Frauen, lasst euch doch bewundern ...

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d_r_m_s
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Frauen, lasst euch doch bewundern ...

Beitrag von d_r_m_s » Mo 26. Mär 2018, 09:03

Das Gomringer-Gedicht: Was ist Ihre Meinung?
https://www1.wdr.de/kultur/gomringer-gedicht-102.html
könne Frauen gegenüber als diskriminierend aufgefasst werden. Dabei geht es um den Satz: "Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer". Damit würden Frauen, so die Kritiker, zum Objekt männlicher Bewunderung degradiert
bis die Zitate wieder lesbar sind hole ich mal das Wichtige hier in den Haupttext ... es geht darum, dass "Frauen ... zum Objekt männlicher Bewunderung degradiert" werden könnten ... ja, geht's noch ?

was waren das doch noch für Zeiten, als man eine Frau einfach so bewundern durfte ... Frauen (zumindest ein Teil) gehörten zum schöneren Teil der Welt, und das durfte man(n) sogar offen sagen ...

heute ist das anders ... wer die natürlichen Vorzüge der weiblichen Hälfte der Menschheit bewundert (und die sind und waren nie rein äusserlich), der ist sexistisch ... dafür kann man seinen Job verlieren, oder sogar höchstrichterlich bestraft werden ...

bewundern darf man Frauen anscheinend nur noch, wenn sie Männer kopieren ... äusserlich und im 'Charakter' ... nach Möglichkeit unter Verlust sämtlicher weiblicher Attribute ... fürchterlich ...

ja, der erste Eindruck ist i.d.R. ein optischer Eindruck ... was ist daran schlimm ?

als wenn das bei Frauen anders wäre ... das ist nicht das Problem ...

und wer halbwegs bei Verstand ist sucht sich Partner nicht alleine nach einem Foto aus ...

also lasst euch doch als Frauen bewundern ... für alle weiblichen Vorzüge ...

die Welt braucht Frauen ...

dringend ...

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spiralnebel111
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Re: Frauen, lasst euch doch bewundern ...

Beitrag von spiralnebel111 » Di 27. Mär 2018, 18:35

Dieser verflixte Affenzirkus...

vorderhaus
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Re: Frauen, lasst euch doch bewundern ...

Beitrag von vorderhaus » Di 27. Mär 2018, 22:14

Ich verstehe auch nicht, was an diesem Gedicht verkehrt sein soll - es ist doch schön, wenn frau bewundert wird (wer wird nocht gern bewundert???) - Affenzirkus, das trifft's schon!

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spiralnebel111
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Re: Frauen, lasst euch doch bewundern ...

Beitrag von spiralnebel111 » Mi 28. Mär 2018, 05:42

Emanzipation: Ja, unbedingt! Es wäre aber eindeutig wichtiger, sich darum zu kümmern, was in dieser Hinsicht schiefgegangen ist (und es ist einiges danebengegangen), als als aus Mann und Frau seltsame Gegner zu machen!
Es gab immer so'ne und so'ne, damit musste und muss man/frau fertig werden. Wir sind doch erwachsen.

vorderhaus
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Re: Frauen, lasst euch doch bewundern ...

Beitrag von vorderhaus » Mi 28. Mär 2018, 23:19

Ja, Emanzipation. In meiner Jugend haben wir uns sehr darum bemüht - und jetzt sehe ich oft fassungslos, was daraus geworden ist. Kann das das bessere Leben sein, wenn Mann und Frau möglichst viel malochen und Familie, Zusammenleben usw. soll alles nebenher laufen - und die Kinder möglichst immer gut aufgeräumt sein ...

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Re: Frauen, lasst euch doch bewundern ...

Beitrag von spiralnebel111 » Do 29. Mär 2018, 08:01

vorderhaus hat geschrieben:
Mi 28. Mär 2018, 23:19
Ja, Emanzipation. In meiner Jugend haben wir uns sehr darum bemüht - und jetzt sehe ich oft fassungslos, was daraus geworden ist. Kann das das bessere Leben sein, wenn Mann und Frau möglichst viel malochen und Familie, Zusammenleben usw. soll alles nebenher laufen - und die Kinder möglichst immer gut aufgeräumt sein ...
Genau, das meine ich. Beispiel: Frauenarbeit, was damals noch ganz offiziell Haushalt und Kinder hieß, sollte aufgewertet werden! Was ist daraus geworden? Frauen arbeiten in miesen Jobs um miesen Konsum zu finanzieren, haben immer noch den Haushalt an der Backe (und der Gatte hilft mehr oder weniger), Kinder werden von einer Institution zur anderen geschoben und dienen als weiterer Konsumgrund. Kinder können nicht mehr spielen (wann denn? wo denn?) und kommen nicht zur Ruhe. Ausserdem muss frau schön, schlank und fit sein. UND: deutlich mehr Anerkennung (ein echtes Problem aus der Hausfrauenzeit) bekommen sie auch nicht. Und immer noch weniger Geld, sei es Lohn oder Rente.
Es gibt ein paar kleine Verbesserungen: Frauen sind heute selbständiger, unabhängiger und selbstbewußter. Aber der Preis ist gigantisch.

