafür, dass der Unterhaltungswert bleibt, aber auch das wird heutzutage oft durch den Gewohnheitsfaktor und /oder "neues zu Hause such"-Faktor in seiner Bedeutung eingeschränkt (nicht aufgehoben).

Nachtrag: Ich kenne die "Barrayar"-Reihe nicht, das eben Geschriebene ist NUR eine Replik auf das Argument "viele lesen es/es ist erfolgreich, also ist es mehr als (gute) Unterhaltung". "Bibi Blocksberg", "Terminator", "GZSZ" sind auch erfolgreich in ihren Genres … :wink:
PS: "Gute Unterhaltung" ist übrigens auch ein Wert, der nicht zu unterschätzen ist – auch das muss man als "Macher" erstmal (durch Können und mit Glück) schaffen.
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Leserkanone
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Re: Warum lesen Frauen keine Science-Fiction?

Beitrag von Leserkanone » Di 13. Okt 2009, 00:47

Ich meine, der Prozentsatz der Frauen, die SF lesen ist deshalb geringer als der bei Männern, weil in SF sehr oft die Technik eine dominierende Rolle spielt. Mit der Technik haben die meisten Frauen es eben nicht so. Sie ziehen sich lieber was aus der Esoterik rein, so eine Engelgeschwurbel oder Hirngespinste von aufgestiegenen Meistern und Indigokindern. Es ist schier unerschöpflich, was es da für einen Unsinn gibt. Dagegen strotzt SF geradezu vor Realität.

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Re: Warum lesen Frauen keine Science-Fiction?

Beitrag von Ojinaa » Di 13. Okt 2009, 08:10

Das mit dem Technik-Faktor stimmt schon lange nicht mehr, das ist den Nicht-SF-Lesern nur nicht bewusst. Klar sind SF-Welten (oft, aber nicht immer) mit Technik ausgestattet, aber in Liebesromanen kommen ja auch Autos, Computer, Telefone und Mikrowellen vor. Oft ist Technik in der SF nur das "moderne" Gegenstück dazu und nur gelegentlich (meist in Erzählungen) ist eine neue Erfindung handlungsbestimmend. Aber auch da ist für die Handlung schnurz, wie es funktioniert, sondern nur, was es bewirkt. (Es muss nur glaubwürdig sein.) Das galt eigentlich auch schon bei Jules Verne.
Sicher gibt es auch technikbetonte SF, aber selten. Und noch seltener gibt es SF, wo das Verstehen der Technik handlungsrelevant ist.
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Re: Warum lesen Frauen keine Science-Fiction?

Beitrag von Dinah » So 14. Mär 2010, 00:19

Du kennst wohl die falschen Frauen :wink:
Bei mir gehört seit meiner Kindheit SF fest dazu, Robert Heinlein, Isaac Asimov, Philip K. Dick, Perry Rhodan, Stanislav Lem; Clarke, Niven, Baxter, Alan D. Foster, Asprin---alles, alles MEINS!
Darf ich Douglas Adams auch dazu zählen? :mrgreen:
Als ich meinen Mann kennenlernte, konnten wir unsere Bücher einfach zusammenwerfen, hat sich wunderbar ergänzt: Ich brachte die Foundation-Triologie, er die Robotergeschichten usw usf. Dafür hatte er noch nie von Philip K. Dick gehört :shock: Das konnte ich ändern...mit einer Portion UBIK und dem ganzen Rest.
Vielleicht liegt es manchmal daran, dass manche Mädchen von ihren Eltern "sowas" oft nicht angeboten bekommen oder davor zurückschrecken wg angeblich technischer Details, die sie evtl langweilen könnten? Ich hab keine Ahnung, hab mir schon immer alles kreuz und quer herausgegriffen--und fand Außerirdische wunderbar spannend:Tripods, sag ich nur!Und Raumschiffe *schwärm*.
Grüße, Dinah

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Borrel
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Re: Warum lesen Frauen keine Science-Fiction?

Beitrag von Borrel » So 21. Mär 2010, 19:30

Hi,
ich kann mich da meinen Vorgängerinnen anschließen, ich lese auch sehr gerne SF, am liebsten aber Krimis und Thriller.
Wenn Du über Deinen Schatten springst,
landest Du im Licht und in der Wärme der Sonne.

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abfm68
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Re: Warum lesen Frauen keine Science-Fiction?

Beitrag von abfm68 » Mo 21. Jun 2010, 02:55

Besonders weiblich fühle ich SF-Leser mich zwar nicht, doch vermag ich nicht zu bestätigen, dass Frauen kein SF lesen.
Ganz im Gegenteil fiel mir auf, dass die von mir bei Booklooker angebotenen SF-Romane zu gut drei Vierteln von Frauen bestellt werden. Gut, sie könnten diese Romane Männern schenken - aber bei männlichen Bestellern könnte es umgekehrt ebenso sein.

Sollten Frauen wirklich seltener SF lesen als Männer, so mag das daran liegen, dass sie SF nicht kennen.
Der in der Öffentlichkeit über SF verbreitete Eindruck wird dieser Literaturgattung ja nicht gerecht. "Wildwest im Weltall" wie Enterprise interessiert mich als SF-Leser gar nicht. Möglicherweise denken aber noch viele, "das" wäre Science fiction.

Wenn mich jemand, der SF ablehnt, fragt, welche SF-Werke ich denn empfehlen könnte, nenne ich stets "1984" und "Schöne neue Welt". Zu meiner Verblüffung höre ich dann oft, "das wäre doch kein SF".
"Ne, umgekehrt, "Enterprise" ist kein SF" entgegne ich den staunenden Ahnungslosen dann.

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Re: Warum lesen Frauen keine Science-Fiction?

Beitrag von Ojinaa » Mo 21. Jun 2010, 07:56

… wie: "Enterprise ist keine SF"? Mancher mag's für schlechte SF halten, aber keine SF?
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abfm68
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Re: Warum lesen Frauen keine Science-Fiction?

Beitrag von abfm68 » Di 22. Jun 2010, 19:37

Ojinaa hat geschrieben:… wie: "Enterprise ist keine SF"? Mancher mag's für schlechte SF halten, aber keine SF?
Je nun, "wissenschaftliche Vorstellung"- mir fehlen das Wissenschaftliche und das Imaginative.
Gut, es mögen filmgewordene Kurzgeschichten sein, die in der Zukunft (mit Menschen der Gegenwart ...) spielen, meinetwegen nenne man es SF auf unterstem Niveau.
Aber das Wesen der SF-Literatur (oder der utopischen Literatur, wie es früher in Deutschland hieß) wird nicht getroffen.
Ich verwende meine sicherlich überspitzte Behauptung ja auch nur zur Abgrenzung gegenüber genretypischen Werken.
Gäbe es nicht die Fantastik, würde ich sogar "Der Herr der Ringe" als Alternativweltroman oder -film eher zu SF zählen als Raumschiff Enterprise. Ersteres hat seine Hintergründe und seine Bedeutung im Konflikt zwischen organischer und mechanistischer Ordnung, eine Allegorie der Konflikte um den gegenwärtigen Zeitgeist. Zweiteres ist bloße Unterhaltung zu dessen Stabilisierung.

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