Mißbrauch von Paypal durch Käufer

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frankhard61
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Mißbrauch von Paypal durch Käufer

Beitrag von frankhard61 » Mi 17. Apr 2013, 10:46

Hallo, ich hatte gerade einen Kunden, der bei mir 10 wirklich schöne und neuwertige Sammelbände bestellt hat. Da die in so einem außerordentlich guten Zustand (wie frisch aus der Folienverpackung) waren und sie aus dem Haushalt einer sehr gepflegten älteren Dame stammten, habe ich sie unter der Zustandsbeschreibung "wie neu" eingestellt. 14 Tage nach Wareneingang meldet der Kunde einen Konflikt bei PP unter der Begründung, die Bücher seien gebraucht. Sind sie ja auch, aber "wie neu" heißt ja auch nicht "neu".
Er verlangt 56% Minderung des Kaufpreises und das wollte ich nicht eingehen, zumal er bereits einen Mengenrabatt von mir erhalten hat. Ich möchte aber solchen Nassauern- als solchen sehe ich diesen Kunden- aber auch nicht Tür und Tor öffnen. Ein Eingehen auf den Minderungswunsch hätte bedeutet, daß ich die Bücher zum Altpapiepreis verschenkt hätte. Ich habe also dem Käufer angeboten, die Bücher gegen Erstattung des vollen Kaufpreises (inkl. meiner Versandkosten) zurück zu nehmen. Das will er nicht. Ein weiteres Indiz dafür, daß es ihm ausschließlich auf die Minderung ankommt. Ich fühle mich erpreßt, bin aber nicht bereit, hier zurück zu ziehen. Habe heute den Antrag auf Käuferschutz bei PP entsprechend beantwortet.

Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht und wie sind diese Konflikte gelöst worden?

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Maulwurfshaufen
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Re: Mißbrauch von Paypal durch Käufer

Beitrag von Maulwurfshaufen » Mi 17. Apr 2013, 11:31

Bei soviel Dreistigkeit seitens des Käufers fehlen mir die Worte.
War der Verkauf hier bei BL?
Dann würde ich an Deiner Stelle den Vorgang bei BL melden.
Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.

Meine Fundgrube

frankhard61
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Re: Mißbrauch von Paypal durch Käufer

Beitrag von frankhard61 » Mi 17. Apr 2013, 12:56

Der Verkauf war hier bei Booklooker. Aber sowohl Booklooker als auch Paypal haben sich sehr fair verhalten: der Fall wurde von PP heute in meinem Sinne entschieden: das, was ich dem Kunden gleich nach seiner Konfliktmeldung bei PP angeboten habe, wurde heute von PP entschieden: Erstattung des Kaufpreises gegen (nachvollziehbare- Sendungsverfolgung) Rücksendung der Ware. Das, was der Käufer eigentlich nicht wollte. Nun ist natürlich der Zustand der Ware nach Rücksendung noch interessant, aber ich habe daraus gelernt. Ich lasse mich nicht- auch nicht unter mißbräuchlicher Zuhilfenahme von PP- erpressen.

Nicht daß ich falsch verstanden werde: der Käuferschutz bei PP ist eine gute Sache, ich habe ihn zweimal selbst schon bei Bestellungen in China und den USA erfolgreich in Anspruch genommen. Bei den Chinesen klappte plötzlich die ewig hingezogene Lieferung schlagartig und bei den Amis war nie eine Lieferung in Aussicht- also money back. Aber gerade deshalb darf man den PP-Käuferschutz nicht zum Druck- oder Erpressungsmittel von Käufern verkommen lassen, das gegenüber Verkäufern angewandt wird, um den Preis im Nachhinein ins Bodenlose zu drücken. Wenn der Kunde mit der Ware nicht zufrieden ist, soll er sie zurück senden und bekommt sein Geld zurück. Für beide Seiten nicht wirklich zufrieden stellend, schützt diese Verfahrensweise aber vor Abzockern unter Käufern. Kleinbeigeben bringt nichts.

LG

muessiggaenger
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Re: Mißbrauch von Paypal durch Käufer

Beitrag von muessiggaenger » Mi 17. Apr 2013, 16:42

frankhard61 hat geschrieben:Erstattung des Kaufpreises gegen (nachvollziehbare- Sendungsverfolgung) Rücksendung der Ware.
Hallo frankhard61,

wenn der Kaeufer vorhat, dich ueber den Tisch zu ziehen, nutzt dir die Sendungsverfolgung leider herzlich wenig.

Fuer paypal zaehlt naemlich leider nur der Nachweis, dass irgend etwas versandt wurde - und nicht der Inhalt der Sendung :-(

LG
muessiggaenger

kalokalokairi
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Re: Mißbrauch von Paypal durch Käufer

Beitrag von kalokalokairi » Mi 17. Apr 2013, 19:31

muessiggaenger hat geschrieben:
frankhard61 hat geschrieben:Erstattung des Kaufpreises gegen (nachvollziehbare- Sendungsverfolgung) Rücksendung der Ware.
Hallo frankhard61,

wenn der Kaeufer vorhat, dich ueber den Tisch zu ziehen, nutzt dir die Sendungsverfolgung leider herzlich wenig.

Fuer paypal zaehlt naemlich leider nur der Nachweis, dass irgend etwas versandt wurde - und nicht der Inhalt der Sendung :-(

LG
muessiggaenger
In diesem Fall kann man wirklich nur raten, unter nicht allzu nahestehenden, aber belastbaren Zeugen auszupacken, um im schlimmsten Fall gegen den Käufer vorgehen zu können.

@frankhard
Ich weiß nicht, ob Paypal je nach Verkaufsplattform unterschiedlich urteilt. Bei Verkäufen über Ebay sind Paypal-Entscheidungen und -Rückbuchungen zugunsten des Käufers gang und gebe.
Dort schlagen ständig Verkäufer im Forum auf, die dank Paypal Geld und Ware los geworden sind.

Aber auf jeden Fall meinen Glückwunsch zum Erfolg! :-)

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digitalis
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Re: Mißbrauch von Paypal durch Käufer

Beitrag von digitalis » Fr 17. Mai 2013, 07:53

Hallo frankhard61,
vermutlich bist Du ein gewerblicher Verkäufer, der auch ins Ausland verkaufen will. Da kommst Du dann - anders als ich - möglicherweise um PP nicht rum. Dennoch wirst Du Dein Angebot, mit PP zu zahlen, eventuell überdenken müssen, wenn Du nicht nur einmal mit so einem Gauner zu tun hast. Deine Haltung, Dich nicht erpressen zu lassen und das Risiko zu tragen, eventuell Anzeige zu erstatten, falls in der Rücksendung nur ein Ziegelstein oder ruinierte Bücher drin sind, finde ich gut und richtig. Aber sollten auch bei booklooker solche ebay-Sitten häufiger werden, dann wirst Du Dir das möglicherweise nicht mehr leisten können. :(
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