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Re: Frauen, lasst euch doch bewundern ...

Beitrag von vorderhaus » Do 29. Mär 2018, 23:34

Und dann kommen die Frauen, die meinen, Diskriminierung verschwindet, wenn man Namen ändert und das geht, bis es lächerlich wird z.B. "Mitgliederinnen" (ein besseres Beispiel fällt mir jetzt leider nicht ein)

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Re: Frauen, lasst euch doch bewundern ...

Beitrag von spiralnebel111 » Fr 30. Mär 2018, 07:01

Ich weiß was Du meinst.
Etliche dieser "Namensänderungen" haben den Blick geschärft, drum will ich es nicht rundeum tadeln, aber wie immer und überall: es wird greulich übertrieben.

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Re: Frauen, lasst euch doch bewundern ...

Beitrag von digitalis » Fr 30. Mär 2018, 08:22

Ja, wir leben im Patriarchat, und das ist recht resistent. Erfreulicherweise erlebe ich es nicht als Frau in z.B. Saudi-Arabien oder in der Subsahara, leider aber auch nicht in Skandinavien, sondern in der konservativen BRD, die es verstand, die in dieser Hinsicht deutlich weniger misogyne DDR spurlos einzugemeinden.
Allerdings möchte ich die Veränderungen, die in Folge der Frauenbewegung der siebziger Jahre (die in Folge der StudentInnen- und der Sexfrontbewegung gegen die revolutionären Machos lebendig wurde) entstanden, nicht klein reden. Da hat sich einiges getan, was alle Frauen bestätigen können, die wie ich alt genug sind, um die repressive Zeit vorher erlebt zu haben - auf gesetzlicher wie auf gesellschaftlicher, leider sehr bescheiden auch auf wirtschaftlich Ebene.
Aber drauf Ausruhen schafft Rückschritte, wie wir in den letzten Jahrzehnten beobachten konnten. Als ich noch in der Schule arbeitete, kriegte ich häufig genug die Krise über die erzkonservative Ideologie in den Schülerinnenköpfen: ewige Treue, Unausweichlichkeit der Ehe, Hochzeiten wie in Indien mit jahrelanger Verschuldung, Schönheitsterror, rigide Sexualmoral, starke Abtreibungsgegnerschaft und was nicht noch. Deshalb bin ich froh, in der allerjüngsten Zeit wiedererstarkte Emanzipation zu erleben und finde übergeschnappte Blüten (die Aversion gegen dieses hübsche Gedicht z.B.) zwar albern, kurzsichtig und intolerant, aber naja. Wesentlich wichtiger finde ich die neue Abtreibungsdebatte, die sogar versteinerte CDU-Hirne zwingt, sich damit zu beschäftigen. Wie es um das Recht auf den eigenen Körper steht, ist einer der Knackpunkte, an denen sich die Frauenfeindlichkeit einer Gesellschaft ablesen lässt.
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Re: Frauen, lasst euch doch bewundern ...

Beitrag von spiralnebel111 » Fr 30. Mär 2018, 12:52

Es hat sich auf jeden Fall viel getan, nur nicht immer und überall in eine wirklich gute Richtung.
Schönheitsterror ist auf jeden Fall schlimmer denn je, und leider lasse sich Frauen einfach alles einreden, absolut alles (ich erinnere an die "Erfindung" der Cellulite, da war ich - über Frauenzeitschriften - life dabei.
Und was ich gruselig finde die unglaubliche Geschlechtertrennung von Jungen und Mädchen.Besonders auch im Konsum. Und den pink-rosa-Kult: 30 Kindergartenkinder und wer nicht irgendwas in rosa oder pink oder wenigstens in einem pinkischen lila anhat ist kein Mädchen...
Hatten wir in den 60ern nicht. Jungen waren durchaus anders angezogen als wir (Lederbuxen) und haben etwas öfter als wir Fußball gespielt, während wir deutlich mehr mit Puppen spielten, ansonsten waren wir völlig gleichberechtigt und haben den gleichen Unfug getrieben und den gleichen Spass gehabt. Da Mädchen und da Jungen war überhaupt kein Thema. Gar keins.

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